Autofahrer aufgepasst: Hohe Wildunfallgefahr in der Dämmerung

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Wildunfälle, wie hier zwischen Fringshaus und Roetgen, müssen auch in der Nordeifel immer wieder aufgenommen werden. Die Kreisjägerschaft hat nun Tipps gegeben, wie solche Kollisionen zu vermeiden sind oder weniger schwerwiegend ausfallen. Foto: Heiner Schepp

Nordeifel. Ein Großteil der Wildunfälle passiert in den frühen Morgen- oder den Abendstunden, denn in der Dämmerung sind Reh, Wildschwein und Co. besonders aktiv. Vor allem Bereiche zwischen Waldgebieten und Feldern sind Unfallschwerpunkte. Hier muss das Wild zur Aufnahme von Futter überwechseln. Deshalb bittet die Kreisjägerschaft Aachen alle Autofahrer, derzeit besonders achtsam zu sein.

„Ein Reh von circa 20 Kilogramm hat bei einer Geschwindigkeit des Fahrzeugs von 100 Kilometern pro Stunde ein Auftreffgewicht von fast einer halben Tonne. Das kann lebensgefährlich sein,“ warnt Günther Plum, Vorsitzender der Kreisjägerschaft. Besondere Gefahrenbereiche sind durch Warnschilder „Achtung Wildwechsel“ gekennzeichnet. Hier gilt: Fuß vom Gas und besonders konzentriert fahren. Neben solchen durch die Straßenverkehrsämter gekennzeichneten Bereichen sind auch die Jäger in der Wildunfallprävention aktiv.

„Wir bringen an Unfallschwerpunkten und in Bereichen von Wildwechseln sogenannte Wildwarnreflektoren an“, berichtet der Vorsitzende der Kreisjägerschaft. Die blauen Reflektoren werden an den Leitpfosten angebracht. Durch das auftreffende Licht der Scheinwerfer fällt die Reflexion in Richtung des Wildes, welches so abgeschreckt wird. „Unsere Erfahrungen mit den Warnreflektoren sind positiv. Sie alleine können einen Wildunfall aber nicht zu 100 Prozent verhindern, jedoch die Gefahr mindern“, so Günther Plum.

Trifft man auf wechselndes Wild, sollte man bremsen und das Lenkrad festhalten. Ruckartiges Ausweichen kann durch Kontrollverlust sehr gefährlich sein. Wenn trotz aller Maßnahmen eine Kollision passiert, muss neben unfallüblichen Maßnahmen, wie dem Sichern der Unfallstelle, auch die Polizei benachrichtigt werden. In NRW ist man im Falle eines Unfalls mit Paarhufern, dazu zählen Reh, Muffel, Wildschwein und die Hirscharten, gesetzlich dazu verpflichtet. Andernfalls begeht man eine Ordnungswidrigkeit. „Im Sinne des Tierschutzes sollte es aber auch selbstverständlich sein. Nur so können wir Jäger das verletzte Tier suchen und von seinem Leid erlösen“, erläutert Plum.

Für weitere Informationen gibt es Broschüren des Landesjagdverbandes NRW – diese enthalten wertvolle Tipps, wie man einen Unfall vermeiden kann und sich im Fall der Fälle richtig verhält. Die Flyer sind auf der Webseite des Landesjagdverbandes zu finden. Auch die örtliche Kreisjägerschaft und die Hegeringe beraten bei Fragen und Problemen gerne.

Konkrete Tipps

Die Kreisjägerschaft rät zu Folgendem, um Wildunfälle zu verhindern:

Fahrbahnränder genau beobachten, Wildwechselschilder beachten, Sicherheitsabstand einhalten, bei Anblick eines Rehs mit weiterem Wild rechnen.

Wenn Wild auf die Straße wechselt: Geschwindigkeit reduzieren, hupen, abblenden, nachfolgenden Verkehr beachten, an den eigenen Schutz denken.

Ist eine Kollision nicht zu verhindern, ist ein frontaler Zusammenstoß ungefährlicher als ein Seitenaufprall gegen einen Baum ooder ähnliches..

Wenn es zu einem Unfall kommt, ein Tier angefahren oder überfahren wurde: anhalten, Unfallstelle absichern. Bei Verletzten: diese versorgen, überfahrenes Wild von der Fahrbahn entfernen. Wenn dies nicht möglich ist, kennzeichnen (Warndreieck, Blinklicht), Polizei informieren, Jagdausübungsberechtigten informieren (gegebenenfalls über die Polizei), Unfall durch Unfallmeldung bestätigen lassen, damit Regulierung des Schadens durch Versicherung möglich ist.

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