Bergsteiger und Skilehrer montieren die neue Urftseebrücke

Von: Elvira Hilgers
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Luftiger Arbeitsplatz: Die Brücke über der Urfttalsperre wurde von Bergsteigern montiert. Foto: E. Hilgers

Vogelsang. Viel schneller als erwartet wurde am Dienstag die Lücke über die Urfttalsperre geschlossen, die die Kreisstraße 7 mit Vogelsang verbindet. Nur eine Woche haben dafür vier Südtiroler Bergkletterer gebraucht, die im wesentlichen die vorgefertigten Brückenbauteile in der Seilkonstruktion befestigten.

Am Mittwoch vergangener Woche startete mit dem Aufstellen des 20 Meter hohen Pylons die Montage der Hängebrücke. Daher war bis Sonntag die K7 für Besucher gesperrt.

„Die Sperrung hing damit zusammen, dass während der Montagezeit nicht ausgeschlossen werden konnte, dass Trageseile reißen”, warb Manfred Poth von der Kreisverwaltung Euskirchen um Verständnis. Montiert wurde die Brücke von ausgebildeten Bergsteigern und Skilehrern, für die es kein Problem ist, am Seil hängend in großen Höhen zu arbeiten.

Nur während der Sommerzeit arbeiten die Südtiroler weltweit an solchen Projekten. Im Winter geben sie daheim in den Bergen Skiunterricht oder führen Seilschaften zum Gipfel. Von der Eifel zeigten sich die Tiroler, die selbst von der Natur verwöhnt werden, fasziniert: „Eine herrliche Landschaft,” beteuerten sie. Aus Respekt vor der Natur im Nationalpark Eifel setzten sie, wie das sonst üblich ist, keinen Richtstrauß auf den Pylon.

Einweihung im September

Noch bis Ende September müssen Nationalparkbesucher warten, ehe sie die Brücke benutzen dürfen. Die Einweihung ist für den 27. September geplant. Umfangreiche Anschluss- und Wegearbeiten müssen erst durchgeführt werden. Während die Brücke selbst nur eine sechsprozentige Steigung aufweist, beträgt der Anstieg hinauf nach Vogelsang zwischen 13 bis 18 Prozent.

Für die Besucher von Vogelsang bricht mit der Brücke ein neues „Besucher-Zeitalter” an. Den Aufstieg nach Vogelsang erleben Radfahrer und Wanderer dann in einem der reizvollsten Landschaftsbereiche im Nationalpark, den sie bis dato nicht betreten durften.

Schon jetzt sprechen Wanderer von einem filigranen Bauwerk und zücken gleich die Kamera, um einige Fotos zu schießen. „Die Brücke passt sich in die Eifellandschaft ein und ist keineswegs störend”, findet Manfred Poth, der mit den ausführenden Baufirmen über den Baufortschritt informierte

Obwohl die Brücke nur von Fußgängern und Radfahrern benutzt werden darf, ist die 2,50 Meter breite Fahrbahn auch für Autos geeignet. „Aber nur im Ausnahmefall für Rettungswagen”, so Poth. Der Brücke macht die Fahrt eines Autos nichts, halte dies aus, schließlich verfüge sie über eine Tragkraft von 600 Tonnen, einer Belastung von 350 Kilogramm pro Quadratmeter.

Außerdem sei die Brücke erdbebensicher. Poth: „Es handelt sich um ein so genanntes weiches Bauwerk mit vielen beweglichen Teilen.”
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