Huppenbroich - Ausstellung: Tiefe Frömmigkeit in der Eifel

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Ausstellung: Tiefe Frömmigkeit in der Eifel

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Ein Erinnerungsstatue an die 1 Hl. Kommunion und ein Kommunionbild von Frau Cremer von 1887 gehören auch zur Ausstellung, in der die Frömmigkeit der Menschen gespiegelt wird. Foto: Gabriele Keutgen-Bartosch

Huppenbroich. Unter dem Thema „Christliches Heim“ widmet sich der Sakrala Museumsverein Simmerath e.V. mit seiner aktuellen Ausstellung der besonderen Frömmigkeit der Menschen, die über den sonntäglichen Besuch der Kirche hinausgeht.

Die tief empfundene und täglich gelebte Frömmigkeit zeichnet insbesondere die Eifeler Landbevölkerung noch heute aus.

Die Ausstellung zeigt einen kleinen Ausschnitt von Exponaten, die mit vier ausgewählten Themen verbunden sind: Wallfahrten, Sakramente, Segnungen sowie christliche Literatur. Es werden zusätzlich zwei Kreuze gezeigt. Die Exponate stammen von Hermann Jollet aus Oberforstbach, von unbekannten Stiftern oder befinden sich im Besitz des Sakrala Museumsvereins Simmerath e.V..

Lektüre christlicher Schriften gehörte zum alltäglichen Leben der Menschen. Sie dienten der Frömmigkeit und der Erbauung: die Bibel zur Unterrichtung, die Gebetbücher zur Andacht sowie weitere Bücher zur Vertiefung des Glaubens.

In der Ausstellung wird unter anderem gezeigt: Eine Lutherbibel, 1894 (Fam. Jennichen, Gemünd), das Neue Testament, 1928 – für ärmere Familien – Spende aus den USA. Der häuslichen Frömmigkeit dienen: Perlen der Andacht, 1894 – „Mini-Buch“ (B. Ziesler, AC-Brand), Katholische Hauspostille, 1899 (E. Schmidt, Keldenich), Stunden der Andacht, 1838.

Gebetbücher dienen dem Verständnis und der Begleitung der gottesdienstlichen Feiern und der Hilfestellung bei häuslichen Andachten.

Als Beispiele in der Ausstellung: Schott, 1930 (Pfr. Chantrain, Huppenbroich), Oremus – Bistum Aachen, 1955 und das Gotteslob – Bistum Aachen, 1985.

In vielen Stuben – insbesondere aber im Schlafzimmer – hingen religiöse Bilder. Dabei war das Motiv der Heiligen Familie sehr beliebt (A. Müller, Rurberg). Die Spendung von Sakramenten waren Höhepunkte im Leben der christlichen Familie. Die Taufe, die Erstkommunion und die Eheschließung waren sowohl religiöse als auch familiäre Feierlichkeiten.

Die Ausstellung zeigt hier ein Erinnerungsbild an die erste Heilige Kommunion von Margarethe Cremer aus Kesternich aus dem Jahr 1887. An die Eheschließung erinnern auch die Bücher: Glückliche Brautzeit – Christliche Ehe aus dem Jahr 1950 und Zeitwahl in der Ehe aus dem Jahr 1948.

Die Geistlichen „versorgten“ die Hauskranken mit der Heiligen Kommunion. Dazu stellte die Familie ein Kreuz, Kerzen und ein Schälchen mit Weihwasser auf. Oftmals musste auch die letzte Ölung erteilt werden. Das Haus wurde bei seiner Fertigstellung gesegnet und in Erinnerung an diesen Vorgang hing in vielen Häusern der „Haussegen“. Das ausgestellte Exemplar stammt von Franz Alt, Mützenich.

Im Tagesablauf spielten Segnungen mit Weihwasser eine große Rolle. Beim Verlassen des Hauses segnete die Mutter die Kinder, damit diese wohlbehütet wieder nach Hause kamen. Als Erwachsener segnete man sich selber mit dem Weihwasser, das in einem Weihwasserbecken bereit stand. Der Hausaltar stand in vielen Familien.

In der Ausstellung wird eine besonders schöne Nachbildung des Isenheimer Altares von Matthias Grünewald ausgestellt.

In vielen Familien fand sich auch der sprichwörtliche Herrgottswinkel, ein Kreuz in der Ecke des Hauses, das oft mit Blumen geschmückt war. Vor dem Altar und im Herrgottswinkel wurde um Gesundheit und eine gute Ernte gebetet. Wallfahrten haben auch in unserer Region eine lange Tradition. So feierte die Kevelaer-Bruderschaft Simmerath im Jahr 2013 ihr 200-jähriges Bestehen. Heute sind die Wallfahrtsformen sehr vielfältig: Mit Flugzeug, Zug, Bus, Auto, Fahrrad und traditionell zu Fuß erreichen die Pilger die Stätten der Verehrung. Dabei können die Orte nah liegen, wie z. B. Heimbach oder Banneux aber auch weit wie Lourdes oder Fatima. Schon früher brachten die Pilger Erinnerungen an ihre Wallfahrt mit nach Hause.

Diese Ausstellung zeigt beliebte Formen der Devotionalien: Darstellungen der Erscheinung aus Lourdes, Weihwasserbecken aus Kevelaer und Scherpenheuvel, Lektüre zum Wallfahrtsort aus Fatima, Wallfahrtsbüchlein aus Heimbach (1954 & 1964) und Steinfeld, Kerzen von der Aachener Heiligtumsfahrt 2014.

Die aktuelle Ausstellung ist die Vierte seit der Wiedereröffnung des Sakrala Museums im März 2013. Die zahlreichen Exponate erhält der Sakrala Museumsverein oftmals aus Nachlässen von Verstorbenen. Die Exponate werden von den Mitgliedern des Vereins liebevoll gesäubert und aufgearbeitet. Durch intensive Recherchen können sie dann so manch schöne und wunderbare Geschichte erzählen.

Die Exponate finden sich in den Ausstellungsfenstern der Sakristei an der Kapelle in Huppenbroich. Die Fenster sind bis 21 Uhr beleuchtet. Die Ausstellung hat bereits eröffnet und wird noch bis Ende November andauern.

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