Höfen - Aus Antwerpen in die Narzissenwiesen

Aus Antwerpen in die Narzissenwiesen

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Der Star sind die Narzissen, aber auch der Rest des Perlenbachtals gefällt: Georg Schuch hat den Fotoapparat stets griffbereit und nimmt schöne Erinnerungen mit nach Andernach. Foto: Sarah Maria Berners

Höfen. Siegburg, Koblenz, Kleve, Köln, Bonn, Euskirchen, Düren - der Parkplatz vor dem Haus Seebend in Höfen ist gut gefüllt. Ein Blick auf die Kennzeichen verrät aus welchen Himmelsrichtungen es Touristen in die Eifel verschlägt. Ein Auto fällt aus der Reihe: zwischen all den weißen Kennzeichen mit schwarzer Schrift steht auch ein Pkw mit rot-weißem Nummernschild.

Nicht außergewöhnlich? Doch: „Wir sind extra aus Antwerpen hierher gekommen”, erzählt Frans de Prins. „Ich habe vor einigen Jahren in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von der Narzissenblüte im Monschauer Land gelesen und beschlossen, dass ich sie sehen möchte.”

Frans de Prins war schon einmal in Höfen. Im vergangenen Jahr hat er mit seiner Frau Monique und Naturführer Christoph Dosquet den Heckenweg erwandert - und sie waren begeistert. Jetzt sind sie voller Erwartungen.

Alexander interessieren am meisten das Wasser und die Steine. Ob er die Wanderung trocken übersteht? Alexander ist mit Mama, Papa und der großen Schwester aus Siegburg gekommen, um ein paar Ferientage in Monschau zu verbringen.

Die meisten Gäste jedoch sind Tagestouristen. Menschen, die raus aus der Stadt und rein in die Natur wollen, für ein paar Stunden ins Grüne. Ausspannen und Kaffeetrinken. Viele sind nicht zum ersten Mal in der Eifel, waren schon am Rursee oder in Vogelsang.

So auch eine Vierergruppe aus Andernach, die sich nach dem Kaffeetrinken in Monschau auf den Weg nach Höfen gemacht hat. Christa Albert hat im Radio von den Narzissen gehört und ihre Freunde mobilisiert. Das hat gewirkt: Margrit Schuch ist voller Vorfreude.

Bis die Wandergruppe die Narzissenwiesen im Tal erreicht, ist es aber noch ein wenig hin. An dem Hang oberhalb der Höfener Mühle, an dem Naturführer Dosquet seinen Gruppen sonst die ersten Narzissen präsentiert, sind die gelben Blüten schon Vergangenheit. Das frühe Sommerwetter ist schuld. Stattdessen gibt es Buschwindröschen zu sehen. Die sind zwar nicht gelb, aber eigentlich genauso sehenswert. Mit einigen Bildern von Narzissen im Schnee zeigt Dosquet seiner Gruppe, wie der April in der Eifel auch sein kann. In dieser Woche kaum vorstellbar.

Dann, hinter einigen Bäumen, wird langsam die erste Narzissenwiese sichtbar. Im Sonnenschein leuchten die Blüten. „Wow”, „Oh, wie toll”, „Das ist ja traumhaft” - die Naturfreunde sind begeistert. „Es ist wirklich sehr schön hier. Eine herrliche Landschaft. Und wir erfahren viele interessante Dinge, die man nicht schnell irgendwo nachschlagen kann”, sagt Monique Rober.

Wanderführer Dosquet erzählt bei weitem nicht nur von den Narzissen, wenn auch sie der Hauptgrund sind, warum sich an einem Werktag 28 Personen - im Vergleich zum Wochenende eine kleine Gruppe - der geführten Wanderung anschließen. Wer genau hinhört, erfährt viel über die Natur des Perlenbachtals, über die Flussperlmuschel, die Geschichte des Monschauer Landes und sogar über die Gesellschaft - auch für Einheimische überaus interessant, was der Naturführer zu erzählen vermag.

Unterwegs wird ein Foto nach dem anderen geschossen. „Da haben unsere Lieben heute Abend aber viel zu sehen”, sagen zwei Frauen aus Nideggen. Für sie ging es an diesem Tag aus dem Rapsgelb ins Narzissengelb. Beides ist schön, auf seine Weise.

An diesem Tag sind die Wanderwege leer, nur wenige Gruppen kommen ins Tal. „Vor den Wochenenden haben uns Bekannte gewarnt. Deswegen habe ich mir extra Urlaub genommen”, erzählt Margrit Schuch. Die Wandergruppe aus Bonn hat ähnliches gehört.

„Ich hab mich vorher im Internet informiert”, erzählt ein rüstiger Senior. Richtig fündig sei er dort nicht geworden, zumindest nicht, was eine Wanderroute anbelange. Deswegen haben er und seine Wanderfreunde sich der Gruppe angeschlossen. „Die Eifel macht sich in den vergangenen Jahren. Touristisch wird immer mehr erschlossen. Man sollte schätzen, was man hier vor der Haustüre hat.”

Und hier hat man natürlich auch Cafés und Restaurants - und eines davon wollen die vier Andernacher und die Bonner jetzt, nach der gut dreistündigen Wanderung, auch aufsuchen. Für Frans de Prins und Monique Rober geht es weiter nach Köln und dann zurück nach Antwerpen. Die Eifel bleibt in ihrer Erinnerung, ein paar Euro bleiben in der Eifel.

Vielleicht kommen sie wieder. Schön war es jedenfalls, schön gelb. Und Alexander ist trocken geblieben.

Weitere Wanderungen

Geführte Narzissenwanderungen ab dem Haus Seebend in Höfen:

Samstag, 23. April, 14-17 Uhr;

Sonntag, 24. April, 10-13 Uhr und 14-17 Uhr;

Montag, 25. April, 10-14 Uhr und 14-17 Uhr;

Samstag, 30. April, 14-17 Uhr;

Sonntag, 1. Mai, 10-13 Uhr und 14-17 Uhr.
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