Monschau - Birkhuhn, Brücken, Bundesstraße

Birkhuhn, Brücken, Bundesstraße

Von: hes
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Knackpunkt Bundesstraße, Teil zwei: Auch in Konzen quert der Vennbadradweg die Hauptverkehrsader der Eifel. Hier aber soll dem Radfahrer mit einer großzügigen Mittelinsel über die Straße geholfen werden. Foto: H. Schepp

Monschau. Er wird wohl das touristische Vorzeigeprojekt der kommenden Jahre in der Eifel, der Vennbahnradweg, auch Ravel-Route (Réseau Autonome de Voies Lentes = „unabhängiges Netz langsamer Wege”) genannt. Doch bis die ersten Räder über die asphaltierte ehemalige Bahntrasse rollen können, gilt es noch einiges zu planen, zu bauen und auch zu diskutieren.

Denn der künftige Premium-Radweg kreuzt nicht nur anderen Verkehrsraum, sondern auch andere Interessen, beispielsweise die des Naturschutzes. Im Monschauer Wirtschaftsausschuss wurde am Dienstagabend erstmals jenes Teilstück der Route vorgestellt, das größtenteils über Monschauer Stadtgebiet verläuft.

„Brücke der sicherste Weg”

Projektleiter Manfred Strang, Verkehrsamtsleiter Hubert Philippengracht und der für Tourismusangelegenheiten zuständige Michael Lock von der Städteregion berichteten über den Stand der Dinge des Projekts.

Auf dem ersten Abschnitt im Südkreis von Aachen bis zum Bahnhof Lammersdorf werde bereits gebaut, und sicher habe man die Diskussionen um die Querung der Himmelsleiter auch in Monschau vernommen, meinte Manfred Strang und bekräftigte den Standpunkt der Städteregion: „Eine Brücke ist der sicherste Weg”, meinte er mit Blick auf die hohen Geschwindigkeiten, die dort gefahren würden.

Ein ähnliches Problem gibt es auf dem zweiten Bauabschnitt des Radweges, der die Stadt Monschau betreffe. Auch bei der Kreuzung der ehemaligen Bahntrasse mit der B258 vor dem Ortseingang Konzen (von Aachen kommend) werde schnell gefahren und doch sei der Fall hier etwas anders gelagert als auf der Himmelsleiter oder in Roetgen, wo ein mehr als doppelt so hohes Fahrzeugaufkommen (18.000 in Roetgen / 8000 vor Konzen) erfasst worden sei.

Vorfahrt für Radfahrer

Deshalb sei am Bahnhof Konzen eine drei Meter breite Mittelinsel in der Bundesstraße geplant, die den Radlern, Inlineskatern oder auch Rollstuhlfahrern das Queren erleichtern soll. Ein Hochbord und Geländer sollen für zusätzliche Sicherheit auf der Mittelinsel sorgen.

Gleichzeitig wird die Höchstgeschwindigkeit in diesem - belgischen - Bereich etwa 200 Meter vor der Querung auf 70 km/h gedrosselt. „Die Fahrbahnbreite für die Autofahrer ändert sich aber nicht, da die Straße im Bereich der neuen Insel aufgeweitet wird”, erläuterte Manfred Strang weiter zum Stand der Ausführungsplanung.

Weit weniger kritisch seien die weiteren Kreuzungen des Vennbahnradweges auf dem zweiten Teilstück bis Kalterherberg/Küchelscheid, meinte Strang. Bei Wirtschaftswegen und teils auch bei innerörtlichen Querungen wie auf Aderich wird dem Radweg durch Markierung und Beschilderung sogar Vorfahrt eingeräumt, wie der Projektleiter erläuterte.

Dagegen werden die Radfahrer an höher klassifizierten Straßen wie der Hatzevennstraße (L106), der K16 (Rochusmühle/zwischen Mützenich und Imgenbroich) oder der Eupener Straße in Höhe des Bahnhofs Monschau Vorfahrt achten und gegebenenfalls absteigen und warten müssen.

Ein eigenes Problem, dass im Zuge der Planung und Ausführung der Ravelroute angepackt werden soll, sind die insgesamt sechs, den künftigen Radweg überführenden Brücken zwischen Monschau und Kalterherberg (weiterer Bericht folgt).

Schwerer noch als die kostspielige Instandsetzung oder aber der Abriss von querenden Brücken könnten die Einwände von Naturschützern gegen das Radweg-Vorhaben wiegen. Ein mögliches Birkhuhnvorkommen im Paustenbacher Venn wird derzeit bei der zuständigen belgischen Behörde geprüft und könnte zum Stolperstein für das ehrgeizige touristische Projekt werden.
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