Nordeifel - Beliebte „Plattgeschichten“ leben wieder auf

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Beliebte „Plattgeschichten“ leben wieder auf

Von: Heiner Schepp
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Unvergessen: Raimund Palm hat in den Eifeler Tageszeitungen über 2000 Plattgeschichten veröffentlicht. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Brassel, Blaares und Bruetsbrocke, Stuuch, Schlöck und Schlubbejupp: Wer mit diesen wunderbaren Wortkreationen nichts anfangen kann, dem sei ein handliches Büchlein als treuer Alltagsbegleiter für das Leben in der Eifel empfohlen: „Do böste Platt“, heißt es nun wieder, denn diese Woche ist der vierte Band der beliebten Plattgeschichten von Raimund Palm erschienen.

Herausgegeben haben das 111 Seiten umfassende Taschenbuch Andreas Palm und Nicole Diefenthal, die Kinder des im Juni verstorbenen, früheren Redakteurs unserer Zeitung. Sie setzen damit das Werk ihres Vaters fort, der Ende vergangenen Jahres bereits mit der Sammlung neuer Plattgeschichten für den vierten Band begonnen hatte, als ihn seine schwere Krankheit daran hinderte, diese Arbeit fortzusetzen.

Die Sprache war sein Broterwerb, unser Eifeler Dialekt das besondere Steckenpferd von Raimund Palm (Jahrgang 1947), der seit Mitte der 90er-Jahre über 2000 Plattgeschichten in den Eifeler Tageszeitungen veröffentlichte. Es waren Geschichten vom Eifeler an sich, es war ein Stück Geschichte unserer Heimat, ein humorvoller Blick auf Land und Leute, der sich dabei stets um die ganz eigene Mundart der Eifeler drehte, die nur auf den ersten Blick dem „Kölschen“ ähnlich ist und so gar nichts mit dem breiten Öcher Singsang gemein hat.

Doch selbst im sprachlichen Mikrokosmos Eifel ist Platt noch längst nicht gleich Platt, gab und gibt es Unterschiede in Aussprache und Schreibweise, je nachdem ob der Begriff auf Raimund Palms Heimatdorf Konzen, aus Eicherscheid, Simmerath oder Strauch stammt. Gerne hat Raimund Palm diese Unterschiede in seinen Geschichten aufgezeigt und damit ein Stück Kulturgut im Monschauer Land gepflegt.

Im nun veröffentlichten vierten Band gibt es 99 weitere Plattgeschichten, die allesamt irgendwann in der beliebten Rubrik unserer Zeitungen gestanden haben, jedoch in keinem der bisherigen drei Bände des Platt-Büchleins veröffentlicht wurden, wie Andreas Palm versichert. „Wir waren anfangs sehr skeptisch, uns an diesen Nachlass heranzutrauen – schließlich gehören wir zu der Generation, über die unser Vater immer mit einem Bedauern sagte: Platt ist nicht mehr die Alltagssprache der Kinder und Jugendlichen“, erinnert sich Nicole Diefenthal.

Schließlich aber trauten sie und ihr Bruder sich doch, „neue“ Geschichten aufzustöbern und in Vaters reichhaltigem Bildarchiv nach passenden Fotografien zu suchen.

99 Geschichten sind es geworden, unterteilt in die Rubriken Haus & Hof, Mahlzeit, Feste & Feiern, Redensart, Kinderkram, Natur sowie Dies & Das, und allesamt verständlich geschrieben für jedermann. So wie ihr Vater verbinden auch Andreas Palm und Nicole Diefenthal mit der Herausgabe des Büchleins die Hoffnung, dass es zum Gespräch über die Eifeler Mundart anregt, im Familien- und Kollegenkreis, bei der Arbeit und vielleicht sogar in der Schule. Denn wie sagte Raimund Palm einmal so schön: „Die Sprache der heutigen Eifeler Generation ist Hochdeutsch mit Streifen...“

Den vierten Band der Plattgeschichten von Raimund Palm kann man für 9,95 Euro kaufen im Kaufhaus Victor in Imgenbroich und in der Buchhandlung am Rathaus in Simmerath, man kann es aber auch via Internet (Adresse siehe unten) bestellen.

Übrigens: Die Plattwörter am Anfang dieses Artikels stehen für Arbeit, Dummschwätzer und Ringelblumen, Pulswärmer, Schluckauf und Pantoffelheld...

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