Nordeifel - B258: Kaum Applaus für den Kompromiss

B258: Kaum Applaus für den Kompromiss

Von: Heiner Schepp
Letzte Aktualisierung:
7064110.jpg
Im politischen Raum sind die Reaktionen auf den Kompromissvorschlag, die Monschauer Straße nur dreispurig auszubauen, wenig euphorisch. Foto: Schepp

Nordeifel. Die Bundesstraße 258 zwischen Kalkhäuschen und Autobahnauffahrt Lichtenbusch: Neben Roetgen ist die Monschauer Straße das Nadelöhr schlechthin auf dem täglichen Weg vieler Pendler aus der Nordeifel ins Oberzentrum nach Aachen oder Richtung A44. Seit Jahren aber wird über Verbesserungen der Durchlässigkeit dieses Engpasses im politischen Raum nur diskutiert, begutachtet und Wahlkampf betrieben.

Weil sich in der Sache nichts tut, frohlockten vergangene Woche die beiden höchsten Verwaltungsbeamten unserer Region, Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp und Städteregionsrat Helmut Etschenberg, dass „nun endlich Bewegung in die Sache“ komme, als sie einen gemeinsamen Kompromissvorschlag vorstellten mit der Maßgabe: Lieber ein „Ausbau light“ als noch zehn Jahre Streit.

Im politischen Raum aber sind die Reaktionen auf den Kompromiss weniger euphorisch. „Die gemeinsame Erklärung der Verwaltungschefs ist sicher ein gutes Signal, und es stimmt mich optimistisch, dass der oberste Repräsentant der Stadt Aachen schon mal für einen Ausbau in der bisherigen Trasse plädiert“, sagte Stadtverbandsvorsitzender Alexander Lenders am Donnerstagabend beim Parteitag der Monschauer Christdemokraten in Rohren.

Gleichwohl ärgere ihn die „totale Blockadehaltung der Stadt Aachen“, die insbesondere von der grünen Dezernentin Nacken betrieben werde. „Der Landesbetrieb Straßen.NRW hat einen hervorragenden Planentwurf vorgelegt, der alle Interessen berücksichtigt. Aber die Stadt Aachen lässt uns am langen Arm verhungern und schert sich einen Teufel um die Menschen aus dem Südkreis, die ins Oberzentrum wollen“, schimpfte Lenders, der bedauerte, dass mit Edgar Klein der „Macher“ des Plans nun im Ruhestand sei und somit ein vehementer Befürworter des vierspurigen Ausbaus nicht mehr zur Verfügung stehe.

Mathar: Falsche Bescheidenheit

Auch die am Donnerstagabend zeitgleich in Konzen tagende SPD sieht beim angestrebten Kompromiss die Interessen der Eifel nicht berücksichtigt: „Ich hoffe, mit der ‚Bescheidenheit‘, von der in der Erklärung die Rede ist, möchte Herr Etschenberg nicht seine Zurückhaltung bei der Durchsetzung Eifeler Interessen gegenüber Philipp zum Ausdruck bringen“, unkte Fraktionschef Gregor Mathar vor den Monschauer Genossen und liegt damit auf einer Wellenlänge mit seinem Parteikollegen und Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling, der sich ebenfalls diese Woche zum Kompromiss gemeldet hat.

Kämmerling spricht von einer „einsamen Entscheidung der beiden Verwaltungschefs“ und hält es „speziell im Interesse der Menschen aus der Nordeifel für unangemessen, die Chance auf einen vierspurigen Ausbau ohne Not zu opfern.“

Auch für Stefan Kämmerling ist Bewegung in der Sache grundsätzlich gut: „Aber bitte in die richtige Richtung. Eine Entscheidung für einen nur dreispurigen Ausbau geht in die falsche Richtung. Nach wie vor erachte ich die Pläne des Landesbetriebs Straßen.NRW für einen vierspurigen Ausbau als optimale Lösung. Die Verkehrsströme würden optimal abgeleitet, und dem Lärmschutz für die Anwohner würde nach allen Regeln der aktiven und passiven Lärmschutztechnik Rechnung getragen werden“, so der Landtagsabgeordnete.

Auch Städteregionsrat Helmut Etschenberg, ebenfalls am Donnerstagabend anwesendes Mitglied des CDU-Stadtverbandes Monschau, nahm in seinem Vortrag Stellung zum viel diskutierten Thema „Monschauer Straße“. Er warb um Verständnis und mahnte zur Geduld: „Lieber ein vernünftiger Kompromiss als weitere vier Jahre mit neuen Gutachten“, sagte Etschenberg und kündigte weiteren Fortgang in der Sache an: „Es wird in Kürze ein Sechs-Augen-Gespräch zwischen Landesbetrieb, OB und mir geben, in dessen Rahmen uns dann auch die Pläne vorgestellt werden. Und dann sehen wir weiter“, sagte der Städteregionsrat am Donnerstag.

Leserkommentare

Leserkommentare (4)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert