Baum aus Paustenbach für Amsterdam

Von: Peter Stollenwerk
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Ein Prachtexemplar wird flach gelegt: Eine 22,5 Meter große Weißtanne wurde jetzt in der Paustenbacher Vennstraße gefällt. Sie wird als zentraler Weihnachtsbaum in Amsterdam wieder aufgestellt. Foto: P. Stollenwerk

Eifel. Wenn an diesem Wochenende ein stattlicher Weihnachtsbaum im Zentrum der niederländischen Metropole Amsterdam errichtet wird, dann hat auch die Eifel wesentlichen Anteil daran, dass der Platz vor dem Bahnhof in strahlendem Lichterglanz erscheint.

Die 22,5 Meter hohe Weißtanne stammt aus Paustenbach und wurde in einer aufwendigen Aktion per Tieflader aus der Paustenbacher Vennstraße in die Grachtenstadt transportiert, um hier als zentraler Baum die Menschen in der Vorweihnachtszeit zu erfreuen.

Die Weißtanne ist ein wahres Prachtstück und hatte seit exakt 53 Jahren ihren Platz an der Abzweigung Paustenbacher Straße/Vennstraße. Der Baum wurde im gleichen Jahr gepflanzt, als das Wohnhaus auf dem Grundstück errichtet wurde. Doch Hausbesitzer Armin Mathar beobachtete das Wachstum der mächtigen Tanne in den letzten Jahren mit immer größer werdender Sorge, denn die ausladende Krone näherte sich bedenklich einer Stromleitung.

So kam der Besuch einer niederländischen Spezialfirma, die sich auf das Sichten und Liefern von XXL-Weihnachtsbäumen spezialisiert hat, in diesem Sommer gerade recht. Die Experten für Prachtexemplare sind praktisch das ganze Jahr über in Ostbelgien, dem Sauerland und der Eifel unterwegs, um Ausschau nach besonders gut gewachsenen Nadelhölzern zu halten. Im Wald sind Weihnachtsbaumfinder aber nie zu finden. Denn nur einzeln gewachsene Bäume, die ihre Äste in voller Pracht bis in Bodennähe entfalten können, erfüllen die Voraussetzungen, um als repräsentativer Weihnachtsbaum in Großstädten zum Einsatz zu kommen.

So mancher Hausbesitzer ist durchaus froh, wenn ihm jemand des Last des Baumes abnimmt und ihn auch noch zügig entsorgt. So ist für die Besitzer der Bäume auch kein großes Geschäft zu machen. Das weiß auch Armin Mathar, „aber dafür habe ich ja den Vorteil, dass auf meinem Grundstück eine Gefahrenstelle beseitigt wird“.

Das Fällen und Verladen des Baumes wurde routiniert abgewickelt. Per Kran wurde die Tanne nach dem Absägen in die Höhe gehoben, auf die Straße gesetzt und dann sanft auf den Tieflader geschoben.

1,5 Kilometer Lichterkette

Kranführer Hubert Tussing vom Simmerather Unternehmen Rudi Henn staunte dennoch nicht schlecht, als er die Tanne an der Angel hatte, und sein Bordcomputer ein Gewicht von stolzen 9,5 Tonnen anzeigte. Der erfahrene Kranführer, der gemeinsam mit dem holländischen Unternehmen in diesem Winter bereits ein halbes Dutzend Riesentannenbäume in der Region verladen hat, wusste, dass knapp 200 Zentner für einen Baum dieser Größenordnung nicht stimmen können. Normalerweise ist es die Hälfte an Gewicht. Doch für die extreme Gewichtszunahme des Paustenbacher Baumes hatte Tussing natürlich schnell eine Erklärung: Bedingt durch den Eifeler Eisnebel der vergangenen Tage hatte sich tonnenweise Eis im Baum angesammelt.

Bis zum Aufstellen des Baumes in Amsterdam aber dürfte sich der Eispanzer verflüchtigt haben – und wenn nicht, dann wird die insgesamt 1,5 Kilometer lange Lichterkette, mit der der Baum umwickelt wird, den Rest besorgen.

Wer übrigens einmal sehen möchte, wie die stattliche Weißtanne aus Paustenbach in Amsterdam zur Geltung kommt, wird bei der Suche im Internet bestimmt fündig.

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