Roetgen - Baumfällaktion Mühlenstraße: FDP spricht von „versuchtem Kahlschlag”

Baumfällaktion Mühlenstraße: FDP spricht von „versuchtem Kahlschlag”

Von: ess
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Zwei alte Eichen mussten an ei
Zwei alte Eichen mussten an einer Baustelle in der Mühlenstraße in Roetgen gefällt werden, weil dort, wo sie standen, drei Zweifamilienhäuser errichtet werden sollen. Die Gemeinde geht davon aus, dass es später auf dem bebauten Terrain Ersatzpflanzungen gibt. Foto: Ernst Schneiders

Roetgen. Für große Aufregung sorgte dieser Tage ein kleiner Baumfällertrupp in Roetgen: Frühmorgens um 7 Uhr wurden Anwohner der Mühlenstraße durch laute Geräusche aus dem Schlaf gerissen.

Beherzt und noch etwas schlaftrunken machten sie sich auf die Suche nach der Ursache des Lärms, der so jäh ihre Nachtruhe beendet hatte.

Eine couragierte Bewohnerin hatte die Quelle des Übels schnell ausgemacht, berichtet die FDP, die sich der Sache angenommen hat: Auf einer Baustelle war ein Baumfällertrupp gerade dabei, alte Eichen zu fällen. Zwei der alten Bäume hatten sie schon gefällt. Dort, wo die beiden Eichen gestanden hatten, schien die Frage nach der Notwendigkeit der Fällaktion offensichtlich noch ungeklärt zu sein. Ungeklärt schien laut FDP-Darstellung auch für die Holzfällerkolonne die Frage nach der Grundstückgrenze zu sein.

Rasch wurde der Bereitschaftsdienst der Gemeindeverwaltung hinzugerufen. Als Michael Linzenich eingetroffen war, hatte der auswärtige Holzfällertrupp seine Arbeit bereits eingestellt und sich vermutlich wieder unverrichteter Dinge heimwärts begeben, mutmaßen die FDP-Politiker.

Über einen „versuchten Kahlschlag” echauffierten sich die Liberalen. Franz-Josef Zwingmann, FDP-Fraktionschef im Gemeinderat: „Es ist fraglich, ob mindestens eine der gefällten Eichen nicht hätte gefällt werden dürfen, denn sie stand in der Böschung zum östlich gelegenen Hohlweg. Aber auch der zweite gefällte Baum, so scheint es, könnte noch auf Grund und Boden der Gemeinde Roetgen gestanden haben.”

Die Angelegenheit hat sich inzwischen aufgeklärt. Wie Heinz Mertens, Allgemeiner Vertreter des Roetgener Bürgermeisters, auf Anfrage unserer Zeitung erklärte, habe es bereits bei der Einrichtung der Baustelle an der Mühlenstraße Rodungen gegeben. Mit der Bauherrin, die auf dem Terrain drei Zweifamilienhäuser errichten will, habe sich die Gemeinde auf Ersatzpflanzungen verständigt. Darum werde es auch nach der neuerlichen Fällaktion gehen. „Es ist schade um jeden alten Baum”, bedauerte Heinz Mertens, doch die beiden Eichen hätten weichen müssen, „weil genau dort später ein Haus stehen wird”.

Die Fällaktion sei mit der Bauaufsicht der Städteregion abgestimmt, werde auch dort bedauert, sei aber unausweichlich gewesen. Auf dem später dann bebauten Areal werde hinreichend Platz für Ersatzpflanzungen sein, ist Mertens überzeugt.

Eine Baumschutzsatzung gibt es in Roetgen nicht, doch wird nach Worten des Bürgermeister-Stellvertreters derzeit in den Fraktion darüber diskutiert, eine solche Satzung zu erlassen.

Mertens: „Es soll keine Satzung werden, in der jeder Baum mit einem Durchmesser von mehr als x Zentimetern geschützt wird, sondern das Ortsbild prägende Bäume.”
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