„Aus Bildung wächst Zukunft”: Ein Berufspraktikum öffnet oft Türen

Von: P. St.
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„Aus Bildung wächst Zukunft” lautete das Thema des Forums Eifel im Himo. Zahlreiche Gesprächspartner konnte Moderator Wolfgang Deutz auf dem Podium begrüßen. Foto: P. Stollenwerk

Imgenbroich. Das Berufsleben beginnt nicht erst mit dem Eintritt in die Arbeitswelt. Schon viel früher, vor allem während der Schulzeit, müssen dafür die Grundlagen gelegt werden. In dieser Einschätzung waren sich die Teilnehmer des Forums Eifel einig.

Die Diskussionsveranstaltung im Himo bildete auch diesmal den Auftakt zum Monschauer Wirtschaftstag, der gestern zum 11. Mal im Imgenbroicher Ortszentrum stattfand.

„Aus Bildung wächst Zukunft” lautete des Thema der zweieinhalbstündigen Podiumsdiskussion im hübsch hergerichteten, aber äußerst knapp beheizten Flur des Himo.

Knapp 150 Teilnehmer waren der Einladung zu dieser Veranstaltung gefolgt, die in Kooperation mit dem Bildungsbüro der Städteregion Aachen, der Arbeitsgemeinschaft Monschauer Unternehmer (AMU) und der Stadt Monschau kompetent vorbereitet worden war.

Berufliche Orientierung, die Vielfalt der Ausbildungswege und Motivation für lebenslanges Lernen waren die Themen auf dem Podium. In drei Diskussionsrunden unter der geübten Leitung von WDR-Moderator Wolfgang Deutz gab es ein munteres Wechselspiel von Theorie und Praxis in der Berufswelt.

Gezielte Ausbildung

Nicht weniger als 160 Fortbildungsangebote bietet die Städteregion Aachen. Da gilt es bei beruflichen Orientierung nicht den Überblick zu verlieren. Eine klare Richtung gab Stefan Franke, Jung-Unternehmer mit Sitz im Himo vor: „Ein Praktikum öffnet Türen”, lautete seine Erfahrung.

Daher sollten die Schulen diese Möglichkeit noch verstärkt eröffnen. Er betrachte Ausbildung als eine originäre Aufgabe des Handwerks und sehe sich dabei auch in der Verantwortung für die Gesellschaft.

Beste Erfahrungen hatte auch Florian Theis, Schüler der Hauptschule Monschau-Roetgen mit dem Berufspraktikum gemacht. Ein Simmerather Gartenbaubetrieb machte ihm im Anschluss gleich ein Angebot für eine Weiterbeschäftigung.

Die richtige berufliche Orientierung zu finden, ist für Ingrid Wagner, Schulleiterin des Berufskollegs in Simmerath, der Schlüssel zum Erfolg. Junge Leute sollten genauestens über die beruflichen Anforderungen und Erwartungen im Bilde sein, „um Enttäuschungen vorzubeugen”. Hierbei Hilfestellung zu leisten, sei eine der zentralen Aufgaben des Berufskollegs.

Hilfestellung anderer Art leistet zum Beispiel die Firma Junker in Lammersdorf, wie Mitarbeiterin Karin Hoffmann erläuterte. Punktuelle Schwächen von Auszubildenden würden mit gezielten Maßnahmen aufgefangen.

Ausbildung oder Studium ist für viele Schulabsolventen heute die Frage, wobei immer mehr Abiturienten inzwischen zu einer Ausbildungsstelle tendieren, wie Dr. Lothar Stresius, Schulleiter des Monschauer St. Michael-Gymnasiums, zu berichten wusste. Oft folge der beruflichen Praxis dann der Weg ins Studium. „So besitzen die jungen Leute schon eine Basis, auch finanziell.”

Das duale Studium ist auch ein attraktiver Weg, aber Klaus Moeris von von der Imgenbroicher Firma Dürr warnte vor Illusionen. „Ein duales Studium bedeutet vier Jahre zu beißen ohne große Erholungsphasen.”

Sein Appell an die Hochschulen lautete, den Lehrstoff so auszurichten, dass er in der Praxis den Anforderungen der Betriebe gerecht werde.

„Wir sind ständig mit den Betrieben im Gespräch”, nahm Prof. Dr. Klaus-Peter Kämper von der Fachhochschule Aachen diesen Ball auf. Ein maßgeschneidertes Studium, abgestimmt auf die individuellen Wünsche der einzelnen Betriebe, könne es aber nicht geben.

Fürs Lernen begeistern

Schüler für das Lernen zu begeistern, ist eine Aufgabe, der sich auch die Stadt Monschau als Schulträger stellt, wie Bürgermeisterin Margareta Ritter deutlich machte.

Die Bürger erwarteten inzwischen mehr als die Instandhaltung von Gebäuden, „sondern auch Konzepte”. Dieser Herausforderung wolle man sich stellen, beispielsweise durch eine verstärkte Kooperation mit dem Bildungsbüro der Städteregion. Bildung sei längst ein regionales Thema, und nur in einem guten Umfeld könne auch gute Leistung erbracht werden.

Das Bildungsnetzwerk in der Städteregion weiter zu entwickeln und in Bildung weiter zu investieren, bezeichnete Annette Knobbe, Leiterin des Bildungsbüros, als vorrangige Aufgabe.

Jugendliche suchten nach Herausforderungen, ergänzte Gabriele Roetgen, Mitarbeiterin des Bildungsbüros. „Wir müssen Begeisterung wecken für ein lebenslanges Lernen.”

Einiges gelernt haben sicher auch die Teilnehmer des Forums Eifel und gerne nahmen sie die wissenschaftliche Erkenntnis mit in den Abend, dass Kinder drei Dinge für ein erfolgreiches berufliches Leben benötigen: Herausforderungen, Vorbilder und gute Gemeinschaften.
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