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B258: Protestlaken gegen Windpark hängt wieder

Von: Robert Baumann
Letzte Aktualisierung:
Die Bürgerinitiative Schmitho
Die Bürgerinitiative Schmithof will mit Transparenten, wie hier am „Gut Kalkhäuschen”, die Öffentlichkeit über den geplanten Windpark im Münsterwald aufmerksam machen. Foto: Robert Baumann

Nordeifel. Es ist wieder aufgetaucht - allerdings mit neuer Aufschrift. Das „verschollene” weiße Laken an der Bundesstraße 258 hängt jetzt aber nicht mehr aufgespannt zwischen den Bäumen an der Himmelsleiter, sondern kurz vor dem Hotel Relais Königsberg am „Gut Kalkhäuschen”.

Die in orange-gelben Lettern aufgepinselte Botschaft ist wie schon vor ein paar Wochen eindeutig: „Nacken und Baal hacken den Wald kahl.”

Diesmal war der „Aufhänger” aber schnell ausfindig zu machen. Mitglieder der Bürgerinitiative Schmithof haben das Laken angebracht, um ihren Protest gegen den geplanten Windpark im Münsterwald entlang der Himmelsleiter zum Ausdruck zu bringen. Persönlich verantwortlich für das heftig umstrittene Bauprojekt machen sie dabei immer wieder Aachens Baudezernentin Gisela Nacken und Harald Baal, Vorsitzender des Planungsausschusses.

„Wir haben es so aufgehangen, dass man es gut lesen kann und wollen damit die vielen Autofahrer auf die Problematik aufmerksam machen. Die Leute sollen aufgeweckt werden und sich Gedanken zu dem Thema machen”, erklärt Karl Merten von der Bürgerinitiative Schmithof die Intention der Aktion. „Über 10.000 Bäume sollen abgeholzt werden. Das ist ein enormer Eingriff in den Wald und es werden riesige Flächen zerstört”, empört er sich.

Und auch für das Anbringen des ersten Lakens zeigt sich die Bürgerinitiative mittlerweile verantwortlich. Dieses hing zwei Tage an der Himmelsleiter, weiträumig eingezäunt von rot-weißem Absperrband. „Damit wollten wir einmal zeigen, welche große Fläche nur ein Windrad beansprucht”, sagt Merten.

So schnell wie das Laken damals aufgehangen wurde, so schnell war es dann aber auch schon wieder verschwunden. Die Erklärung: Mitarbeiter vom Gemeindeforstamt der Stadt Aachen hatten das provokante Laken entfernt. „Das Forstamt ist für die Pflege des Waldes zuständig und Plakate haben im Wald nichts zu suchen. Außerdem sind Böswilligkeiten darauf zu lesen gewesen, die man seitens der Stadt nicht gerne liest”, sagt Harald Beckers vom Presseamt der Stad Aachen. Die Entscheidung, das Laken zu entfernen, habe das Forstamt völlig eingenständig und ohne Anordnung der Stadt entschieden, versichert Beckers.

Für das Laken am Gut Kalkhäuschen muss das Forstamt nicht ausrücken. Abgesehen davon, dass kein Waldstück betroffen ist, hat die Bürgerinitiative angekündigt, es schnellstmöglich zu entfernen. Dabei sollten die Bürger-Initiativler das Laken bereits am Montag abhängen - so lautete die mit der Besitzerin von Gut Kalkhäuschen getroffene Absprache.

Ob die Mitglieder der Bürgerinitiative in naher Zukunft mit einem weiteren Protestlaken aufwarten, ist noch fraglich. Die große Empörung über den geplanten Bau der Windanlagen lässt aber weitere Aktionen vermuten. „Wir sind nicht grundsätzlich gegen Windkraft. Dafür aber große Waldflächen abzuholzen macht keinen Sinn. Man sollte die Windräder besser auf die Wiesen bauen, dort wird nicht soviel kaputt gemacht”, sagt Merten. „Das Waldgebiet bietet einen Lebensraum für eine vielfältige Tierwelt und wird von den Menschen stark frequentiert - ein Naherholungsgebiet erster Güte.”
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