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Auch ohne Satzung sollen alte Bäume Schutz genießen

Von: P. St.
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Roetgen - ein Meer von Bäumen: Die ortsprägenden Gehölze soll jetzt eine Arbeitsgruppe im Zuge einer Begehung herausfinden. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. An Bäumen mangelt es in der Gemeinde Roetgen nicht. Gemeint ist nicht der Wald, sondern die ortsprägenden Gehölze innerhalb der Ortslagen Roetgen, Rott und Mulartshütte. Stattliche Laubbäume sind unersetzlich für die visuelle Harmonie des dorftypischen Ortsbildes und deshalb ist ihr dauerhafter Erhalt enorm wichtig. Das weiß eigentlich jeder, aber in der Gemeinde Roetgenm möchte man auf Nummer sicher gehen und den ortsprägenden Baumbestand schützen.

Das Thema beschäftigt auch den Roetgener Umwelt-, Tourismus- und Forstausschuss schon eine Weile, und geht zurück auf einen Antrag der Grünen. Im Zuge der bisherigen Beratung wurde deutlich, dass eine Baumschutzsatzung nicht gewünscht ist, da man befürchtet, dass eine strenge, pauschalen Regelung beim Bürger einen kontraproduktiven Effekt erzielt. Also modifizierte die Verwaltung das Anliegen und regte die Erstellung eines Baumkatasters an. Ein solches Kataster würde es ermöglichen, einzelne Bäume oder Baumgruppen gezielt unter Schutz zu stellen.

Die Erstellung eines Baumkatasters kann laut Vorschlag der Verwaltung in der Praxis nur so aussehen, dass eine Arbeitsgruppe das bebaute Gemeindegebiet regelmäßig begeht und eine Auswahl der zu schützenden Bäume trifft. Diese Begehung, so hieß es in der zurückliegenden Sitzung des Forstausschusses, werden „zu einem unmittelbaren Kontakt mit den jeweiligen Grundstückseigentümern führen“, die dann bereits im Vorfeld „Anregungen und Bedenken zum Thema Baumschutz aäußern könnten“, lautete die Vorstellung der Verwaltung.

Dieses Szenario, dass eine Arbeitsgruppe aus Verwaltung und Vertretern der Fraktionen die Straßen des Gemeindegebietes durchstreift, erzeugte bei Stephan Speitkamp größtes Unwohlsein. Er sah sah nicht nur einen „Riesenaufwand“ für die Verwaltung sondern auch für die Arbeitsgruppe eine „Zumutung“ in einer solchen Beghung: „Da kommt nichts bei raus.“ Er setze zudem lieber auf die Eigenverantwortung der Bürger statt auf „Regelungswut.“

Ein Baumkataster mache seiner Auffassung nach im ländlichen Raum „keinen Sinn“, außerdem gebe es bei der Neuaufstellung eines Bebauungsplan genug Möglichkeiten, prägende Bäume zu erfassen.

Auch Joachim Mathee (UWG) bezeichnete das von der Verwaltung vorgeschlagene Vorgehen als „praxisfremd“, während Dr. Georg Dittmer (FDP) fand, dass die Gemeinde „den Schutz alter Bäume braucht“ und Helmut Mulorz (SPD) festhielt, dass es letztlich „nur um wenige alte Bäume geht.“ Gerd Pagnia (Grüne) teilte als Antragsteller einige dieser Bedenken, zumal die Bildung einer Arbeitsgruppe „nicht das Ziel“ des Antrags gewesen sei. Dennoch gelt es, „einen Anfang zu machen“, und für diesen Vorschlag gab es schließlich auch eine 7:5-Mehrheit. Demnach wird die Verwaltung jetzt mit der Bildung einer Arbeitsgruppe beauftragt, die im Rahmen einer Begehung ein Konzept zum Schutz alter, ortsprägender Bäume in der Gemeinde Roetgen earbeiteten soll.

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