Bevölkerungsentwicklung: Kalterherberg schrumpft am stärksten

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In puncto Bevölkerungszuwachs und Wirtschaftsentwicklung ist Imgenbroich Spitzenreiter in Monschau. Die Hauptverkehrsader B258 zieht sich auf unserem Bild von links unten nach rechts oben durch den Ort. Foto: Heiner Schepp

Monschau. Während die Bevölkerungszahlen in den Nordeifel-Gemeinden Roetgen (plus 345) und Simmerath (plus 306) gestiegen sind, fährt die Stadt Monschau ein Minus von 249 Einwohnern ein. Am Jahresende 2008 lebten 12.652 Menschen in der Stadt.

Nach den Vorstellungen von Bürgermeister Theo Steinröx viel zu wenige, denn sei Wunschziel ist es bekanntermaßen, die 15.000er Marke zu knacken. Ernst Schneiders sprach mit Monschaus Bürgermeister.

Herr Steinröx, sind Sie angesichts Ihres selbst gesteckten Zieles enttäuscht über die Bevölkerungsentwicklung in Monschau?

Steinröx: Ich bin Realist. Es ist nach wie vor das Ziel der Stadt Monschau, die Einwohnerzahlen zu erhöhen und die entsprechenden Voraussetzungen für unsere Kommune zu verbessern.
Zu den Einwohnerverlusten ist Folgendes anzumerken: Im Zeitraum von 2005 bis 2008 entstanden die Hauptverluste an Einwohnern in Kalterherberg mit 157 Einwohnern, in Monschau mit 64 Einwohnern und in Höfen mit 56 Einwohnern.
Gleichzeitig kam es in Imgenbroich zu einem Zuwachs von 53 Einwohnern und in Mützenich zu einem Zuwachs von neun Einwohnern.
Parallel dazu ging die Zahl der Einwohner in Konzen um sechs zurück und in Rohren um zwölf. Sowohl die Mützenicher wie die Konzener und Rohrener Zahlen sind zufallsbedingte An- und Abmeldungen zum Stichtagszeitraum. Die jetzigen Neubaugebiete in Konzen und Rohren bestehen seit 2006/2007, das Neubaugebiet Monschau-Haag seit 2005/2006.

Was sind ihrer Meinung nach die Ursachen? Ist Monschau im Vergleich zu Roetgen und Simmerath nicht attraktiv genug, um dort zu leben?

Steinröx: Hohe Verluste an Einwohnern sind in der Altstadt Monschau unter anderem durch die hohe Altersstruktur der Bevölkerung und die Besonderheiten der Altstadt zu sehen.
Diesen Umständen entsprechend wurde das Baugebiet Haag ausgewiesen und vermarktet. Der Wegfall der Eigenheimzulage hat hier aber zu einem Einbruch der Verkäufe geführt.
Die sinkenden Zahlen von Kalterherberg und Höfen sind auch durch die weite Entfernung zum Oberzentrum Aachen zu sehen. 45 und mehr Kilometer Anfahrt zur Arbeitsstelle verursachen Aufwand und hohe Kosten.
Dementsprechend haben verschiedene Bewohnerinnen und Bewohner aus diesen Bereichen ihren Wohnsitz in die Stadt Aachen verlagert.
Die Fluktuation junger Menschen, insbesondere nach dem Abitur, führt zu weiteren Einwohnerverlusten, weil die Stadt Aachen die Zweitwohnsitzsteuer für Studenten eingeführt hat, mit der Folge, dass die jungen Menschen wunschgemäß in Aachen studieren, aber ihren Erstwohnsitz in Monschau abmelden.
Aus den genannten Zahlen ist aber auch zu entnehmen, dass Imgenbroich der mit Abstand begehrteste Wohnort in Monschau geworden ist. Monschau hat deshalb in den zentralen Wohnlagen Imgenbroich, Konzen und Mützenich innerhalb der letzten zehn Jahre Zuwächse zu verzeichnen, die aber den Rückgang in der Altstadt, in Höfen und in Kalterherberg nicht auffangen können.
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