Auf Merzbrück fliegen jetzt auch Fäuste

Von: Jutta Geese
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Würselen. „Allein vom Grasschneiden können wir nicht leben”, stellt Uwe Zink, Geschäftsführer der Flugplatz Aachen-Merzbrück GmbH, fest. Will heißen: Zusätzlich zu den Start- und Landegebühren müssen andere Einnahmequellen erschlossen werden, damit der Flugplatz keinen Verlust einfährt.

Und so versucht Zink, Merzbrück als Veranstaltungsort zu etablieren. Dabei ist er durchaus erfolgreich. Seit drei Jahren schreibt die Gesellschaft eine „schwarze Null”, obwohl die Gebühren in dieser Zeit nicht angehoben worden sind.

Film- und Fernsehteams haben den Flugplatz als Drehort entdeckt, Firmen laden Mitarbeiter und/oder Geschäftspartner zu Events auf Merzbrück ein, Autofirmen stellen dort ihre neuen Modelle vor und nutzen die Start- und Landebahn als „Laufsteg”.

Und ein dreitägiges Festival mit Cover-Bands hat in den Hangars auch schon stattgefunden. Zinks Traum allerdings hat sich noch nicht erfüllt: „Wenn man so viel Rasen hat wie wir hier, dann bietet sich ein Open-Air-Konzert doch geradezu an. Vielleicht gelingt es ja über kurz oder lang, eine namhafte Band hierher zu holen.”

Doch jetzt steht erst mal der Einstieg in die Sportszene an: Am Samstag, 5. September, werden in einer der drei Flugzeughallen Box-Fans auf ihre Kosten kommen, unter anderem will dann Jessica Balogun, Doppel-Weltmeisterin aus Aachen, ihren Titel verteidigen. So ein Hangar habe eine ganz eigene Atmoshäre, schwärmt Zink, „das ist nicht so gelackt und gestriegelt”.

Und er hofft, dass sich Lokalmatadorin Balogun als Publikumsmagnet erweist. „Bis zu 900 Zuschauer können wir in dem kleineren Hangar unterbringen, inklusive Boxring, Bestuhlung und Catering”, sagt er. Und sollte das Interesse noch größer sein, könnte die Veranstaltung kurzerhand in den größeren verlegt werden, der 1200 bis 1300 Zuschauern Platz biete.

Mario Guedes, Trainer und Veranstalter des Boxabends, kann sich vorstellen, dass es nicht bei einer einmaligen Veranstaltung auf Merzbrück bleibt.

Die Voraussetzungen für solche Großveranstaltungen, ob Sportevent oder Rockkonzert, seien jedenfalls optimal, meint Zink: Autobahnschluss, genügend Parkplätze, demnächst auch ein Anschluss an die Euregiobahn, Catering um die Ecke, abseits von Wohnbebauung. „Es wäre schändlich, den Flugplatz Merzbrück so liegen zu lassen, wie er jetzt ist”, ist er überzeugt.
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