Nordeifel - Bald gibt es wieder Baumwarte für die Streuobstwiesen

Bald gibt es wieder Baumwarte für die Streuobstwiesen

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Die Streuobstwiesen sollen wieder besser gepflegt und auch wirtschaftlicher genutzt werden (z.B. zur Saftproduktion). Dafür steht das Leader-Projekt.

Nordeifel. „Die Pflege der Streuobstwiesen ist aktiver Naturschutz und Erhaltung der alten Kulturlandschaften gleichermaßen”, beschreibt Herbert Theißen, stellvertretender Leiter der Biologischen Station im Kreis Aachen, das Hauptanliegen des neuen „Kompetenznetzwerks Streuobstwiesen”.

In den 15 Kommunen der „Leader-Region” Eifel werden bestehende Initiativen aus den Bereichen Obstbaumpflege, Vermarktung, Obstproduktion und Naturschutz miteinander vernetzt. „Leader” ist ein Förderprogramm der EU für den ländlichen Raum (wir berichteten). Leader kommt aus dem Französischen und bedeutet: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft.

„Es fördert innovative Projekte, die nicht durch andere Förderprogramme abgedeckt sind”, erklärt Alexander Sobotta, Manager der Lokalen Aktionsgruppe Naturpark Eifel.

Saftpresse auf Hochtouren

Das Kompetenznetzwerk widmet sich aktiv dem Erhalt und der Ausweitung von Streuobstwiesen und wird von „Leader” mit rund 100000 Euro gefördert.

Bei der Vorstellung des Netzwerks in der Biologischen Station in Stolberg arbeitete die mobile Saftpresse auf Hochtouren. Seit zehn Jahren können die Anlieferer ihr eigenes Obst bringen und nehmen dann den daraus gepressten Saft haltbar und gut verpackt mit nach Hause. Zur Einweihung des „Kompetenznetzwerks Streuobstwiesen” verköstigten die Gäste Saft und Apfelkuchen, natürlich von Streuobstwiesen, und konnten sich somit ein geschmackliches Bild vom praktischen Nutzen der schützenswerten Kulturlandschaft machen.

Projektkoordinatorin des Netzwerks, das sich von Monschau über Bad Münstereifel, Blankenheim und Dahlem streckt und insgesamt 15 Kommunen einbindet, ist Ursula Gerke. Sie lebt seit 20 Jahren in der Eifel und ist Baumschulmeisterin, die in landwirtschaftlichen Fachzeitschriften Gartentipps und Fachbeiträge veröffentlicht. „Das Kompetenznetzwerk soll Begeisterung für die Streuobstwiesen wecken. Es will helfen, dass Gleichgesinnte sich finden, austauschen und organisieren können. So werden wir beispielsweise Kontakte zwischen Obstwiesenbesitztern und Interessenten ohne eigene Wiesen herstellen oder die alte Tradition der Baumwarte wieder aufleben lassen”, erklärt Gerke.

Früher gab es Baumwarte

In der Eifel gab es bis in die 1940er Jahre Baumwarte, die Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Obstwiesen waren. Innerhalb des dreijährigen „Leader”-Projektes werden in Schulungen, Seminaren und regelmäßigen Fortbildungen Obstbaumwarte qualifiziert, um langfristig vor Ort als Fachleute zur Verfügung zu stehen. Sie informieren über Fördermöglichkeiten, leisten Unterstützung bei Baumschnitt und Neuanlage und tragen als kompetente Ansprechpartner zur Pflege und zum Erhalt der Streuobstwiesen bei.

Ihre Tätigkeit können sie sowohl beratend als auch praktisch ausführen und als Dienstleitung anbieten, z. B. bei Sortenwahl, Anlage und Planung einer Obstwiese, Pflege von Alt- und Jungbäumen usw. Die Qualifikation zum Obstbaumwart ermöglicht somit auch neue berufliche Perspektiven.
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