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Aufwertung der Monschauer Altstadt: Erster Schritt auf holprigem Pflaster

Von: hes
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Die Eschbachstraße in Monschau wäre eines der Hauptarbeitsfelder für die mögliche Immobiliengesellschaft. Wenn man in diesen Tagen durch die enge Gasse geht, hört man aus vielen Gebäuden geschäftige Betriebsamkeit, weil die Besitzer ihre Immobilie gerade „aufmöbeln“. Andere Fassaden geben dagegen buchstäblich ein trauriges Bild ab. Foto: Heiner Schepp

Monschau. In Monschau soll sich eine Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) gründen mit dem Ziel, in einer strategischen Partnerschaft zwischen Grund- und Immobilieneigentümern, Gewerbetreibenden und der Kommune die Altstadt aufzuwerten.

Der erste Schritt dazu wurde jetzt bei einem Informationsabend im Bürgersaal des Auklosters getan: Ein halbes Dutzend Privat- und Geschäftsleute werden sich in Kürze zusammensetzen und ausloten, wie der eine ISG tragende Verein aufgebaut werden soll und was dieser leisten kann.

Das Interesse der „Altstädter“ am ersten Treffen, das der Fachbereich Wirtschaft und Tourismus bei der Stadt Monschau organisiert hatte, war rege; gut 40 interessierte Zuhörer verfolgten zunächst die Ausführungen von Angelina Sobotta, Diplom-Volkswirtin beim Kölner Büro für Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen, das bereits Immobilien- und Standortgemeinschaften für drei Düsseldorfer Stadtteile sowie in Bergisch Gladbach und Lippstadt begleitet hat.

Auch in Monschau wird das renommierte Büro die Vorbereitungen und die Gründung der ISG unterstützen. Auch der Stadt Monschau kommt nach der Gründung des Vereins – diese Organisationsstruktur wurde als die sinnvollste erachtet – keine leitende Funktion in der ISG zu, sondern letztlich die eines Kooperationspartners, der sich um Fördermöglichkeiten und -kulissen und um Rahmenbedingungen mit dem Ziel einer Aufwertung der Altstadt kümmert.

Wie die Arbeit der ISG selbst aussehen könnte, beleuchtete Angelina Sobotta, die zunächst aufzeigte, warum ein Zusammentun sinnvoll erscheint. Schwächen der Monschauer Altstadt seien unter anderem eine überalterte Wohnbevölkerung, der Zustand vieler Immobilien und der damit verbundene Investitionsstau, Denkmalschutzauflagen, die Kleinteiligkeit der Immobilien und Geschäftsräume, die Struktur des Einzelhandelsangebots, Leerstände und eine unzureichende Gestaltung von Schaufenstern und Werbeanlagen.

„Natürlich hat die Altstadt Monschau auch viele Stärken wie ihr einmaliges Ambiente und das historische Stadtbild“, sagte Sobotta, doch verfolge man mit der Gründung einer ISG in erster Linie das Ziel, an den Schwächen zu arbeiten. Dabei könne eine Immobiliengesellschaft zwar keinen direkten Einfluss nehmen auf die Entscheidungen der Eigentümer, könne aber ihre Mitglieder binden und beeinflussen oder Unterstützungsmöglichkeiten bündeln und bereitstellen.

„Vor allem aber kann eine solche Gesellschaft den Zusammenhalt Gleichgesinnter stärken, einen offenen Austausch herstellen, eine gemeinsame Linie formulieren und als Lobby und Ansprechpartner gegenüber Verwaltung und Politik auftreten“, umriss die Volkswirtin die Vorzüge eines Zusammenschlusses.

Angelina Sobotta nannte viele, wenngleich zumeist nicht neue Beispiele, wie eine ISG Altstadt konkret den Kernort Monschau aufwerten könnte: mit abgestimmten Öffnungszeiten und lukrativer Dekoration, einer Verlängerung des Weihnachtsmarktes oder strukturellen Überarbeitung von Veranstaltungen, mit einer „erlebbar gemachten“ Rur, mit markierten Rundwegen und verkehrstechnischen Änderungen (Verkehrsführung, Poller, Parken), vor allem aber mit einem gezielten Flächen- und Leerstandsmanagement sowie einer erhöhten privaten Investitions- und Modernisierungstätigkeit.

Auch aus den Zuhörerreihen kamen neben dem altbekannten Ruf nach weniger Dreck und mehr Licht konstruktive Vorschläge. Wie der von Oliver Kayser, Inhaber des Hochtechnologieunternehmens an Dreistegen, der riet: „Wenn wir in der Altstadt günstigen Wohnraum generieren, kommen neue Einwohner und damit Licht und Leben von ganz alleine.“

Was auch immer man anpacke, „es braucht viel Idealismus“, stellte Wolfgang Weber fest, und Marie-Theres Maaßen knüpfte an die ISG die Hoffnung, „dass nun wirklich mal gehandelt wird“, denn, so Maaßen: „Geplant wurde hier in der Altstadt schon viel.“

Der Abend hat gezeigt: Der Weg zu Veränderungen in Monschau ist ähnlich holprig wie das Altstadtpflaster. Unter den Betroffenen aber sei die Bereitschaft groß, etwas zu verändern, stellte auch Bürgermeisterin Margareta Ritter fest und sagte: „Ich bin nach dem heutigen Abend zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, eine ISG Altstadt zu gründen.“

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