Roetgen - Bei Kerzenschein aus der Sauna geleitet

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Bei Kerzenschein aus der Sauna geleitet

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:
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Ein Stromausfall kann ja so romantisch sein. Auch in Roetgen waren in der Phase völliger Finsternis Wachskerzen sehr begehrt und hilfreich. Foto: sm

Roetgen. Stockfinster war es am Mittwochabend in Roetgen. Nachdem die Trafostation der RWE sich kurz nach 22 Uhr verabschiedet hatte, wurden Taschenlampen und die übig gebliebenen Wachskerzen vom vergangenen Weihnachtsfest hilfreich.

Als kurz vor halb elf immer mehr Anrufe bei der Leitstelle im Aachener Polizeipräsidium aufliefen, wurden kurzfristig zusätzliche Streifenwagen in die 8500-Seelen-Gemeinde beordert, berichtete die Pressestelle am Donnerstag. Erst nach Mitternacht habe der gesamte Ort wieder am Netz gehangen.

Etwas früher brannten die Lichter bereits wieder in der Roetgen-Therme. Dennoch war das Sauna-Dorf, das bis Mitternacht geöffnet hat, wohl am härtesten betroffen. Zwei Pumpen, gekoppelt an das Filtersystem der Schwimmbecken, waren mangels Elektrizität nicht in Betrieb. Heißt: Das Wasser lief munter in den Keller.

Pegel bei 30 Zentimetern

Als die Roetgener Feuerwehr zu ihrem „einzigen Einsatz” an diesem Abend anrückte, stand der Pegel bereits bei etwa 30 Zentimetern, wie stellvertretender Wehrleiter Reiner Graff berichtete. Mit vereinten Kräfte wurde gepumpt, verriegelt und abgesperrt, so dass noch in der Nacht und Donnerstagmorgen mit der Reparatur begonnen werden konnte.

Da ganze Ausmaß des Schaden wird wohl erst in einigen Tagen feststehen, vermutet Semir Kurbegovic, einer der beiden Geschäftsführer der Therme. „Wir haben noch Glück im Unglück gehabt. Wenn Wasser in die Trafos gelaufen wären, dann hätten wir für einen Monat schließen müssen. Der wirtschaftliche Schaden wäre sehr hoch gewesen.”

So aber soll der Betrieb möglichst normal weitergehen. Checks und Reparaturen sollen unauffällig nebenher laufen. „Einige Einschränkungen wird es für einige Tage geben. Aber das Wichtigste funktioniert noch.”

Allerdings sei es zwischendrin sogar „ein wenig romantisch” zugegangen, beschreibt Kurbegovic die nicht alltägliche Situation, in der Sauna-Besucher mit Taschenlampen und bei Kerzenschein aus den noch warmen, aber stockdunklen Saunen geleitet werden mussten.

Deutliche Überspannung

Zur Ursache der Störung in der Trafostation Roetgen teilte Lambert Brosch von der RWE-Niederlassung Düren auf Anfrage am Donnerstag mit, dass das Malheur nach bisherigen Erkenntnissen vermutlich von einem Blitzeinschlag verursacht worden sei.

Durch diese gewaltige Energiemenge sei es zu einer deutlichen Überspannung im Netz gekommen und anschließend dann zu einem Kabelbrand, der etwa 21 Stationen, also ganz Roetgen, lahm gelegt habe. Brosch: „Die genaue Ursachenforschung ist noch nicht abgeschlossen.” Dem Bereitschaftsdienst sei es aber gelungen, in gut anderthalb Stunden die Stromversorgung im Ort wieder herzustellen. Brosch: „Da waren viele Leute unterwegs.”

Ein Fehlalarm im Rahmen des Stromausfalls lief bei der Polizei auf. Aus dem Supermarkt „Norma” an der Bundesstraße wurde ein Einbruch gemeldet, der aber keiner war.
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