Konzen - Biber bauen direkt an der Bundesstraße

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Biber bauen direkt an der Bundesstraße

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
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Direkt zwischen Bundesstraße 258 und dem Ravel-Radweg in Höhe des Bahnübergangs am Ortsausgang Konzen sind derzeit die Biber aktiv. Foto: P. Stollenwerk

Konzen. Reihenweise Weiden haben die Biber, wie es ihre Art ist, umgelegt. Nur der Platz, wo die Nager diesmal aktiv waren, ist nicht ganz alltäglich. Direkt an der Bundesstraße 258 am Ortsausgang Konzen in Richtung Aachen haben sich die Biber auf der rechten Seite niedergelassen.

In Höhe des ehemaligen Vennbahnübergangs am Entenpol, rechts und links des Bahndammes, sind die Biber seit einem halben Jahr aktiv. Zahlreiche Bäume liegen am Boden.

Dort, wo in Kürze möglicherweise der Ravel-Radweg verlaufen wird befinden sich stehende Gewässer und eine sumpfähnliche Landschaft. Nicht nur deswegen fühlt sich der Biber hier wohl, auch wird hier so gut wie nie von Menschen gestört. Der permanent vorbeirauschende Verkehr auf der schnurgeraden B258 scheint die Tiere nicht zu stören.

Der Mensch stört nicht

Die Biber sind an einem besonders sensiblen Abschnitt des Ravel-Radweges, der auf der ehemaligen Vennbahntrasse verläuft, aktiv geworden, denn hier nistet auch das Braunkehlchen, dessen Anwesenheit durchaus dazu führen könnte, dass für die Teilstrecke zwischen Lammersdorf und Konzen eine Ausweichstrecke geprüft werden muss.

Die Anwesenheit des Bibers werde diese Problematik aber nicht verstärken, räumt auch Revierförster Hermann Carl ein, der sich dafür stark gemacht hat, dass der Schutz des Braunkehlchen und anderer Tierarten höher zu bewerten sei als die touristischen Interessen.

Die Anwesenheit des Menschen stelle für den Biber, der ohnehin erst in der Dämmerung aktiv wird, kein Problem dar. Als so genannter Kulturfolger (Tiere, die sich dem Menschen anschließen), stelle die nahe Bundesstraße die weitaus größere Gefahr dar, betont Hermann Carl. Letztendlich aber ist die Anwesenheit des Bibers am Bahndamm von überschaubarer Dauer, denn wenn das Nahrungsangebot erschöpft ist, wechseln die Nager wieder das Revier. Solche Wanderungsbewegungen konnte man im Kalltal bereits häufiger beobachten.

Im Winter stürzen sich der Biber zur Nahrungsaufnahme auf die Baumrinde, deren Zellulose er als Nahrungsmittel verwerten kann. Die Äste benötigt er für den Dammbau. Sobald er sich größerer Bäume bedient, ist dies ein Signal dafür, dass sich das Nahrungsangebot dem Ende neigt und bald ein Revierwechsel ansteht. Im Sommer genügen dem Biber Unterwasserpflanzen als Nahrung.

In der Nordeifel hat sich der Biber in den zurückliegenden Jahren stark ausgebreitet.

Im Jahr 1981 wurden auf Veranlassung des Forstamtes Hürtgenwald 12 Biber in der Nordeifel gezielt ausgesetzt. Die Tiere fühlen sich hier schnell heimisch und entwickelten sich zu einem unübersehbaren Gestalter der Landschaft. Laut vorsichtigen Schätzungen der Biologischen Station Düren geht man heute von ca. 200 Bibern im Bereich Kalltal, Rur und Wehebachtalsperre aus.
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