Blick über den Tellerrand nicht gewünscht?

Von: ale
Letzte Aktualisierung:
vennalebild
Till Mengler, Richard Wollgarten und Winfried Rinke (v.l.n.r.) beschenkten die wenigen Gäste der Vennale mit einem kurzweiligen Abend im Theater am Venn. Foto: Anneliese Lauscher

Roetgen. Mit der achten „Vennale” wollte man im Theater am Venn über den Tellerrand schauen, und zwar in Richtung Aachen - „die Himmelsleiter runter”. Eine Lesung mit musikalischer Untermalung zog aber nur knapp zehn Interessierte an. Da aber sogar Gäste aus Brüssel gekommen waren, beschlossen die Organisatoren, auch vor so wenig Publikum die kleine, feine Veranstaltung durchzuziehen.

Winfried Rinke will mit seinem Buch mit dem Titel „Sightseeing in der Kaiserstadt„ auf das Besondere und Einzigartige in Aachen hinweisen, in seiner Begrüßung hob er aber hervor: „Roetgen steht natürlich noch drüber!” Der „illustrierte Reisebericht aus dem rheinischen Arkadien” wartet mit originellen Episoden und einer Reihe von Aquarellen zu diesem Thema auf. Im Theater am Venn war eine ansehnliche Sammlung der Bilder ausgestellt, die in munteren Farben Szenen aus Aachen zeigen, auch Motive aus der Eifel sind darunter, und unter den Karikaturen erkennt man so manchen Politiker.

Erlebnisse in der Stadt

Bei seinen Studien in der Historie Aachens hat Winfried Rinke herausgefunden, dass Georg Friedrich Händel in der Kaiserstadt Genesung fand, dass es Heinrich Heine hier gar nicht gefiel, dass aber ein Aufenthalt in der Kaiserstadt sich „den leiblichen Genüssen günstiger als dem Wohl der Seele” erwies. Gemeinsam mit Richard Wollgarten, dem Vorsitzenden des Vereins „Öcher Platt”, las Winfried Rinke aus seinem Buch vor; da wechseln sich Geschichten aus der Geschichte mit aktuellen Ereignissen ab, werden wertvolle Hinweise auf Kurioses in der Stadt gegeben und originelle Typen vorgestellt.

Für das Lokalkolorit, die „Öcher Moddersproch”, war Richard Wollgarten zuständig mit der unverkennbaren Aachener Melodie in der Stimme; für wundervolle Musik sorgte der Geigenspieler Till Mengler. Die Gäste ließen sich einfangen von den Ereignissen, die ein Touristenpaar in Aachen erlebt, das sich über emsige Fensterputzer-Punks und freigelegte Bäche wundert und dessen Suche nach dem „postmodernen Kaiserbad” vergebens bleibt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert