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Blinder Hund in Seenot: Matrose wird zum Lebensretter

Von: Andreas Gabbert
Letzte Aktualisierung:
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Die „St. Nikolaus“ auf dem Obersee: Für einen Mischlingshund war sie jetzt die Rettung in höchster Not. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Einruhr/Rurberg. Das Fahrgastschiff „St. Nikolaus“ der Rurseeschifffahrt war am Montag beim herrlichem Herbstwetter fahrplanmäßig auf dem Obersee von Einruhr nach Rurberg unterwegs, als die Besatzung auf halber Strecke in Höhe von Bertas Wieschen – einem Landvorsprung, der gerne zum Lagern genutzt wird – einen Hund im Wasser strampeln sah. „Schnell war uns allen klar, dass das Tier ertrinkt, wenn niemand hilft“, erzählt Matrose Thomas Wobig.

Der Besitzer des Hundes stand unterdessen 40 Meter entfernt am Ufer und konnte nur hilflos zuschauen. „Es war zudem sehr windig am See, dann kann die Strömung auch sehr gefährlich werden“, erklärt Wobig.

Schiffsführer Ralf Keppler unterbrach prompt die Fahrt, wendete und führte ein Mann-über-Bord-Manöver aus. „Eigentlich hätte es ja Hund über Bord heißen müssen und genau genommen, war er ja über Land ins Wasser gelangt“, scherzt Wobig.

Der Matrose schnappte sich einen Rettungsring, rüstete sich mit einer Notleine aus und legte sich eine Rettungsweste an. Im Einstiegsbereich der „St. Nikolaus“ legte er sich auf den Boden und versuchte, während ihn zwei andere Personen an den Beinen festhielten, irgendwie an den mittelgroßen Mischlingshund zu gelangen. „Nach mehreren Versuchen ist es mir dann gelungen, den Ring um den Hund zu legen, ihn am Fell zu packen und an Bord zu ziehen“, erklärt der Retter.

Der blinde und völlig orientierungslose Hund wurde an Bord erstmal versorgt und von den Fahrgästen trocken gerieben. Der Besitzer war unterdessen schon zur Anlegestelle „Jägersweiler“ gelaufen, wo ihm der Hund wieder heil übergeben wurde.

„Er hat sich ganz herzlich bei uns bedankt und ein großzügiges Trinkgeld da gelassen. Dabei war die Rettungsaktion für uns doch ganz selbstverständlich“, sagt Wobig.

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