Ausdiskutiert: Münsterbildchen 4 wird Wohnadresse

Von: hes
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Seit Februar haben Roetgens Rat und seine Ausschüsse diskutiert, ob Münsterbildchen 4 Wohnadresse oder Gewerbestandort werden soll. Entschieden hat in dieser Frage nun die Städteregion. Foto: H. Schepp

Roetgen. Manche Stunde haben die Roetgener Volksvertreter in der Sache diskutiert, lamentiert und die Gemeindeverwaltung sogar angewiesen, den Rechtsweg zu beschreiten.

In der Ratssitzung am vergangenen Dienstag jedoch nahm das „Bauvorhaben zur Umnutzung eines Gewerbebetriebes in eine Wohnanlage im Ortsteil Roetgen, gelegen Münsterbildchen 4“ nur noch ganze fünf Minuten der wertvollen Zeit von Rat und Verwaltung in Anspruch.

„Seit heute Nachmittag liegt uns die Baugenehmigung der Städteregion Aachen für das Bauvorhaben vor. Damit gibt es für den Rat der Gemeinde Roetgen keine Entscheidungsgrundlage mehr“, teilte Dirk Meyer von der Verwaltung kurz und bündig mit und ergänzte: „Die Frage ist jetzt nur noch: Klagen wir weiter oder ziehen wir zurück?“, wies der Leiter des Bauamtes den Ratsvertretern den weiteren Weg. Nach kurzer Debatte zur Formulierung des Beschlusses genehmigte der Gemeinderat schließlich mit 24 Ja-Stimmen und fünf Enthaltungen der Grünen-Fraktion die „Dringlichkeitsentscheidung über die Versagung des gemeindlichen Einvernehmens zum Bauvorhaben Münsterbildchen 4 vom 19.7.16“ und beschloss, die vom Rat beschlossenen und noch anhängigen Klageverfahren zu beenden.

Im Februar 2015 hatte der Bauausschuss zum ersten Mal seine Zustimmung zum Bau von 16 Wohnungen auf dem Gelände der ehemaligen Schreinerei und vis-a-vis der Einfahrt zum Gewerbegebiet verweigert, da die gewerbliche Nutzung nicht zugunsten von Wohnbebauung aufgegeben werden sollte. Das sah die Städteregion schon damals anders und hatte die Gemeinde aufgefordert, das Thema erneut zu beraten und ihr Einvernehmen zu erteilen. Andernfalls werde die Städteregion als übergeordnete Bauaufsichtsbehörde das Einvernehmen erteilen.

Da Roetgens Rat und Ausschüsse ihre Meinung auch nach weiteren Debatten nicht änderten, erteilte die Städteregion zunächst den Vorbescheid und im Mai 2016 schließlich die Baugenehmigung. Gegen beides strengte die Gemeinde auf Beschluss des Rates Klagen vor dem Aachener Verwaltungsgericht an, scheiterte damit jedoch. Auch ein Kompromissvorschlag des Investors, der zumindest auf 90 Quadratmetern Gewerbefläche schaffen wollte, war nicht nach dem Gusto der Volksvertreter. Mit der Baugenehmigung aber ist nun der Weg frei für den Abriss der Bestandsgebäude und die Schaffung von neuem Wohnraum mit der Adresse Münsterbildchen 4.

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