Imgenbroich - Beeindruckender Dokumentarfilm über Imgenbroich uraufgeführt

Beeindruckender Dokumentarfilm über Imgenbroich uraufgeführt

Von: hes
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Auf ein gewaltiges Interesse stieß die Uraufführung des Dokumentarfilms über den Ort Imgenbroich.
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Vier Generationen von Imgenbroichern, ehemaligen Ortsbewohnern und Gästen verfolgten den Film, in dem auch sieben ältere „Ömscher“ aus dem reichen Schatz ihrer Erinnerungen berichten. Zwischen den Zeitzeugen: Filmautor Dirk Neuß.
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Imgenbroich. Was lange währt, wird endlich gut. Diese alte Weisheit trifft wohl auf den Dokumentarfilm zu, der die wechselvolle, mehr als 650-jährige Geschichte des Ortes Imgenbroich zum Thema hat. Rund vier Jahre verstrichen seit der ersten Idee zu diesem ehrgeizigen Projekt, ehe Dirk Neuß und das Team der in Konzen ansässigen Play Four Media Group das 70-minütige Stück Geschichte nun zur Uraufführung brachten. Doch das Warten hat sich gelohnt.

Im voll besetzten Bürger Casino Imgenbroichs wurden über 150 Gäste Zeugen einer professionellen Dokumentation über das einstige Tuchmacherdorf und das damals bis heute wirtschaftliche Herz der Stadt Monschau.

Die gute Stube Imgenbroichs konnte kaum allen Besuchern einen Platz bieten, so riesig war trotz Ferienzeit das Interesse am Heimatfilm der ganz besonderen Art. „Ömscher, Ex-Ömscher und auch viele Geschichtsinteressierte aus umliegenden Dörfern“ konnte Dirk Neuß dazu begrüßen und freute sich besonders, dass mit einer Altersspanne von 5 bis fast 94 Jahre glatte vier Generationen an diesem Abend vertreten waren.

„Imgenbroich – Der Film. Von Tuchmachern, Eseln und Windrädern“ hat Dirk Neuß die filmische Fleißarbeit überschrieben, zu der die Idee im Vorfeld der 650-Jahr-Feier in Imgenbroich im Jahr 2011 entstand. „Eine irrsinnige Idee“, wie er heute gesteht, angetrieben durch die Unkenntnis über den Ort, wo ich herkomme“, so der „Macher“ des Films. Der spontanen Idee folgte eine sehr lange, intensive Zeit der Recherche und Arbeit, „bei der ich in vier Jahren mehr über mein Heimatdorf gelernt habe als in 46 Jahren vorher“, meinte Neuß augenzwinkernd.

Das ganz große Problem sei dabei aber gewesen, dass man eigentlich für einen filmischen Beitrag überhaupt kein Material besessen habe. Dirk Neuß: „Es gibt über Imgenbroich keine bewegten Bilder aus der Kriegs- und Nachkriegszeit, die Aufbaujahre oder die Zeit des Wachstums zum Gewerbezentrum“.

Und so sei man dem Verein für Heimatgeschichte Imgenbroich e.V. sehr dankbar für das zur Verfügung gestellte Text- und Bildmaterial, dass man schließlich im Film habe verarbeiten können. „Und wir haben auf ein ganz großes Gut zurückgreifen können, nämlich auf Zeitzeugen, Imgenbroicher, die uns Einblick in den wertvollen Schatz ihrer Erinnerungen gaben“, freute Neuß sich, diese Hauptdarsteller auch am Abend der Premiere im Publikum zu wissen.

Historisch fundierte Beiträge steuerten zum Film die Heimatgeschichtskenner Toni Offermann und Dr. Elmar Neuß sowie der Geschäftsführer des Imgenbroicher Heimatvereins, Otto Drosson bei. Letzterer begleitete Dirk Neuß und das Filmteam von Play Four auch ins Düsseldorfer Landesarchiv, wo die Jahrhunderte alte Schriftrolle mit der ersten urkundlichen Erwähnung von „Ymgenbroich“ ruht. Von der Entstehung der Siedlung schlägt der Film die Brücke zum Mittelalter und zum Aufblühen des Ortes durch die Wolltuchherstellung und die bedeutenden Fabrikanten der Familie Offermann.

Nach dem Niedergang der Tuchfabrikation behält der Ort dennoch seinen Stellenwert als Wirtschaftszentrum – durch die Gründung der Molkereigenossenschaft und auch dank Forst-, Kolonial- und landwirtschaftlicher Winterschule. Das Ende der Ortschronik bildet dann das Wachsen Imgenbroichs durch Industriegebiete und Handel und ist mit den Plänen für das dritte Gewerbegebiet sogar hochaktuell.

Neben der eigentlichen Geschichte legt die Dokumentation den Fokus auf Kategorien wie Imgenbroicher Persönlichkeiten, das Vereinsleben, Kirchen oder auch Besonderheiten wie die volksmundliche Namensgebung im Ort. Szenenapplaus gab es während der Vorführung, als Rudi Neuß (übrigens der Vater des Autors) wortreich erklärte, warum eben nicht alle Menschen in Imgenbroich, die Neuß, Neuss oder Neuhs heißen, auch Neuß genannt werden, und die Filmemacher seine Ausführungen mit witzigen Effekten und Gimmicks ausschmückten.

Dunkler Tag der Geschichte

Natürlich ist im Film auch die schreckliche Kriegszeit, die ein Imgenbroich in Trümmern hinterließ, ein breites Thema. Bewegend die sehr persönliche Schilderung (in Mundart) von Hugo Pontzen über einen der traurigsten Tage der Ortsgeschichte, den 20. September 1944, als eine US-Granate das Lager der vor den Bomben in den Wald geflüchteten Frauen und Kinder von Imgenbroich traf und vier Menschen, darunter die Mutter des damals fünfjährigen Hugo Pontzen, in den Tod riss.

„Imgenbroich – Der Film“ ist ein bedeutsames heimatgeschichtliches Werk – ausgezeichnet recherchiert und gut redaktionell ausgearbeitet, kurzweilig und professionell produziert. „Und welches Dorf oder welche Stadt kann schon von sich sagen, eine solche Dokumentation zu besitzen?!“ freute sich Dirk Neuß über das positive Echo im Anschluss.

Selbst wer keinen großen Bezug zur Heimatgeschichte oder zum Ort hat, wird von der Machart begeistert sein – von Luftaufnahmen, Kameraführung, Effekten und Neuß‘ eigens komponierter Musik. Und wer ein Herz für Imgenbroich hat, der bekommt schon in der ersten Szene eine Gänsehaut, als die Kamera dicht über dem Boden die Grünentalstraße hoch nach Imgenbroich rast, und Balthasar Hürtgens Liebeserklärung zu lesen ist: „Ich bin auf dem Berge geboren, auf dem Berge ward ich Kind, meine Heimat, die traute, ist dort oben, wo vom Venn weht der herbe Wind.“

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