Bewegende Momente für singenden Hirten

Von: Andreas Gabbert
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Als singender Hirte vollen Einsatz gezeigt und ein tolles Ergebnis erzielt: Reiner Jakobs freut sich, dass er Prof. Rolf Mertens einmal mehr eine stattliche Spende zugunsten des Fördervereins krebskranke Kinder überreichen konnte. Foto: Andreas Gabbert

Höfen. Als Reiner Jakobs die Summe enthüllt, die er als „singender Hirte“ gesammelt hat, braust in der gut gefüllten Höfener Kirche Beifall auf. Jakobs verneigt sich kurz und zieht sich in eine der Kirchenbänke zurück. Mit Spannung hatten die Besucher diesen Moment erwartet. 38.750 Euro sind diesmal für den Förderverein „Hilfe für Krebskranke Kinder” zusammengekommen.

Professor Dr. Rolf Mertens, Leiter der Kinder-Krebsstation am Uniklinikum Aachen, sucht zunächst nach Worten, um dem „singenden Hirten“ und Krippenbauer für seinen wochenlangen Einsatz in und um die riesige Landschaftskrippe, die Jakobs jedes Jahr mit seinen Helfern in der Höfener Pfarrkirche aufbaut zu würdigen.

Auch in diesem Jahr hat er wieder mehr als 10.000 Besucher angezogen, die die 20 Meter breite und acht Meter hohe Landschaftskrippe bestaunten und sich von dem singenden Hirten auf das Weihnachtsfest einstimmen lassen wollten. Zum 22. Mal hat Reiner Jakobs seit Anfang Dezember wieder täglich von früh morgens bis abends spät in der Krippe Platz genommen und mit Gitarre, Panflöte und Gesang vielen Menschen ein unvergessliches Erlebnis beschert.

Manche Besucher reisen gleich gruppenweise mit dem Bus an, aber auch für einzelne singt Jakobs gerne „St. Niklas war ein Seemann“, das Ave-Maria der Berge, „Die Welt so groß und schön“ oder „Stille Nacht“. Wenn seine Stimme erklingt, wird es mäuschenstill in der Kirche.

Wie tief er die Menschen mit seiner Darbietung bewegt, zeigen aber auch die unzähligen Einträge in das Gästebuch. Besucher von der Nordsee bis zur Schweiz haben sich eingetragen. „ Ein Paradies für die Seele“, oder „Mögen Sie noch viele Jahre die Kraft besitzen so vielen Menschen eine optische Freude und seelisches Gleichgewicht zu bereiten“, steht dort geschrieben.

Professor Dr. Mertens erinnert in seinen Dankesworten an den Zweck der Spende. Er berichtet vom Leid der Kinder, ihrer Eltern und Geschwister. Er macht deutlich, dass die betroffenen Familien nicht nur auf medizinische Hilfe angewiesen sind, es gehe auch um das „Drumherum“. „Das finanziert keiner, das geht nur über Spenden“, sagt Mertens. Natürlich vergisst er auch nicht, Jakobs Frau Irmgard und den anderen Helfern seinen Dank auszusprechen.

Dann greift der „singende Hirte“ selbst zum Mikrofon, und zum ersten Mal in all den Wochen versagt ihm die Stimme. „Vielen Dank an alle, die uns unterstützt haben“, bringt er gerade noch über die Lippen, bevor er sich wieder zurückzieht.

Während das fünfköpfige Bläserchor einsetzt, das ihn viermal wöchentlich von 14 bis 16 Uhr begleitete, einsetzt, nimmt Reiner Jakobs mit seiner Gitarre wieder in der Krippe Platz.

„Jetzt haben die Schafe schon meinen Platz eingenommen“, bemerkt Pfarrer Karl-Heinz Stoffels mit Blick auf dem Altar, auf dem sich an diesem Tag einige Lämmer tummeln. Er dankte im Namen der gesamten GdG Monschau für den beispielhaften Einsatz und stellt dabei heraus, wie viele Menschen in den vergangenen Wochen in das Gotteshaus geströmt sind, „die sonst nur selten in die Kirche finden“.

Die nächste Krippe im Blick

Zum Abschluss greift der 72-Jährige noch mal zu seinen Instrumenten und stimmt ein Lied an. Als er die Gitarre beiseite legt, wendet er sich an Mertens und flüstert: „Dann war es das für dieses Jahr.“

Knapp eine Stunde später kehrt er dann doch wieder zu seiner Krippe zurück, es sollen am letzten Tag noch Gäste gekommen sein, die den „singenden Hirten“ hören wollen.

Nach 52 Tagen bzw. mehr als 400 Stunden im Dauereinsatz, wird Jakobs in den nächsten Tagen wohl doch irgendwann wieder zu Hause einziehen.

Vorher steht aber noch eine Menge Arbeit an. Zehn Autoanhänger-Ladungen müssen sortiert und die rund 250 ausgestopften Tiere gepflegt werden. Danach beginnen schon wieder die Vorbereitungen für die nächste Höfener Landschaftskrippe.

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