Ausstellung mit Werken von Beuys-Meisterschüler Hartmut Ritzerfeld

Von: mon
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Gerda Lindenfelser (rechts) mit Galeristin Carla Beumers (links) mit das „Paradies“, Öl auf Karton, einer ganz typischen Arbeit von Hartmut (Hacky) Ritzerfeld aus dem Jahre 2000.

Monschau. Eine exquisite Ausstellung mit Arbeiten von Hartmut Ritzerfeld wurde am vergangenen Samstag in der Galerie Beumers in der Monschauer Altstadt erfolgreich eröffnet. Zu sehen sind bei der zweiten Ausstellung von Ritzerfeld dieses Mal neben einigen Aquarellen und Ölbildern fast ausschließlich Pastelle, die in ihrer Wirkung weicher und sensibler wirken, als seine vorher gezeigten Ölbilder.

Doch die „Innenbilder“ in der ihm so ganz eigenen Bildsprache, die sich durch alle seine Arbeiten zieht, ist hier ebenso präsent. Meist zeigen sie seine ganz persönliche heile Welt mit einer Kombination aus „Tier, Natur und Mensch“, ganz eigen in Komposition und Farbgebung. Die Bilder rufen nicht nur eine Assoziationskette der Gedanken des Betrachters hervor, „sie sind eine Assoziationskette“, so Gabi Uhle aus Frechen, Besucherin der Vernissage. „Die Symbolik erinnert mich an Chagall“. Nur handele es sich weniger um „religiöse Motive“, so die Besucherin, sondern um das „eingefangene Leben“ selbst.

Auch düsteres erleuchtet

Es ist der Reiz der expressiven Farbe, der selbst düstere Themen erleuchtet. Man meint, Motive Picassos, Chagalls und anderer großer Künstler zu entdecken. Da ist ein Vogel, ein Esel, eine schwebende Frauenfigur. Und in der Tat hat sich Ritzerfeld, wie auch Künstlerkollege Manfred Beumers und unzählige andere Maler mit bekannten Motiven auseinandergesetzt und diese in ihrem ganz eigenen Stil interpretiert, wie zum Beispiel „Die Badenden“, ein Thema, das sich „in einer langen Episode durch die Kunstgeschichte zieht“, so Galeristin Carla Beumers. Eine Tradition über Goya bis zu Courbet, Manet und Renoir. Allein Cézanne soll 200 Varianten der „Badenden“geschaffen haben, der Mensch eingebettet in die Natur.

Hartmut Ritzerfeld, 1950 geboren in Stolberg, studierte von 1969 bis 1976 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Professor Joseph Beuys und Professor Karl Kneidl (Bühnenbild) und wurde 1975 Meisterschüler von Beuys, eine Auszeichnung auf die der Künstler selbst wenig Wert gelegt haben soll. Im Jahre 1978 folgte ein Studienaufenthalt in Zürich und eine große Reihe von Einzel- und Gruppenausstellungen.

Bis heute gilt Ritzerfeld als skurriler Künstler, der sich selbst ungern ins Rampenlicht stellt, sondern es vorzieht, in seiner selbst erschaffenen Bilderwelt spazieren zu gehen. Ende der Sechziger lernten sich Ritzerfeld, kurz „Hacky“ genannt und Manfred Beumers, der ebenfalls an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert hat, kennen. „Schon damals war Ritzerfeld etwas ganz Besonderes - und - bezahlbar“, berichtete Gerda Lindenfelser“, Radiologin aus Aachen, die sich mit ihrem Mann Rüdiger auf Gemälde von Ritzerfeld und Beumers spezialisiert hat.

„Gerne trafen sich einst die beiden Künstler in Beumers Atelier zum gemeinsamen Malen“, erinnerte sich Lindenfelser an die neunziger Jahre.Doch „gucken durften wir nicht“. Rund zwölf Bilder von Ritzerfeld, und Beumers wanderten inzwischen in den Lindenfelser Haushalt, anhand derer die Entwicklung der Künstler nachvollziehbar ist. „Man muss den Menschen und dessen Leben kennen“, meinte Kaspar Vallot, ehemaliger Chefredakteur der Aachener Nachrichten, bevor man sich ein Urteil erlauben könne. Er habe erst einmal „Achtung vor der Leistung selbst“, bevor er eine Arbeit kritisiere. Insbesondere Kunst sei „schwierig zu beurteilen“, so Vallot.

„Es scheint, als beeindrucke Ritzerfeld seine Umgebung, so wie wir sie optisch nicht wahrnehmen“ und diese wirke „auf jedem Bild anders“. Formenreich, symbolisch und in strahlenden Farben präsentiert sich die Auswahl der Motive, die zur Zeit und während der Klassik in der Galerie Beumers zu sehen sind.

Ganz eigentümlich, fast fremd darunter, zwei oder drei triste Motive, die durch ihre leuchtende oder sanfte Farbgebung als solche kaum zu erkennen sind. Großflächiger und sanfter heute, aber von einer ausgesprochenen Intensität, einen Eindruck, den der Besucher mit nach Hause nimmt und die noch lange nachwirkt, ist Hacky in jedem einzelnen seiner Bilder erkennbar.

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