Bewohner von Eicherscheid testen Elektroauto

Von: Andreas Gabbert
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Das Fahren mit dem Dorfauto wird für die Bewohner von Eicherscheid noch günstiger: Günter (li.) und Renate Scheidt sowie Ludwig Siebertz wollen das Auto in Zukunft noch mehr nutzen. Foto: A. Gabbert

Eicherscheid. Kaum ein Geräusch ist zu hören, als Ortsvorsteher Günter Scheidt mit dem Dorfauto die Ladestation am Konsum in Eicherscheid verlässt – das Auto fährt schließlich mit Strom. Das hat seine Vor- und Nachteile, die die Bewohner des Ortes mit ihrem Dorfauto selbst erfahren können.

Von Anfang April bis Oktober haben die Eicherscheider die Möglichkeit, das von der EWV aus Stolberg zur Verfügung gestellte Fahrzeug im Rahmen des LEADER-Projektes „E-ifel mobil“ zu testen. Jeder, der im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist, kann das Gemeinschaftsauto buchen und seinen Erledigungen, Einkäufen, Arztbesuchen, Freizeittouren und vielem mehr mit dem weißen Flitzer nachgehen oder besser nachfahren. „In den ersten Monaten wurde das Auto jeden zweiten Tag genutzt, jetzt lässt es ein bisschen nach. Das hängt vielleicht aber auch mit den Ferien zusammen“, sagt Günter Scheidt.

Er selbst hat das Fahrzeug auch schon einige Male genutzt. „Der einzige Schwachpunkt ist die Reichweite. Bei dem Auf und ab in der Eifel erreicht das Auto nicht die angegebene Reichweite von 150 Kilometern. Bei 90 bis 100 Kilometern ist Schluss“, sagt Scheidt. Bei längeren Touren könne dies zu einem unsicheren Gefühl führen und den ein oder anderen von der Nutzung abhalten, weil es die Sorge gibt, in einen Stau zu geraten und nicht mehr nach Hause zu kommen.

Für eine Fahrt nach Aachen und zurück reicht die Akkuladung aber allemal. Für die Kirmes am Wochenende hat Renate Scheidt in dieser Woche noch einige Dinge in Aachen besorgt. „Das war optimal“, sagt sie. Nur wenn es steil bergauf gehe, sehe man auf der Anzeigentafel wie die Batterie schneller leer wird. „Wieder zurück in Eicherscheid war die Batterie noch zu knapp einem Viertel geladen“, sagt Renate Scheidt.

Einer der größten Vorteile des Dorfautos dürfte aber der Preis sein. „Wir haben die Preise für die Nutzung jetzt noch weiter gesenkt. Wir hatten ja keine Erfahrungen damit und haben uns mit dem Planungsteam noch mal zusammengesetzt. Wir wollen den Leuten zeit lassen, damit sie in Ruhe fahren können. Eine tickende Uhr wie beim Taxi wollen wir nicht“, erklärt Günter Scheidt. Ein zweistündiger Ausflug nach Simmerath kostet beispielsweise 2 Euro. Eine vierstündige Fahrt nach Aachen sogar nur 5 Euro. Die erste Fahrt ist kostenlos, und Vereine aus Eicherscheid erhalten noch 50 Prozent Rabatt auf den Mietpreis.

Gebucht werden kann das Dorfauto über die Internetseite www.eicherscheid.de oder telefonisch über das Autohaus Offermann (Telefon 02473/8028) oder bei Günter Scheidt (Telefon 02473/8504). Am besten buchen Interessierte das Auto mindestens 24 Stunden vor Antritt der Fahrt. „Kurzfristige Anfragen sind aber auch möglich, wir sind da flexibel“, sagt Scheidt.

Ludwig Siebertz, Geschäftsführer des Ortskartells, hat sich auch schon hinter das Steuer des Dorfautos gesetzt. „Im Anzug ist das Auto unwahrscheinlich fix. Das hätte ich so nicht erwartet. gewöhnungsbedürftig ist nur, dass man keinen Motor mehr hört. Beim Start gibt es lediglich ein optisches und ein akustisches Signal, sonst merkt man nichts“, sagt Siebertz. In Kürze will er wieder eine Spritztour mit dem Elektromobil unternehmen. „Eigentlich mach ich das viel zu wenig bei dem Preis“, sagt er.

Günter Scheidt hat das Gefühl, dass die Möglichkeit, das Dorfauto zu nutzen, noch nicht richtig in den Köpfen angekommen ist. Dabei nimmt er sich selbst nicht aus. Als sein Wagen in die Werkstatt musste, war es seine Frau, die sagte: „Wir haben doch noch das Dorfauto“.

Scheidt hofft, „dass die Sache nach den Sommerferien noch etwas Schub bekommt“. Nach dem Ende der Probephase wollen die Verantwortlichen in Eicherscheid überlegen, wie und ob das Projekt weitergehen kann.

Bis dahin fordert Günter Scheidt die Bürgerinnen und Bürger auf, von dem Angebot regen Gebrauch zu machen und Dorfauto zu testen. „Meldet Euch an und fahrt los. Nur wer selbst einmal getestet hat, kann mitreden, ob das Projekt Zukunft hat“, fordert Scheidt von den Eicherscheidern.

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