Benefizspiel: Ex-Profis drehen erst am Ende auf

Von: Kurt Kaiser
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Der Rotter Abwehrspieler Frederique Gasper im Zweikampf mit Tom Moosmayer: Am Ende gaben sich beide Mannschaften mit einem 3:3 zufrieden. Foto: Kurt Kaiser
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Moosis Allstars präsentierten sich vor dem Spiel recht locker: Im Spiel gegen die Nordeifelauswahl mussten sich die ehemaligen Alemannia-Stars aber doch gehörig anstrengen. Foto: Kurt Kaiser

Roetgen. Auf der Internetseite von Alemannia Aachen hatte sich ein Alemannia-Fan vor dem Benefizspiel, „Moosis Allstars“ gegen eine Nordeifelauswahl Sorgen gemacht. „Hoffentlich bekommen die rechtzeitig die Kühe vom Acker.“ Seine Forumskollegen konnten ihn aber noch am gleichen Tag beruhigen und ihn aufklären, dass man beim FC Roetgen auf Kunstrasen spielt und auch die Kühe in der Nordeifel noch kein künstliches Gras fressen.

Trotz der Befürchtungen des Alemannia-Fans wollten über 600 Zuschauer am Freitagabend das Spiel der Alemannia-Legenden gegen die Nordeifelauswahl sehen. Dabei waren die schwarz-gelben Fans an der Roetgener Hauptstraße sogar in der Überzahl.

Zum 100-jährigen Bestehen seines Heimatvereins und für einen guten Zweck hatte Tom Moosmayer seine früheren Weggefährten nach Roetgen eingeladen, und die erschienen zahlreicher als erwartet. „Ich habe zu wenig Trikots“, stellte der Organisator kurz vor dem Fototermin fest. Willi Landgraf, Kai Michalke, Markus Daun, Sascha Rösler, Moses Sichone, Thomas Stehle, Kalle Pflipsen, Lawrence Aidoo, Dennis Brinkmann, Bernd Rauw, Reiner Plaßhenrich, Thomas Hengen, Stefan Emmerling, Ben Manga und einige Jungs aus Roetgen, die vor über zehn Jahren mit Tom Moosmayer für den FC gespielt hatten, präsentierten sich in den weißen Trikots des Organisators.

Da Thomas Stehle noch immer seine langwierige Verletzung auskuriert, übernahm er das Coaching, während der frühere Alemannia-Torwart, Stephan Straub, eher für die gute Unterhaltung auf der voll besetzten Bank zuständig war.

Schon vor dem Spiel sah man bei den zahlreichen Alemannia-Fans nur strahlende Gesichter, denn so nah wie am Freitagabend in Roetgen kamen sie nur selten an ihre Lieblinge, die fleißig Autogramme schrieben und ihren Anhängern Rede und Antwort standen.

Die meist gestellte Frage

Die meist gestellte Frage der schwarz-gelben Fans vor dem Spiel: „Kann dr Sascha denn überhaupt spielen?“ Sascha Rösler gilt für ganz viele Alemannia-Fans auch heute noch als Heilsbringer für die aktuelle Saison. Der sympathische Angreifer erzielte zwar den Ausgleich zum 3:3 Endstand, jedoch gestand er nach Spielschluss, dass sein Knie bei größerer Belastung noch Probleme bereitet.

Total relaxt zeigte sich auch der Spieler mit den meisten Zweitligaspielen, Willi Landgraf, vor dem Benefizspiel, dessen Erlös an die McDonalds Kinderhilfe geht. „Sicher bin ich gerne nach hier gekommen, denn hier geht es um eine gute Sache.“

Nach einer Viertelstunde mit wenig Höhepunkten ging die Nordeifelauswahl in Führung. Nach einem Eckball war der Ball an die Hand von Sascha Rösler gesprungen. Den fälligen Handelfmeter verwandelte der Torjäger des SV Rott, Avdo Iljazovic. Nur fünf Minuten später hieß es 2:0 für die Nordeifeler. Nach einem Steilpass setzte Avdo Iljazovic sich gegen die Aachener Abwehr durch und ließ deren Keeper, Paul Matt, keine Chance.

Nach dem frühen Rückstand kamen auf der Alemannia-Bank erste nicht so ernst gemeinte Unmutsäußerungen gegen den Trainer auf. Für die Bankdrücker interpretierte Willi Landgraf seine Abwehraufgabe zu Offensiv und sie erkannten auch Mängel in der Viererkette. Da die Kaiserstädter aber fliegend auswechseln durften kam, bis auf Tom Moosmayer, bis zum Pausenpfiff der komplette Kader zum Einsatz.

In der Halbzeit moderierte der Sportchef der Aachener Zeitung, Christoph Pauli mit Aachens Stadionsprecher, Robert Mohnen, eine Talkrunde mit Alemannia Trainer Peter Schubert und einigen aktuellen Akteuren der Alemannia.

Während dessen schien Coach Thomas Stehle die passenden Worte gefunden zu haben, denn mit Beginn der zweiten Halbzeit wurden die Aachener stärker. Angetrieben von dem eingewechselten Tom Moosmayer und Kalle Pflipsen häuften sich nun die Torraumszenen im Strafraum der Nordeifelauswahl. Während Auswahltorwart Bastian Kostelnik in der ersten Halbzeit beinah arbeitslos blieb, hatte der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Schlussmann, Christoph Albrecht, nun alle Hände voll zu tun.

Mit einem sehenswerten Schuss von der Strafraumgrenze erzielte Tom Moosmayer den Anschlusstreffer. Jerry Beier konnte wenige Minuten später zwar wieder den alten Trefferabstand herstellen, jedoch ließen die Aachener sich davon nicht irritieren. Kalle Pflipsen besorgte das 3:2 und der wieder eingewechselte Sascha Rösler staubte zum 3:3 Endstand ab. Mit dem Ergebnis konnten sich beide Mannschaften anfreunden, denn letztendlich war der gute Zweck der große Gewinner des Abends. „Das war ein Abend, der alle Erwartungen übertroffen hat“, war FC Vorsitzender Friedrich Kessel total zufrieden.

Nach dem schönen Freitag verlief der Samstag nicht mehr wunschgemäß für den FC. Im Blitzturnier mit dem SV Rott und dem RFC Raeren landeten die Schwarz-Roten auf dem letzten Platz. Sieger wurde Landesligist SV Rott. Der RFC Raeren wurde Zweiter.

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