Berufskolleg: Großes Angebot, aber es fehlen Lehrer

Von: Kolja Linden
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Mit rund 2000 Schülern der mit Abstand größte Schulstandort in Stolberg: Das Berufskolleg am Obersteinfeld. Foto: K. Linden

Eschweiler/Stolberg. Sie haben fast 2000 Schüler alleine in Stolberg, rund 620.000 sind es in NRW. Doch wenn es in der öffentlichen Diskussion um Schulen geht, redet kaum einer über sie: die Berufskollegs. Dabei bieten sie zahlreiche Abschlüsse an. Alleine an der Stolberger Dependance des Berufskollegs Simmerath/Stolberg können Schüler 45(!) verschiedene Abschlüsse erwerben.

Vom Berufsgrundschuljahr nach Klasse 9 der Hauptschule bis zur Hinführung zur Hochschulreife haben die Berufskollegs zahlreiche Bildungsmöglichkeiten im Angebot - nicht allgemeinbildend, aber berufs- und damit praxisbezogen.

„Das Berufskolleg bietet generell Chancen, die normale Schulen nicht mehr leisten können”, sagt Edelgard Brüggemann, die am Berufskolleg im Stolberger Obersteinfeld die sozialpädagogische Abteilung leitet. Schüler mit Problemen in bestimmten Bereichen seien auf allgemeinbildenden Schulen nicht gut aufgehoben, ergänzt ihr Kollege Willi Steffens, der die Abteilung Wirtschaft und Verwaltung leitet. Die Fächer seien praxisbezogener und deshalb auch bestimmten Neigungen und Fähigkeiten von Schülern zuträglicher.

Beispiel Deutsch: Das Fach heißt zwar überall gleich, doch unterrichtet wird ganz unterschiedlich - je nachdem, ob in der Klasse Friseure, KFZ-Techniker, Arzthelferinnen oder angehende Erzieher sitzen. Ein anderes Beispiel ist die Mathematik. Es werde am Berufskolleg sozialpädagogische Mathematik gemacht, technische oder kaufmännische Mathematik - je nach Beruf oder angestrebtem Abschluss.

Bestimmte Voraussetzungen gibt es am Berufskolleg aber auch für Lehrer. „Wir müssen permanent auf berufliche und gesellschaftliche Veränderungen reagieren”, sagt Brüggemann. Berufsbilder würden ständig umgekrempelt, Beispiel Arzthelferin. „Früher waren Kenntnisse in der Labortechnik gefragt, heute hat kaum ein Arzt noch ein Labor”, sagt Willi Steffens.

Wegen der Spezifizierung herrsche ein Lehrkräftemangel am Berufskolleg, sagt Pietz. In Zukunft werde sich das Problem noch verschärfen: „Es gibt kaum noch Lehramtsstudenten mit beruflicher Fachrichtung”, warnt der Stolberger. In manchen Fächern wie Maschinenbau oder KFZ-Technik sei „die Katastrophe programmiert”.
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