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Barweiler-Wallfahrt: Alte Tradition bald in einem neuen Gewand?

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Zum 259. Mal fand die Wallfahrt nach Barweiler statt und seit 259 Jahren übernehmen Männer das Amt des Brudermeisters. Noch hat sich keine Frau gemeldet. Foto: Peter Stollenwerk

Steckenborn. Seit mehr als 250 Jahren pilgern Menschen aus Steckenborn nach Barweiler, zur Gottesmutter mit der Lilie. Heute vor einer Woche haben sich die Pilger wieder auf den Heimweg gemacht. Das Wetter hätte nun wahrlich besser sein können, aber es hat auch schon schlimmere Jahre gegeben.

Mittlerweile sind Blasen und eventuelle Blessuren geheilt. Rund 130 Kilometer haben die Pilger, die vier Tage unterwegs waren, zurückgelegt.

Und eigentlich war auch in diesem Jahr alles wie immer. Eigentlich, denn Pastor Michael Stoffels trug eine neues Gewand und auch die Barweiler-Musikkapelle hatte erstmals ein einheitliches T-Shirt an. Außerdem gab es da eine Bemerkung von Pastor Michael Stoffels, die eben doch irgendwie anders war und während der Messe für spontane und unübliche Reaktionen gesorgt hat.

Bei der Ehrung der Jubilare sprach der Pastor über einen innovativen Vorschlag aus der Pilgerschaft. Da die Brudermeister nicht jünger werden und ihnen der Nachwuchs irgendwann ausgehen könnte, hatte ein Pilger vorgeschlagen, dass ja auch Frauen den Job übernehmen könnten. Eine innovative Idee, die mit einer sehr alten Tradition brechen würde.

Der Applaus während der Messe war groß, aber bisher hat sich noch keine Frau beim Präfekten Ludwig Poschen gemeldet. Bei Prozessionen aus anderen Orten, die in Barweiler ankommen, sind Frauen in dieser Position schon Gang und Gäbe.

Auch seitens der katholischen Kirche bestehen dagegen keinerlei Einwände, wie Pastor Michael Stoffels versichert. Dieses Amt könnten Frauen problemlos bekleiden. „Es gibt keinen vernünftigen Grund der dagegen spricht”, so Stoffels. Aber wie heißen die eigentlich? Brudermeisterin? Oder Schwestermeisterin? Darauf wusste auch der Pastor keine rechte Antwort.

Auch nach 259 Jahren erfreut sich die Wallfahrt größter Beliebtheit. Am zweiten, dem begehrtesten Pilgertag, zogen 176 Personen in der Prozession durch die Eifel. Die Wallfahrt nach Barweiler ist ein fester Termin im Jahreskalender viele Leute - jung und alt - aus Steckenborn und Umgebung. Sogar aus Berlin kommt eine Pilgerin jährlich in die Eifel, um an der Prozession teilzunehmen

Auch Menschen, die selten in der Kirche zu sehen sind, pilgern mit. Man kann die Seele baumeln lassen und für manch einen Pilger ist die Reise auch eine sportliche Herausforderung. Und wenn nicht gebetet wird, wird viel gelacht und gescherzt. „Außerdem spricht man mit Leuten aus dem Dorf, mit denen man sonst das ganze Jahr über nicht ins Gespräch kommt”, erzählt Präfekt Ludwig Poschen. Es entsteht ein besonderer Zusammenhalt. Gemeinsam wird der Weg gemeistert.

Die Kapelle, die die Prozession begleitet, spornt an. Alles zusammen macht die Wallfahrt zu dem, was sie ist. „So eine schöne Wallfahrt habe ich noch nie mitgemacht”, hat ein Pilger, der zum ersten Mal dabei war, gesagt.
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