Nordeifel - Biber: Die Störenfriede fühlen sich in der Eifel pudelwohl

Biber: Die Störenfriede fühlen sich in der Eifel pudelwohl

Von: Ernst Schneiders
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Die Biber haben in der Nordeif
Die Biber haben in der Nordeifel einen festen Wohnsitz gefunden. Vor einigen Jahren errichteten sie diese Burg am Hexenplatz im Kalltal bei Simmerath. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Der Biber hat in der Nordeifel eine neue Heimat gefunden, doch nicht alle Bürger sind glücklich mit dem sich zahlreich vermehrenden Mitbewohner.

Im Nationalpark Eifel sind die Biber aber eher ein "kleines Thema", denn dort gibt es, so Gerd Ahnert, stellvertretender Nationalparkleiter, kaum Gewässer, in denen die Nager sich wohlfühlen. Deshalb gibt es im Nationalpark nur wenige Biber, die kaum Schaden anrichten.

Nicht nur ein Thema, sondern ein Ärgernis für viele Grundstückseigentümer sind diese Tiere an der Rur und benachbarten Gewässern, denn die Biber fällen nicht selten die Obstbäume in den Gärten, um ihre Dämme und Burgen zu bauen.

Das System der Rur mit ihren Zuflüssen ist mittlerweile voll besiedelt, ob die Rur bei Heimbach, die Kallquelle oder die Weiße und Rote Wehe.

Praktisch ausgestorben

Mehr Exemplare werden es in diesem Gebiet nicht werden, denn Biber sind standorttreue Tiere, die sich zwar ungestört fortpflanzen, die allerdings ihren Nachwuchs vertreiben, weil sie ihr Territorium für sich selber beanspruchen. Auf ihrer Wanderschaft werden etliche der jungen Tiere überfahren, finden keine geeignete Bleibe und pflanzen sich deshalb nicht fort. Diese natürliche Regulierung funktioniert.
Andere Biber wiederum finden ein neues Terrain, auf dem sie sich wohlfühlen. Manche sind sogar die Rur so weit abwärts gewandert, dass sie mittlerweile in den Niederlanden angekommen sind und dort Lebensraumn gefunden haben.

Nach Gerd Ahnerts Worten sind das alles Tiere, "die vor 30 Jahren in der Eifel ausgesetzt worden sind", oder deren Nachkommen. Auch wenn die Tiere manchen Menschen lästig geworden seien: "Das Biber-Projekt ist eine Erfolgsgeschichte!" Denn die großen Nagetiere waren vor 30 bis 40 Jahren in der Eifel im Prinzip ausgestorben.

Seinerzeit, erinnert sich Gerd Ahnert, seien die Kontakte nach Polen besser gewesen als die in die damalige DDR. Deshalb wurden polnische Biber für die Auswilderung gekauft und keine Ost-Biber aus dem Oder-Gebiet, die eigentlich mit den Eifel-Bibern näher verwandt sind als ihre polnischen Artgenossen.

Längst nicht überall finden die Nagetiere, die beträchtliche Schäden anrichten können, so viel Verständnis wie hierzulande. Und auch die Schutzbestimmungen sind in anderen Ländern bei weitem nicht so streng. So sind aus einem Tierpark bei Prüm kanadische Biber nach Belgien eingewandert, wo sie als unerwünscht erklärt wurden.

Die Kotproben sind laut Ahnert wohl eindeutig, zu unterscheiden sind sie von europäischen Bibern allerdings nur schwer. Dennoch haben die belgischen Behörden die kanadischen Biber zum Abschuss freigegeben.
Gerd Ahnert: "Rechtlich ist die Sache in Belgien wohl einfacher als in Deutschland. Aber die Förster werden lange warten müssen, denn die Biber kommen erst in der Dämmerung raus."

An vielen Stellen aktiv

Auch im Raum Simmerath/Monschau haben die Biber ihre Spuren hinterlassen: Derzeit sind die Tiere im Kranzbruchvenn aktiv, vor einigen Jahren setzten sie Kalltal am Hexenplatz bei Simmerath unter Wasser. In einem geschützen Fichtenbestand errichteten sie damals auch eine Biberburg.

Anfang des Jahres waren die Biber entlang der ehemaligen Vennstrecke zwischen Lammersdorf und Konzen aktiv, wo die wasserreichen Seitengräben sie zum Verweilen einluden.
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