Nordeifel - Birkhuhn-Population: NABU übt scharfe Kritik

Birkhuhn-Population: NABU übt scharfe Kritik

Von: heg
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Dr. Manfred Aletsee vom NABU
Dr. Manfred Aletsee vom NABU erläutert Oliver Krischer und Sven Giegold die Birkhuhn-Problematik am Vennbahnradweg nahe Konzen (von links), rechts Christa Heners, links Elisabeth Paul. Foto: Helga Giesen

Nordeifel. Seit 2009 vertritt Sven Giegold als Abgeordneter der Grünen NRW im Europaparlament in Brüssel. Er hat sich vorgenommen, sich auf Wanderungen überall dort im Land zu informieren, wo es mit der Umsetzung der europäischen Flora-Fauna-Habitat- & Vogelschutzrichtlinie, die er für einen der größten Erfolge in Sachen Naturschutz auf EU-Ebene hält, hapert.

In der Eifel-Region stand jetzt nach dem Problemfall A1 eine „politische Wanderung” zwischen Roetgen, Konzen und Lammersdorf auf seinem Programm. In Begleitung des Bundestagsabgeordneten und Vorsitzenden des Nationalpark-Fördervereins, Oliver Krischer, sowie von Parteifreunden aus der Städteregion ließ er sich unter anderem über den neuen Vennbahn-Radweg in diesem Bereich berichten.

Der NABU NRW befürchtet durch den Radverkehr zwischen Paustenbach und Konzen negative Auswirkungen auf die benachbarten Schutzgebiete und insbesondere auf das nach seiner Meinung dort lebende Birkhuhn, das zu den hochgradig gefährdeten Arten zählt.

Vorstandsmitglied Dr. Manfred Aletsee erläuterte der Wandergruppe nahe dem Konzener Bahnhof ausführlich die Problematik aus der Sicht des NABU. Nachdem ein erstes Gutachten aus dem Jahr 2010 bekannt geworden sei, seien weitere Beobachtungen von Birkhuhn-Vorkommen im deutsch-belgischen Grenzgebiet gemeldet worden - zuletzt im Herbst 2011 von einem Teilnehmer an einer Drückjagd - , die darauf schließen lassen, dass sich hier Brutgebiete befinden. Der NABU fordert deshalb den Rückbau der mit EU-Mitteln finanzierten Trasse und die Einrichtung einer Alternativstrecke über die K 20 zwischen Paustenbach und Konzen.

Der Städteregion warf Aletsee „eklatantes Fehlverhalten” vor, indem sie gutachterliche Erkenntnisse gegenüber Politik und Öffentlichkeit verschweige und trotz der nachweislich existierenden Birkhühner, der Rechtswidrigkeit der Planung sowie der vorhandenen Alternativroute, die von der Biologischen Station und dem eigenen Gutachter vorgeschlagen worden sei, am Ausbau der Trasse auf belgischem Hoheitsgebiet mit deutschen Steuergeldern festhalte. Auch Belgien sei nach europäischem Naturschutzrecht verpflichtet, das Birkhuhn zu schützen, ignoriere dies aber völlig.

An Richtlinien halten

Sven Giegold betonte zwar die Notwendigkeit eines ökologischen Tourismus, doch Bedrohungen der Natur müssten vermieden werden. „Wir können nicht anderen Ländern erzählen, dass sie ihren Regenwald zu schützen haben, uns aber vor der eigenen Haustür nicht an Richtlinien halten”, so der Europaabgeordnete.
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