Konzen/Lammersdorf - Blitz erschlägt zehn Rinder auf der Weide

Blitz erschlägt zehn Rinder auf der Weide

Von: Andreas Gabbert
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Der Tod kam plötzlich und von oben: Gleich zehn Rinder, die unter einem Baum Schutz gesucht hatten, wurden während des Unwetters am Dienstagnachmittag von einem Blitz erschlagen. Foto: A. Gabbert

Konzen/Lammersdorf. Edgar Roder kann es noch gar nicht richtig fassen. „Das war der Hammer“, sagt der 56-Jährige aus Konzen während er kopfschüttelnd vor den Rinderkadavern steht. Gleich zehn Tiere hat der Blitz auf einer Weide zwischen Konzen und Lammersdorf während des Unwetters am Dienstagnachmittag erschlagen.

Acht der Rinder waren trächtig und sollten im September ihre Kälber zur Welt bringen. „Ich geh jeden Tag, den Gott erschaffen hat gucken, wie es den Tieren geht und behandele sie so als wenn sie meine eigenen wären“, sagt Roder, der neben seiner Tätigkeit bei der Regioentsorgung eine Pensions-Landwirtschaft betreibt.

Nach den Tieren sehen wollte er auch, als das Gewitter am Dienstag gegen 17 Uhr langsam abzog. „Es mussten mehr Tiere auf der Wiese sein, einige lagen so komisch unter den Bäumen. Die waren alle tot“, sagt Roder. Schnell machte er sich auf den Weg nach Hause, um den Besitzer der Rinder aus Stolberg-Werth und den Tierarzt zu verständigen. Der Tierarzt bestätigte schließlich die Vermutung, dass ein Blitz für den Tod der Tiere verantwortlich ist. Dafür sprechen auch die toten Vögel, die wenige Meter neben den Rindern auf der Wiese liegen.

„Das ist Natur. Da kann man nichts gegen machen. Man kann die Rinder nicht vor jedem Gewitter reinholen und ihnen auch keinen Blitzableiter umschnallen“, sagt Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer NRW. Solche Unfälle gebe es öfter. Seit längerem habe er aber hier in der Region nicht mehr von solch einem Fall gehört. Erstaunt ist er über die hohe Zahl der toten Tiere.

„Das liegt am Herdentrieb. Die stellen sich zusammen, deshalb sind es so viele“, sagt Naturexperte Hermann Carl. Treffen könne es alle Tiere, die draußen leben. Dies komme auch bei Rot- und Schwarzwild vor. Bei Rehen allerdings eher selten, da diese nicht so nah beisammen stehen.

Von alten Weisheiten wie „Buchen sollst du suchen, vor Eichen sollst du weichen“ hält Carl indes nicht viel. „Das ist alles Unsinn. Der Blitz sucht sich nicht aus, in welche Baumart er einschlagen wird“, sagt Carl.

Mehr Glück

Mehr Glück hatte am Dienstag das Bauernmuseum an der Lammersdorfer Bahnhofstraße. Dort schlug ein Blitz wenige Meter neben dem Gebäude in einen großen Baum ein. Ein großer Teil des Astwerks und der Rinde wurde dabei abgetrennt. Als Folge des Blitzeinschlags meldeten die Bewohner im Einzugsgebiet der Bahnhofstraße bis hin zum nahe gelegenen Johannesweg Telefon- und Internetausfälle.

Für Edgar Roder war der Tod der Rinder eine Lehre. Bis dato ist der begeisterte Läufer auch gerne bei aufziehenden Gewittern unterwegs gewesen. „Das werde ich jetzt sicher nicht mehr so machen“, sagt er bestimmt.

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