„Bahnhof Roetgen“ sorgt für Verwirrung

Von: Alexander Barth
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Verwirrend? Der Unterstand „Bahnhof Roetgen“ an der Vennbahntrasse steht rund einen Kilometer vom Bahnhof entfernt. Foto: A. Barth

Roetgen. Regen, Sonne oder einfach nur das plötzliche Bedürfnis nach Rast – die „verlorenen Waggons“ sollen ein Dach über den Kopf bieten in fast jeder Lebenslage, die sich auf dem Radweg entlang der ehemaligen Vennbahntrasse bietet. Sieben stählerne Stationen stehen an wichtigen Punkten der längst verschwundenen Bahnstrecke.

Auch in Roetgen steht so ein stilisierter Waggon. „Bahnhof Roetgen“ steht auf dem Hinweisschild. Das ist allerdings leicht irreführend, steht der Waggon doch rund einen knappen Kilometer vom alten Bahnhof entfernt – anders als etwa in Lammersdorf, Konzen oder Monschau, wo die neuen Unterstände in unmittelbarer Nähe der alten Stationen aufgestellt wurden.

Dass der 4,50 Meter breite stählerne Unterstand, mit Bänken ausgerüstet und mit seiner Bauweise an einen alten Eisenbahnwaggon erinnernd, so weit entfernt vom ursprünglichen Standort des Roetgener Bahnhofs aufgestellt wurde, dürfte zumindest Einheimische irritieren. Dirk Meyer, Leiter des Bauamtes der Gemeinde Roetgen, hat dafür eine relativ simple Erklärung. „Wir haben den Waggon auf einem Grundstück aufgestellt, das der Gemeinde gehört. Damit sind wir erheblichem Zeit- und Verwaltungsaufwand aus dem Weg gegangen“.

Denn der alte Bahnhof Roetgen befindet sich auf belgischem Hoheitsgebiet, seit Roetgen nach dem ersten Weltkrieg zur Grenzgemeinde wurde. Gespräche mit der belgischen Verwaltung im Vorfeld des Baus der Unterstände hätte es gegeben, sagt Meyer. Aber es musste eben schnell gehen. „Die Gespräche mit der belgischen Seite hätten sich sicher noch hingezogen. Wir waren in der Situation, Fristen für die Fördergelder einhalten zu müssen, indem wir den Waggon zeitig aufstellen.“

Die ursprüngliche Idee, den „verlorenen Waggon“ in der Nähe der Wanderstation und des Pferdeweihers aufzustellen, und damit näher an das Bahnhofsgebäude heranzurücken, habe man zwischenzeitlich aufgeben müssen, sagt Dirk Meyer. „Das Areal ist gestalterisch schon ziemlich dicht, das hätte ohnehin nicht gepasst.“ So werden Radler und Wanderer also weiterhin am „neuen“ Bahnhof Rast machen – während die Roetgener ihren einstigen Bahnhof auch künftig 900 Meter weiter vorfinden werden.

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