Simmerath - Bald schon will der Fuß-Patient wieder Walzer tanzen

Bald schon will der Fuß-Patient wieder Walzer tanzen

Letzte Aktualisierung:
fußzentrum-bu
Patient Hans-Peter Burmeister mit (v. li.) Dr. Alexander Sikorski (Fuß-Chirurgie), Robert Schweitzer (Orthopädie-Techniker und Bandagisten-Meister) sowie Udo Mey (Bereichsleitung, Wundexperte). Foto: Eifelklinik

Simmerath. In einer aufwändigen Operation hat der Ärztliche Leiter des Malteser Fußzentrums, Dr. med. Alexander Sikorski, gemeinsam mit dem Team der Eifelklinik St. Brigida in Simmerath die Amputation eines so genannten Charcotfußes verhindert, einer gefürchteten Komplikation der Zuckerkrankeit (Diabetes mellitus).

Am vergangenen Wochenende konnte Patient Hans-Peter Burmeister aus dem Krankenhaus entlassen werden. Die Eifelklinik behält er in guter Erinnerung.

Mehr als drei Jahre lang litt der 66-jährige Pensionär aus Köln unter einer Deformierung seines linken Fußes; heute freut er sich bereits darauf, wieder ganz normal laufen zu können. Dabei war diese Entwicklung noch vor kurzer Zeit eher unwahrscheinlich, als ihn sein behandelnder Arzt an das Malteser Fußzentrum in Rheinbach verwies. Diagnose: Charcotfuß.

Hier handelt es sich um eine so genannte „diabetische Neuropathie”. „Die Nerven im Fuß sterben langsam ab. Dadurch wird dieser weitestgehend gefühllos”, erklärt Dr. med. Alexander Sikorski, Ärztlicher Leiter des Fußzentrums. „Meistens sind die Betroffenen Diabetiker. Durch die Gefühllosigkeit überlasten sie auf Dauer Teile des Fußes, die gar nicht darauf ausgelegt sind, dass darauf gelaufen wird. Nach und nach wird so das Fußskelett durch die schmerzfreie Fehlbelastung zerstört.”

So auch bei Hans-Peter Burmeister. Dabei hatte er es im Jahr 2007 eigentlich nur mit einem entzündeten Hühnerauge am linken Fuß zu tun. Doch schnell lief der kleine Zeh blau an - und schon war es auch zu spät. Als der Kölner am nächsten Morgen aufwachte, hatte sich die Zehe schwarz verfärbt und war nicht mehr zu retten.

Wichtige Sehne durchtrennt

Der Verlust hatte mehrere Operationen zur Folge - bei einer davon wurde eine wichtige Sehne für den Fuß durchtrennt. Da das natürliche Schmerzempfinden bei ihm nicht funktioniert, lief der Diabetiker, ohne es zu bemerken, immer stärker auf der Fußaußenseite und verlor dadurch seine natürliche Fußstellung. Eine Orthese (Kurzwort aus „orthopädisch” und „Prothese”) verlangsamte die Entwicklung, ganz aufhalten konnte sie sie jedoch nicht: Der Fuß wurde immer krummer.

Im Sommer dieses Jahres schließlich musste eingegriffen werden. Da hatten sich bereits Wunden gebildet, die den Fuß geradezu durchlöchert hatten. So entstand schließlich der Kontakt zu Dr. Sikorski.

Mit dem Malteser Fußzentrum leitet der Spezialist für Chirurgie, Unfallchirurgie und Fußchirurgie eines von gerade einmal vier Zentren in ganz Deutschland, in denen Charcotfüße behandelt werden können und weist damit eine enorme Erfahrung in diesem Fachbereich auf. Viele der eingesetzten Geräte und Platten hat Dr. Sikorski im Laufe seiner ärztlichen Tätigkeit sogar selbst entwickelt.

Der Patient äußert sich begeistert: „Das Team in Simmerath war wirklich erstklassig. Von der Operation bis hin zur Wundbehandlung habe ich mich in der Eifelklinik jederzeit bestens aufgehoben gefühlt. Vor allem auch die Kommunikation der Ärzte und Abteilungen untereinander ist mir besonders positiv aufgefallen.”

Trotz allem freut sich der 66-Jährige nun natürlich, wieder zu Hause zu sein. Weitere Operationen stehen voraussichtlich nicht mehr an - zumal der Wundheilungsprozess bereits hervorragend fortschreitet. Und so rückt Hans-Peter Burmeisters nächster Wunsch in nicht allzu ferne Zukunft: „Ich freue mich schon darauf, mit meiner Frau den nächsten Walzer zu tanzen!”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert