Australische Austauschschülerin: Känguruh im Koffer, Maggi auf dem Brot

Von: Nadine Palm
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Ein Boomerang, ein aufblasbares Känguru und ein Handtuch mit Koala-Motiv sind die drei einzigen Dinge, die die 17-jährige Austauschschülerin, Georgette Mc Keough (rechts) an ihre australische Heimat erinnern. Gemeinsam mit ihrer Austauschschwester Hannah Valentin Krebs (links) besucht sie die Jahrgangsstufe elf des St. Michael Gymnasiums Monschau. Foto: Nadine Palm

Imgenbroich. Seit Ende November vergangenen Jahres mischt die quirlige Australierin Georgette Mc Keough das Monschauer St. Michael Gymnasium auf und zieht ihre Mitschüler mit ihrer aufgeschlossenen und lustigen Art schnell in ihren Bann.

Nach vier Jahre langem Deutsch pauken hat die 17-Jährige aus Melbourne nun die Möglichkeit, Deutschland und vor allem die Idylle der Eifel kennenzulernen. „Die Altstadt von Monschau ist wirklich so süß”, sagt Georgette mit ihrem sympathischen australischen Akzent.

Kaum vorstellbar, dass es am anderen Ende der Welt einige Menschen gibt, die unsere Sprache erlernen. Für Georgette war die Suche nach dem Austauschziel schnell beendet: „Ich bin, wie eigentlich alle Australier, ein sehr spontaner Mensch und ich habe nicht lange überlegt, als mein Lehrer mich fragte, ob ich nach Deutschland gehen wolle.”

Endlich einen kleinen Bruder

Bei der 16-jährigen Hanna Valentin-Krebs und ihrer Familie fühlt sich die 17-Jährige sehr wohl. Besonders toll findet sie, dass sie in ihrer Austauschfamilie einen jüngeren Bruder hat. Mit Heiko (10) verbringt sie gerne ihre Freizeit. Georgette ist nämlich ein Drillingskind, und neben ihrem gleichaltrigen Bruder und ihrer Drillingsschwester hat sie noch einen 19-jährigen Bruder in Australien.

„Ich bin aber die einzige, die ins Ausland gegangen ist”, erklärt sie. Großes Heimweh nach ihrer Familie in Australien habe sie allerdings nicht. Einmal in der Woche telefoniert sie mit ihrer Mutter und sonst hält die Austauschschülerin per E-Mail Kontakt zu ihrer Heimat.

In Imgenbroich hat sich die Jugendliche bereits bestens eingelebt. Bratkartoffeln seien mittlerweile ihre Lieblingsspeise und Alemannia Aachens Fußballer dürfen sich über einen neuen Fan freuen. Jedoch kann sich Hannah mit Georgettes australischem Leibgericht „Vegemite” nicht so richtig anfreunden. „Das schmeckt wie Maggi und das isst Georgette auf ihrem Brot”, staunt Hannah, die im Gegensatz zu ihrem Vater keinen Gefallen an Georgettes Brotaufstrich gefunden hat.

Wenn es ums Tanzen geht, befinden sich die beiden Austauschschwestern auf Zeit jedoch auf einer Wellenlänge. Einmal wöchentlich gehen die beiden ihrer Tanzleidenschaft nach.

Besonderen Draht zu Chemie

Georgettes Lieblingssport sei jedoch „Netball”. Dies sei eine typische Mädchen-Sportart in Australien, wohingegen die Jungen lieber „Australian-Rules-Football” spielen würden, erklärt das sympathische Mädchen.

In der Schule nimmt Georgette an allen Kursen teil - außer an den Fremdsprachen. Zum Fach Chemie hat sie dabei einen ganz besonderen Draht: „Der Sponsor meines Austausches ist eine Chemiefabrik. Da sollte ich dieses Fach schon belegen”, erzählt sie in ihrer lustigen Art.

Dass Georgette keine Zeit zum Heimweh bekommen bleibt, dafür sorgt ihre Gastfamilie und nicht zuletzt ihre 16-jährige Gastschwester Hannah, die die Jahrgangsstufe elf des St. Michael Gymnasiums Monschau besucht und Anfang Juni für drei Monate als Austauschschülerin nach Australien gehen wird. „Im Moment freue ich mich riesig auf die Zeit in Australien. Ich denke aber, dass ich kurz davor doch etwas Bauchschmerzen bekommen werde”, gibt Hannah ganz offen zu.

Langer Weg nach „Down Under”

Auch für die Gymnasiastin stand ihr Austauschziel schnell fest: „Australien ist einfach so weit weg und ich interessiere mich sehr für die Menschen dort”, erzählt die junge Imgenbroicherin weiter.

Hannah wird als Botschafterin der deutschen Austauschorganisation „Gass-Germany” nach Australien reisen und dort den Schulalltag am anderen Ende der Welt hautnah miterleben.

Der Weg zu diesem Austauschplatz war jedoch alles andere als einfach. Nach einem ausführlichen Bewerbungsschreiben, in dem Hannah ihre Beweggründe für eine Austauschzeit in Australien veranschaulichen musste, folgte ein persönliches Interview, bei dem nicht nur ihr Wissen über Australien, sondern auch ihre Kenntnisse in deutscher Geschichte, Politik und Kultur verlangt wurden. „Meine Mama sagt, dass ich zuvor noch nie so viel gelernt hätte”, sagt Hannah und schmunzelt dabei.

Bevor es für Hannah nach Australien geht, verbringt Georgette jetzt ihre beiden letzten Wochen in Deutschland. Anfang Februar steigt die 17-Jährige wieder in den Flieger nach Australien. Zuvor macht sie zusammen mit anderen australischen und neuseeländischen Austauschschülern jedoch noch einen Abstecher nach Berlin.
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