Nordeifel - Bergbau in der Eifel wird wieder greifbar nahe

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Bergbau in der Eifel wird wieder greifbar nahe

Von: pp
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Zeigten sich erfreut über die gelungene Miniaturanlage des Mechernicher Bergbaus: die Anlagenbauer Willy Krämer (v.l.), Ralf Ernst, Günter Nießen und Alfred Schink. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Nordeifel. Im Bewahren eines Geheimnisses sind die „Kumpel“ vom Förderverein des Bergbaumuseums Mechernich erstklassig. Denn umso größer waren der Aha-Effekt und das Staunen der geladenen Gäste bei der Eröffnungsfeier der Modellanlage im Museum. Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick war der Erste, der große Augen machte, war es ihm doch vorbehalten, die Tür zum Raum, in dem sich die 15 mal zwei Meter große Anlage befindet, zu öffnen.

Alle waren gespannt, zu sehen, was Günter Nießen, Willy Krämer, Alfred Schink und Ralf Ernst in den vergangenen Monaten auf die Beine gestellt hatten. Die Besucher waren überwältigt. Mit einer unglaublichen Detailfülle haben die Vier dargestellt, wie die obertägige Anlage in Mechernich zum Zeitpunkt der Schließung am 31. Dezember 1957 aussah.

„Viele Mechernicher werden dieses Panorama noch kennen“, meinte dann auch Fördervereinsvorsitzender Fritz Hunsicker bei seiner Begrüßungsrede. Die Modellanlage passt natürlich exakt in das Konzept des Bergbaumuseums, das seit 1994 dafür kämpft, dass das Bewusstsein, das Mechernich einst eine stolze Bergbaustadt war, nicht verloren geht. Anschaulich wird auf den von Willy Krämer konzipierten Tafeln über der Anlage erklärt, was zu sehen ist. Willy Krämer erklärte den Besuchern auch bei der Vorstellung des Modells in aller Ausführlichkeit den Produktionsablauf der Bleigewinnung, vom Abbau des Bleierzes, dem Transport zum Vorbrecher und zum Rundbunker, die komplizierte Aufbereitung bis hin zur Verhüttung. Dazu ließ er die Werksbahn zu den einzelnen Arbeitsstationen fahren.

Das Eisenbahnnetz der Modellanlage wurde von Willy Krämer nach dem Original-Gleisplan erstellt. Hierfür verlegte er 35 Meter Schienen, 20 Weichen und 44 Signalblöcke. Unter dem Modell befinden sich rund 300 Meter Schaltdraht für die Stromversorgung und die Steuerung. „Die Verdrahtungsarbeiten unter der nur 75 Zentimeter hohen Anlage waren dabei besonders kompliziert und anstrengend“, berichtete Fritz Hunsicker. Schließlich musste die Bahnanlage noch digital programmiert werden, was ebenfalls viel Zeit in Anspruch genommen hat. Im Maßstab 1:100 ist die Anlage gehalten – und sie ist so exakt, dass der ehemalige Bergmann Alfred Schink gesteht, er fühle sich beim Blick auf den Nachbau des Kallmuther Berges mittendrin. Insgesamt 400 Kilogramm Gips wurden verbaut.

„Das ist ein wichtiger Tag für Mechernich“, meinte Bürgermeister Schick. Der Bergbau sei ein wichtiger Identifikationsfaktor der Stadt gewesen. „Das Blei hat uns 2000 Jahre beeinflusst, in der Blütezeit haben hier 4500 Menschen gearbeitet, das war der prägende Arbeitgeber in der Nordeifel“, ist sich Schick sicher. Die Schließung der Grube sei einer der schwärzesten Tage der Stadt gewesen.

„Der Bau ist noch nicht abgeschlossen“, erzählte Fritz Hunsicker. Damit sind nicht nur Feinarbeiten wie Straßenmarkierungen gemeint, es gibt sogar Pläne für einen weiteren Ausbau. „Hier wird noch einige Jahre gebaut“, so der Fördervereinsvorsitzende.

Geöffnet ist das Bergbaumuseum dienstags bis samstags von 14 bis 16 Uhr und am Sonntag von 11 bis 16 Uhr. Gruppen melden sich bitte unter Telefon 02443/48697 oder per E-Mail an bergbaumuseum-mechernich@t-online.de zu Führungen an.

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