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Baustelle Simmerath: Der Zentralort verändert sein Gesicht

Von: Heiner Schepp
Letzte Aktualisierung:
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Der Simmerather Ortskern (hier 2007) steht vor nachhaltigen Veränderungen. Neben Rathausplatz, Bushof und Kammerbruchstraße sind nun auch Pläne für die (kleine) Hauptstraße und die Schmiedstraße sowie das Neubaugebiet Lohmühlenstraße in der politischen Diskussion. Foto: H. Schepp

Simmerath. Im Zentralort tut sich was. Zukunftsweisende Projekte, die das Ortsbild von Simmerath nachhaltig verändern werden, darüber hatte der Planungsausschuss der Gemeinde am Dienstagabend zu beraten. So ging es um die Neugestaltung einer Gebäudezeile an der „kleinen Hauptstraße“ (Kirchplatz) und um das Neubaugebiet im Bereich des alten Sportplatzes und der Josef-Jansen-Sportstätte.

„Hier soll einiges investiert werden“, umschrieb Bruno Löhrer, CDU-Sprecher im Planungsausschuss, die Pläne der Sparkasse, ihr Gebäude im Ortszentrum zu erneuern. Das Kreditinstitut hatte die Umgestaltung des Gebäudes in einem Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Die ersten Pläne und Ansichten des Wettbewerbsgewinners lagen dem Ausschuss nun zur Bebauungsplanänderung vor, wobei das in Simmerath ansässige Büro für Bauplanung und Projektsteuerung für die Nebendachflächen wie auch für das Hauptdach eine Flachdach-Form beantragt hatte. „Wenn zu der Planung Flachdächer dazu gehören, dann soll das eben so sein“, ließ Löhrer die Geschmacksfrage außen vor.

Nicht so Stephan Weber von der UWG. „Da wird der Ortskern mit einer klotzigen Flachdach-Gebäudezeile versehen“, meinte Weber und verwies darauf, dass die Planung nicht nur das heutige Sparkassen-Gebäude umfasse, sondern möglicherweise auch die daneben liegenden Geschäfte – einen Elektrohandel und eine Wäscherei. „Da verabschieden wir uns von einer ortstypischen Bebauung“, kritisierte der UWG-Vertreter, fügte aber gleich an: „Wir haben hier nicht über Geschmack zu entscheiden, sondern nur über Planrecht. Und wenn diese Form dem Wunsch des Bauherrn entspricht, dann ist dem so zuzustimmen“, sagte Weber, der sich bei der Abstimmung später aber ebenso enthielt wie die SPD-Vertreter.

Stephan Weber erinnerte sich an ein Seminar zum Thema „ortstypische Bebauung“, an dem die Kommunalpolitiker einst in Eicherscheid teilgenommen hätten. Dabei, so entgegnete Simmeraths Ortsvorsteher Stefan Haas, sei es aber in erster Linie um andere Orte der Gemeinde gegangen als um den Zentralort.

Lange Schallschutzwände

Ein weiterer Antrag, über den der Planungsausschuss zu beraten hatte, betrifft ein Gebiet nordöstlich vom Ortskern, im Bereich zwischen Schmiedstraße und Lehrer-Friesen-Straße. Hier werden durch Neufassung des Bebauungsplans neue Flächen für Wohnbebauung und Gewerbe geschaffen, wobei im Sinne des vorbeugenden Immissionsschutzes zwei 2,50 Meter hohe, massive Grenzmauern, 43 bzw. 52 Meter lang, zur Auflage gemacht werden. Wie die Verwaltung mitteilte, „ist zum jetzigen Zeitpunkt aber keine Erweiterung des dort ansässigen Metallbaubetriebs beabsichtigt“.

Schlussendlich hatte sich der Planungsausschuss am Dienstag mit den während der Offenlage eingegangenen Bedenken und Anregungen zum Bebauungsplan Lohmühlenstraße zu befassen. Im Neubaugebiet auf dem bisherigen Simmerather Sportplatz gebe es „das ein oder andere Problem mit der Entwässerung“, bewertete CDU-Sprecher Bruno Löhrer die ausführliche Stellungnahme der Städteregion zur Situation des Niederschlagswassers im Plangebiet. Jürgen Förster vom Bauamt der Gemeinde und Planer Bernd Becker bestätigten, dass sich im Zuge der Tiefbauplanung, insbesondere der Planung der Verkehrsflächen, gezeigt habe, dass auch aufgrund der hydrologischen Verhältnisse das Plangebiet um rund 60 Zentimeter angehoben werden sollte. „Dies hätte sowohl für die zukünftigen Grundstückseigentümer Vorteile bei der Bauwerksgründung als auch für die Gemeinde, da dadurch die Erschließungskosten geringer werden“, so die Verwaltung.

Eine andere Eingabe empfahl der Gemeinde, auf dem nördlichsten der rund 50 Baugrundstücke nur eingeschossige Wohnbebauung zuzulassen, um einem Konflikt mit dem direkt angrenzenden Tennisplatz aus dem Weg zu gehen.

Während Stephan Weber empfahl, die Parzelle deshalb besser ganz aus dem Plan zu nehmen, sahen Verwaltung und die Mehrheit im Ausschuss hier kein großes Problem: „Die Einschränkung einer nur eingeschossigen Wohnmöglichkeit wird so auch im Bebauungsplan und im Kaufvertrag stehen. Bei der Vermarktung wird sich dann zeigen, ob die Parzelle trotzdem das Interesse eines Käufers findet“, erläuterte Jürgen Förster, ehe ein Zwischenrufer anmerkte: „Vielleicht kauft es ja ein Tennisspieler!“

Die übrigen Grundstücke werden durch eine drei Meter hohe und 35 Meter lange Lärmschutzwand zu den Tennisplätzen des TC Simmerath hin abgegrenzt, ansonsten wird das Lärmproblem durch die Ausweisung einer ausgedehnten Grünzone gelöst, in die auch das Regenrückhaltebecken und ein Spielplatz integriert werden sollen.

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