Belgier bremsen bei Ausbau der Himmelsleiter

Von: P. St.
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Nichts geht im Moment mehr: Die Sperrung der B 399 sorgt neben der Sanierung der Himmelsleiter zurzeit ebenfalls für einen Aufschrei in der Bevölkerung. Die L 106 dient als einzige Ausweichstraße. Foto: Robert Flader

Nordeifel. Aus der Sicht der Eifeler Berufspendler sind der Worte genug gewechselt. Das Verkehrsaufkommen auf der B258 und der Monschauer Straße zwischen Fringshaus und Autobahnanschluss Lichtenbusch ist in den letzten Jahren immer intensiver geworden.

Nicht Schritt gehalten hat damit der Ausbau der Fahrbahn, im Gegenteil: Zwischen Roetgen und Fringshaus ist durch den Einbau von Leitschwellen vor genau zwei Jahren (im Volksmund Mäusetunnel genannt) die Situation auf der Fahrbahn auch nicht unbedingt besser geworden.

Derzeit steht der Landesbetrieb Straßenbau wieder einmal verstärkt im Blickpunkt der Öffentlichkeit, weil auf der Himmelsleiter zwischen Roetgen und Relais Königsberg eine Deckensanierung mit fast einer Million Euro stattfindet (wir berichteten), was in der Bevölkerung die Frage aufwirft, ob man dieses Geld nicht hätte sinnvoller einsetzen können.

Dem aber widerspricht Matthias Bächler, stellvertretender Leiter der Regionalniederlassung des Landesbetriebs Straßenbau in Aachen/Ville-Eifel, energisch. Es gehe nicht um die Alternative, ob man die Fahrbahn entweder saniere oder ausbaue, aber die Sanierung sei aus „technischen Gründen” dringend erforderlich gewesen.

Auch handele es sich um kein „finanzielles Problem”, da Mittel für den Ausbau der B258 Zur Verfügung stehen würden. Priorität genießt hier laut Bächler das Teilstück zwischen Fringshaus und Roetgen. Hier ist geplant, aus Richtung Lammersdorf gesehen eine lang gezogene Einfädelungsspur in Richtung Roetgen anzulegen. Weiterhin soll durch den Abbau der Mäusetunnel der Verkehrsfluss begünstigt werden.

„Planerisch sind wir soweit”, sagt Bächler, verweist aber darauf, dass der erforderliche Grunderwerb vom Königreich Belgien sich „schwieriger als erwartet” darstelle. Im Bereich von Fringshaus verspringe die Grenze „etwas merkwürdig”, sodass man auf belgischem Staatsgebiet planen müsse.

Mit der Gemeinde Raeren und und der Deutschsprachigen Gemeinschaft habe man bereits weitgehend Übereinkunft erzielt, aber da die Verwaltungsstruktur im Nachbarland anders aufgestellt sei, müssten auch noch weitere belgische Dienststellen beteiligt werden. Dennoch hoffe er, dass im nächsten Jahr konkret mit den Bauarbeiten begonnen würde.

Mit Sicherheit noch nicht im nächsten Jahr begonnen werde mit den Veränderungen (Kurvenbegradigungen, 2+1-Lösung) auf der Monschauer Straße zwischen Lichtenbusch und Kalkhäuschen. Matthias Bächler spricht hier von einer „mittelfristigen Maßnahme.” Man befinde sich noch im Entwurfsstadium. Das Planfeststellungsverfahren müsse abgeschlossen werden, wofür man zwischen zwei und fünf Jahren einkalkulieren müsse.

Auf der großen Himmelsleiter gebe es derzeit keine aktuelle planerische Aktivität. Bächler: „Es liegt kein Auftrag vor.” Daher könne man davon ausgehen, dass die Situation hier vorerst nicht verändert werde. Dies betreffe auch die Ortsumgehung Roetgen.

Obwohl diese Maßnahme immer noch im Bundesverkehrswegeplan aufgeführt sei, hänge die Umsetzung vom Konsens in der Bevölkerung ab. Diese Zustimmung ist aber aufgrund eines Grundsatzbeschlusses der Roetgener Gemeinderates, dass keine Ortsumgehung über Roetgener Gemeindegebiet führen, wohl nicht zu erzielen.

CDU/Grüne-Antrag zur Himmelsleiter

Kurzfristig auf die Tagesordnung der am Freitag, 17. September, 15 Uhr, stattfindenden Sitzung des Ausschusses für grenzüberschreitende Zusammenarbeit, Wirtschaftsförderung und Verkehr der Städteregion Aachen kommt das Thema „Baumaßnahmen auf der Himmelsleiter.” Dies hat der Monschauer Ratsherr Alexander Lenders „wegen der besonderen Dringlichkeit” gemeinsam für die CDU und die Fraktion der Grünen beantragt. Die Verwaltung wird gebeten, über die aktuellen Maßnahmen zu berichten.

Alexander Lenders hält fest: „Es kann nicht sein, dass die Himmelsleiter als wirtschaftliche Lebensader der Eifel nicht für die Zukunft ertüchtigt und ausgebaut wird.”

Optimistisch zeigt sich Lenders, was die Umsetzung der geplanten Maßnahmen auf der kleinen Himmelsleiter betrifft, aber auch die anderen Bereich bis zur Autobahn bedürften „intelligenter Lösungen.”

Im Ausschuss will Lenders auch das Thema B399 in Kalterherberg ansprechen. „Ich frage mich, warum wir diese Straße früher sanieren konnten, ohne eine Vollsperrung vorzusehen und das jetzt nicht mehr möglich sein soll.”
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