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Bei Schnee und Regen bleiben die Gäste weg

Von: Ernst Schneiders
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„Zimmer frei” konnte man in diesem Sommer vor allem rund um den Rursee häufiger lesen. Foto: imago/PHOTOMAX

Nordeifel. Die jüngsten Halbjahreszahlen des Statistischen Landesamtes für den Tourismus in den drei Nordeifelkommunen lassen nicht wirklich Freude aufkommen. Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter, auch Geschäftsführerin der Mon-Touristik, sieht im Minus von 5,4 Prozent bei den Gästeübernachtungen von Januar bis Juni allerdings „eine Verbesserung”.

Diese Art von Logik kann Margareta Ritter auch plausibel erläutern. Wegen des langen und strengen Winters seien die Monate Januar bis März für die Tourismusbranche „sehr schmerzhaft” gewesen. Nach einer leichten Erholung im April seit der Mai mit einem Plus von 33 Prozent bei den Übernachtungen ein sehr guter Monat gewesen.

Im Durchschnitt habe es aber immer noch ein Minus von rund acht Prozent gegeben. Wenn dieses Minus sich im Juni auf 5,4 Prozent reduziert habe, dann, so Ritter, sei dieser Monat erneut ein sehr guter, auch wenn detaillierte Zahlen noch nicht vorlägen.

„Sehr starker” Juli

Weil auch der Juli „sehr stark” war, ist die Geschäftsführerin überzeugt, „dass wir ins Plus kommen”. Anlass, kurzfristig als Reaktion auf die Zahlen an den Strukturen zu rütteln, sieht Margareta Ritter nicht: „Wir brauchen jetzt eine trockene Klassik. Dann sind wir alle wohlgestimmt, und dann wird es positiv weitergehen.”

In Aktionismus wird auch Sebastian Lindt, Geschäftsführer der Rursee-Touristik, trotz eines Rückgangs der Übernachtungszahlen um 15,5 Prozent im ersten Halbjahr 2010 nicht verfallen. Nach dem Rekordjahr 2009 mit erstmals mehr als 200.000 Übernachtungen in der Gemeinde Simmerath sei es jedem klar gewesen, dass man dieses Traumergebnis nicht halten, geschweige denn toppen könne, weil im vergangenen alles zum richtigen Zeitpunkt so war, wie man es sich gewünscht habe. Die Zahlen seien jetzt dabei, sich zu normalisieren, wozu der lange Winter und der teilweise verregnete Sommer ihren Beitrag geleistet hätten.

Kurzfristig storniert

Laut Lindt haben viele Gäste wegen des Wetters kurzfristig ihre Buchungen storniert. Auch sei die Fußball-Weltmeisterschaft den Gästezahlen nicht förderlich gewesen. Etliche Fans hätten sich das Turnier doch lieber zu Hause vor dem Fernseher angeschaut. Lindt: „Wegen der Zahlen bricht bei uns keine Hektik aus.” Das Angebot stimme und werde von den Betrieben und der Rursee-Touristik ständig attraktiver gestaltet.

So würden in den nächsten Monaten zwei Rursee-Schlemmer-Touren für Wanderer angeboten, „die ja auch nicht so wetterabhängig sind”. Sebastian Lindt: „Wenn wir jetzt noch einen schönen Herbst mit vielen Wanderern bekommen, sind wir zufrieden.”

In Roetgen ist nicht nur die Gästezahl mit einem Minus von 18,1 Prozent problematisch, sondern offensichtlich auch die Frage, wer in der Lage ist, diese Zahl zu interpretieren. Der Bürgermeister ist auf einem Seminar, die Fachfrau in Urlaub. „Keine belastbare Aussage möglich”, hieß es dazu im Rathaus.

Die ehrenamtlichen Damen von der Roetgen-Touristik wissen von nichts, und außerdem wird die Statistik angezweifelt, weil vermutlich nur die drei oder vier größeren Beherbergungsbetriebe im Ort erfasst seien. Da die Ferienhäuser und Ferienwohnungen aber so gut gebucht worden seien, müsse das Minus erheblich geringer sein. Doch auch das weiß niemand so genau.
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