Simmerath - Ausbau des Glasfasernetzes in Simmerath verzögert sich

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Ausbau des Glasfasernetzes in Simmerath verzögert sich

Von: P. St.
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Mit großem Aufwand und flotten Sprüchen war die Deutsche Glasfaser im Jahr 2017 im Gemeindegebiet Simmerath unterwegs. Auf den gleichen Schwung hoffen die Bürger in Simmerath nun auch bei der Einhaltung des Bauzeitenplans. Diesen musste der Netzbetreiber allerdings bereits korrigieren. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. „Unschlagbar schnell“ lautet der Werbeslogan des Netzanbieters Deutsche Glasfaser. Wie schnell das Breitband-Glasfasernetz des Telekommunikationsanbieters aus Borken tatsächlich einmal sein wird, werden die ersten Bürger der Gemeinde Simmerath erst gegen Ende der zweiten Jahreshälfte erfahren.

Was das Ausbautempo der 2011 gegründeten Holding betrifft, kann zumindest in der Gemeinde Simmerath von überragender Schnelligkeit derzeit keine Rede sein. Weil die Deutsche Glasfaser nach Abschluss der Nachfragebündelung im Herbst 2017 den damals selbst gesteckten Zielen beim Netzausbau deutlich hinterher hinkt, folgten jetzt in der Sitzung des Simmerather Strukturausschusses in Anwesenheit einer Reihe interessierter Bürger eine Vielzahl von kritischen Nachfragen an einen Vertreter des Unternehmens.

Angeregt hatten CDU und Grüne die Fragestunde, weil sich in Teilen der Bevölkerung „grummelnder Unmut über nicht erkennbare Fortschritte und nicht eingehaltene Terminzusagen“ breit mache, spiegelte CDU-Sprecher Christoph Poschen, der einen umfangreichen Fragenkatalog vorbereitet hatte, die Stimmungslage wider. Auch ein Vertreter der Gemeindeverwaltung Roetgen, wo der Netzausbau ebenfalls in Kürze startet, verfolgte mit Interesse die Klärung offener Fragen. Die Kommunen Roetgen und Simmerath haben beim Glasfaserausbau ein Kooperationsmodell vereinbart.

Generalunternehmer beauftragt

„Mit dem Projekt wurde inzwischen begonnen“, versicherte Stephan Giese, der Regional-Manager Niederrhein der Deutschen Glasfaser. Die im Herbst anvisierten Ausbautermine habe man damals nur „grob geschätzt“. Ein Generalunternehmer sei inzwischen mit der Netzplanung beauftragt worden.

Dabei handele es sich um eine griechische Baufirma namens „Artemis“. Giese sagte, dass im Juni mit der Herstellung der Netzanschlüsse begonnen werde. Dass die Standorte für die sogenannten „Points of Presence“ (Pops), also die Verteilstationen, im Gemeindegebiet Simmerath noch nicht definiert seien, liege an den noch ausstehenden Grundstücksverhandlungen.

Der Start im Gemeindegebiet Simmerath soll, laut Giese, in den der Gemeinde Roetgen am nächsten liegenden Orten (das wäre das Ausbaugebiet Lammersdorf, Kämpchen, Waldsiedlung, Paustenbach) stattfinden.

Auf die Frage von Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, wie sich denn die Bürger bei aktuellen Vertragsanfragen von Mitbewerbern verhalten sollten, versicherte Giese, dass es „keine doppelte Belastung für die Bürger durch bestehende Vertragsabschlüsse geben wird. Dafür stehen wir gerade“. Das beauftragte Bauunternehmen setze mehrere Kolonnen ein, so dass die Ausbaugebiete zum Teil parallel erschlossen würden.

Zusage für Bereich Hammer

Berücksichtigt würden dabei auch andere Tiefbauvorhaben wie beispielsweise der anstehende Straßenausbau in Eicherscheid, auch wenn die Deutsche Glasfaser in der Regel versuche, das Netz in die Gehwege zu legen, sagte Giese. Beigeordneter Bennet Gielen ergänzte, dass es in Eicherscheid mit der Gemeindeverwaltung und der Deutschen Glasfaser diesbezüglich bereits mehrere Ortstermine gegeben habe.

Auf eine weitere Frage von Christoph Poschen, ob es zutreffe, dass die Ortschaft Hammer nicht beim Ausbau berücksichtigt werde, ging Stephan Giese ein. Für die Bereiche Hammer, Kämpchen, Strauch und Witzerath, wo die Nachfragebündelung die erforderliche 40-Prozent-Grenze nicht erreicht habe, sei in der Tat noch kein Auftrag an das Bauunternehmen ergangen. Hier stünden noch „interne Gespräche“ aus, aber dies ändere nichts daran, „dass wir auch in diesen Bereichen trotz nicht erreichter Quote ausbauen werden“.

Zur Versorgung der Gewerbegebiete sagte Giese, dass das Gewerbegebiet Simmerath vollständig erschlossen werde, nicht aber das Gewerbegebiet Rollesbroich, da hier nur ein Kunde sein Interesse an einem Glasfaseranschluss bekundet habe. In diesem Falle strebe man eine „Sonderlösung“ an, die aber auch eine Option für spätere Anschlüsse biete.

Hausbegehungen ab Mai

Ab Mai will die Deutsche Glasfaser ihre Hausbegehungen starten. Bei Mehrfamilienhäusern werde unabhängig von den Interessensbekundungen einzelner Parteien immer eine ausreichende Anzahl von Fasern bis zum Hausübergabepunkt gelegt. Wenn sich Mieter dann später für einen Glasfaseranschluss entscheiden würden, fielen nur noch die Technikerstunden an.

Nachdem die meisten Fragen zur Zufriedenheit beantwortet worden waren, hofft man nun in Simmerath darauf, dass der nach hinten korrigierte Bauzeitenplan nun keine Verzögerungen mehr erfährt. „Die Leute warten“, meinte der Bürgermeister abschließend.

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