Höfen - Bezaubernde Krippen sind wahre Kunstwerke

Bezaubernde Krippen sind wahre Kunstwerke

Von: Egl
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Sicher ein Highlight der Krippenausstellung: Eine Krippe im Bierfass der Felsenkeller-Brauerei. Foto: H. Egerland
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Die Krippenbauer während der Ausstellungseröffnung: Baumeister Reinhold Schmitz (4. v.l.) hält sich gerne im Hintergrund. Foto: H. Egerland

Höfen. Man kann sich eine Weihnachtskrippe mittlerweile für relativ wenig Geld sogar beim Discounter kaufen - in der Regel aus Sperrholz oder Kunststoff. Man kann sie auch auf Weihnachtsmärkten - dort wesentlich hochwertiger, aber auch teurer - erwerben. Oder man baut sie selbst. Je nach Größe, Einfall und Materialaufwand investiert man da neben Geld vor allem eine Menge Zeit: Circa 150 bis 250 Stunden steckten die Krippenbauer des Höfener Krippenvereins in die Stücke, die sie nun voller berechtigtem Stolz der Öffentlichkeit präsentieren.

Die Materialien dafür sind vielfältig, man findet sie, kauft sie, sammelt sie. „Ein Bekannter von mir hatte einen Haufen altes Holz“, erklärt Peter Jung, der mittlerweile im fünften Jahr im Verein Krippen baut: „Da habe ich ihm gleich gesagt: Wirf das nicht weg, das kann ich gebrauchen!“ Dass es sich um wirklich altes Holz handelt, kann man an der heimatlich gestalteten Krippe bewundern: Da hat der Giebel eine andere Struktur als die Tür- und Fensterrahmen. Jung hat in diesem Jahr sogar zwei Krippen fertig gestellt: „Als Rentner hat man jetzt mehr Zeit dafür.“

Teil der Persönlichkeit

Die meisten der 16 Ausstellungsstücke sind unverkäuflich, denn es liegt in der Natur der Sache, dass sich die Krippenbauer davon kaum trennen mögen, auch wenn der Platz zu Hause manchmal knapp wird. Aber wenn man so viel Liebe, Sorgfalt und Kreativität in ein Modell gesteckt hat, dann wird es nicht selten zu einem Teil der eigenen Persönlichkeit. Mit den herkömmlichen Krippen, die der Markt hergibt, kann man diese Kunstwerke kaum noch vergleichen. In ihrer jahrelangen Erfahrung haben nicht wenige Mitglieder des Vereins einen so hohen Grad an Professionalität erreicht wie nur wenige Krippenkonstrukteure. Besonders leidenschaftlich ist Reinhold Schmitz dabei, der Baumeister der Krippenfreunde. Er hält die Arbeit an den Hauskrippen zusammen, fährt selbst auf Ausstellungen herum, lässt sich inspirieren und ist ständig auf der Suche nach neuen, oftmals ausgefallenen Ideen. Hatte er in den letzten Jahren ein Fenster aufwendig gestaltet oder eine Krippe in einen Krug gebaut, so konstruierte er für diese Ausstellung eine Laterne und eine Reliefkrippe in einem Bilderrahmen. Die Hintergrundmalerei stammt von dem Eifelmaler Manfred Hilgers, der in der Vergangenheit immer wieder die Krippenfreunde mit seiner Kunst bereicherte. „Das Relief der Krippe erhebt sich auf einem Baumpilz“, erläutert Schmitz mit glänzenden Augen, „solch einen passenden muss man natürlich erst einmal finden!“ Auf dem Tisch im Zentrum der Ausstellung befindet sich eine Drehkrippe aus seinen Händen. Auf einem Drehteller befindet sich ein Krippenarrangement aus drei Teilen. Sie zeigen wichtige Stationen der Weihnachtsgeschichte: Maria und Josef auf der Flucht, bei der Herbergssuche und bei Christi Geburt im Stall.

Absolutes Highlight

Ein absolutes Highlight der Ausstellung ist aber sicherlich seine dritte Krippe, die er neu gebaut hat. Knapp 250 Stunden hat er an dem guten Stück gewerkelt: In einem originalen alten Bierfass aus dem Felsenkeller-Brauereimuseum Monschau befindet sich eine Winterkrippe in Schneelandschaft - natürlich beleuchtet und voller Details. Nicht nur das Dach, das sich unter der Schneelast biegt und die zahlreichen Eiszapfen, die im Licht eines versteckten LED-Lämpchens schimmern - auch kleine Mäuschen, die einen Sack aufgerissen haben und seine Innereien verzehren, fangen den Blick der begeisterten Zuschauer ein. „Echte Senfkörner werden da von den Mäuschen gefressen“, verrät Schmitz, „natürlich aus Monschau!“

Die Begeisterung ist allen Krippenbauern anzumerken. Sie erläutern den Besuchern ihre Arbeit und beweisen dabei große Sachkenntnis. Vermittelt wurde diese ihnen bei der gemeinsamen Arbeit im Verein, wenn man sich regelmäßig in der ehemaligen Höfener Schreinerwerkstatt von Therese Theißen traf. Seit Jahren stellt sie diese den Krippenbauern zur Verfügung, wofür ihr der erste Vorsitzende des Vereins, Harald Rader, in seiner Eröffnungsrede zur Ausstellung Dank aussprach. Ebenfalls dankte er Walter Lauscher, der sich um den Nachwuchs der Krippenbauer kümmert und diesem die Grundlagen dieses Kunsthandwerks vermittelt, und natürlich Reinhold Schmitz, der mit seinem Engagement letztlich dafür sorgt, dass „mittlerweile zum dritten Mal hier in der Höfener Vereinshalle, insgesamt aber zum neunten Mal eine solche Ausstellung stattfinden kann.“

Besucher, die selbst einmal Hand anlegen und den Krippenbau erlernen wollen, - so der ausgesprochene Wunsch der Vereinsmitglieder - sollen sich an den Verein wenden, denn mitmachen kann jeder. So waren auch dieses Mal mit Reiner Stollenwerk aus Steckenborn und Gaby Pauls aus Höfen zwei neue Krippenbauer mit ihren Modellen vertreten - und ihre Kunstwerke können sich wirklich sehen lassen!

Die Ausstellung kann noch am kommenden Wochenende und vom 26. Dezember bis zum 6. Januar 2013 täglich jeweils von 13 bis 17 Uhr im Krippenraum der Vereinshalle Höfen (Hauptstr. 70) besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

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