Monschau - Außergewöhnliche Künstler im KuK

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Außergewöhnliche Künstler im KuK

Von: ag
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Erfahrungsaustausch und gegenseitige Befruchtung: Das Montjoie-Stipendium des Kunst- und Kulturzentrums des Kreises Aachen wurde in diesem Jahr an drei Künstler gleichzeitig vergeben (von links): Indra Hammes, Dr. Nina-Mika Helfmeier (Kulturbeauftragte Kreis Aachen), Odine Lang und Dietmar Berger. Foto: Andreas Gabbert

Monschau. Eindrucksvoll war es, was die Sopranistin Indra Hammes in der Begleitung von Bernd Gaube am Klavier in der Monschauer Aukirche präsentierte. Dem Monschauer Publikum ist sie insbesondere durch ihren Aufritt bei den Klassikfestspielen 2008 in der Partie Agricola in „Eine Nacht in Venedig” von Strauß bekannt.

Die gebürtige Imgenbroicherin gehört zu den drei Künstler/innen, an die in diesem Jahr das Montjoie-Stipendium des Kunst- und Kulturzentrums (KuK) des Kreises Aachen verliehen wurde (wir berichteten). In diesem Rahmen brachte sie nun eine Auswahl von Werken zu Gehör, die für sie eine persönliche Bedeutung haben. Dazu gehörten u.a. das Stück „Erinnerung” von Gustav Mahler sowie „Dein blaues Auge” von Johannes Brahms.

Musik sagt Unsagbares

Rund 60 interessierte Zuhörer kamen in den Genuss dieses Konzertes und belohnten jedes einzelne der acht Stücke mit lang anhaltendem Applaus. Es sei nicht der Applaus, der für Indra Hammes zähle. „Es ist der Moment, wenn sie auf der Bühne steht und sie durch ihre Musik mit dem Publikum in einen Dialog tritt, die Menschen berührt”, sagte die Kulturbeauftragte des Kreises Aachen und Leiterin des KuK, Dr. Nina Mika-Helfmeier, als sie die drei Stipendiaten vorstellte. „Dieses Gefühl ist schwer zu beschreiben”, sagt die Künstlerin selbst. Wenn es funktioniere, sei das wie ein Geschenk. „Ich singe, weil ich die Musik fühle. Ich singe, weil Musik das Unsagbare sagt”, so Indra Hammes.

Mit der Verleihung der Stipendien gingen diesmal zwei Premieren einher: Erstmals wurden drei Stipendien gleichzeitig verliehen. „Dies fördert den Erfahrungsaustausch unter den Künstlern und erleichtert die Planung und Durchführung gemeinsamer Projekte”, erläuterte Mika-Helfmeier. Außerdem wurden zum ersten Mal zwei Stipendien aus den Bereichen Klassischer Gesang und Musik verliehen. Die anderen beiden Stipendiaten neben Indra Hammes sind in diesem Jahr der Maler und Musiker Dietmar Berger aus Köln und die Künstlerin Odine Lang aus Aachen.

Vergeben wurden die Stipendien jeweils für zwei Monate. Ausschlaggebend für die Vergabe seien die Qualität der bisherigen künstlerischen Arbeit sowie das geplante Arbeitsvorhaben gewesen. Die Förderung durch den KuK-Förderkreis, der seine Mittel ausschließlich aus privaten Spenden schöpfe, habe das Ziel außergewöhnliche Künstler bei ihrem Karrierestart zu unterstützen, erklärte Mika-Helfmeier.

In Bergers Atelier im KuK sind Bilder und Tusche-Zeichnungen zu sehen, die während der Stipendienzeit unmittelbar nach seinen Nachtwanderungen durch Monschau entstanden sind. Das Zusammenwirken und die Vorbereitung der Konzerte in der Aukirche mit Indra Hammes hat Berger außerdem motiviert ein „Tagebuch der Begegnung” unter dem Titel „L´ arte Cantata” zu zeichnen. „Die Gesamttechnik des Gesangs, entstanden aus der Begegnung, Beobachtung und Zusammenarbeit, ist hier in Form von zwölf Zeichnungen zu sehen”, erklärte Mika Helfmeier.

Berger überzeugte in der Aukirche aber auch als Musiker. Am Violoncello brachte er gemeinsam mit Gudrun Höbold an der Violine als „Duo Boissere” einen Bach-Canon zu Gehör. Es folgte eine Eigenkomposition für Violine aus dem Jahr 1996 mit dem Titel „Der Archipelagus”, meisterlich vorgetragen von Gudrun Höbold. Zum Abschluss kam das Publikum in den Genuss eines Duos von Erwin Schulhoff.

Zuvor hatte Dr. Dirk Tölke die Stipendiatin Odine Lang und ihr Werk ausführlich vorgestellt. „In der Schwebe” hat Odine Lang ihr Projekt genannt, das ihr durch das Montjoie-Stipendium ermöglicht wurde und nun mit einer Ausstellung aktueller und früherer Arbeiten im KuK präsentiert wird. Den leeren Atelierraum, den sie dort vorfand, nutzte sie für eine raumgreifende Installation. Die ersten Ideen dazu hatte die Künstlerin bereits vor zehn Jahren, doch fehlten ihr bislang die Möglichkeiten.

Ein zwiebelartiger, kokonhafter Körper schwebt nun durch zahlreiche Fäden vernetzt durch den Raum. „Odine Lang gestaltet sensible biologistische Formen, die mit formalen Feinabweichungen die bergende und achsensymmetrische Struktur ihrer teils mit Papier umhäuteten Drahtgebilde lebendig wirken lassen. Gerade in embryonalen Stadien und als Samen auf dem Weg der Formbildung finden sich häufiger symmetrische Formen, die sie daher als Prinzip aufgreift, aber künstlerisch mit Natürlichkeit auflädt”, formulierte Tölke in seiner Laudatio.
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