Simmerath - Auch nach der Sommerpause wird scharf geschossen

WirHier Freisteller

Auch nach der Sommerpause wird scharf geschossen

Von: hes
Letzte Aktualisierung:
Die Wirtschaftsförderung der
Die Wirtschaftsförderung der Monschauer Nachbarn geht der Gemeinde Simmerath derzeit entschieden zu weit. Kritisiert wird auch, dass das neue Gewerbegebiet „auf der grünen Wiese” entstehen Foto: H. Schepp

Simmerath. Die erste Sitzung nach der parlamentarischen Sommerpause verlief in seltener Einmütigkeit. Zumindest bei „Punkt drei”, der, „zum ersten Mal in meinen 22 Jahren Kommunalpolitik” (CDU-Sprecher Bruno Löhrer) ein Monschauer Thema betraf.

Die Nachbarkommune möchte in Imgenbroich ein weiteres Gewerbegebiet ansiedeln, und das passt Rat und Verwaltung nun überhaupt nicht. Vor allem das geplante Fachmärkte-Zentrum und ein weiterer Vollsortimenter hielten am Dienstagabend die Sprecher aller Fraktionen für „vollkommen überflüssig”, ja gefährlich, weil dies zu einem „ruinösen Wettbewerb” führe und für die Gemeinde Simmerath nach Expertenschätzung einen Kaufkraftverlust von 15 Prozent und mehr bedeute. Entsprechende Mahnungen hatten ja vor wenigen Tagen zum zweiten Mal auch einige Simmerather Gewerbetreibende öffentlich geäußert.

Harsch kritisiert wurde im Planungsausschuss nun besonders auch die Vorgehensweise seitens der Monschauer Verwaltung. Bürgermeisterin Margareta Ritter hatte nämlich eine Woche vor der Simmerather Sitzung mitgeteilt, dass sie „beabsichtige, dem Rat der Stadt Monschau vorzuschlagen, aufgrund der vorgebrachten Bedenken im Rahmen der Beteiligung der Kommunen und Behörden, die Planungen zu überarbeiten und die Verkaufsflächen zu reduzieren”. Die Planung zur Ansiedlung eines Fachmarktzentrums mit zentrenrelevanten Sortimenten solle danach nicht weiter verfolgt werden, so die Bürgermeisterin, die aber ankündigte: „Die überarbeiteten Planungen zur Ansiedlung eines Lebensmittelvollsortimenters werden ... erneut vorgestellt”.

So sehr Rat und Verwaltung in Simmerath grundsätzlich die Monschauer Überarbeitungsabsicht begrüßen, so sehr befürchtet man dahinter doch einen Schachzug des Nachbarn. „Der Gemeinde Simmerath wird dadurch die Möglichkeit genommen, schon im ersten Schritt des Verfahrens Bedenken zu äußern”, meinte Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, und auch Stephan Weber (UWG) befürchtet, „dass wir hier durch die kalte Küche ausgesperrt werden sollen, denn wir wissen ja nun überhaupt nicht, wie umfänglich die neue Planung ist”. Was sei beispielsweise, wenn Monschau statt der verworfenen zentrenrelevanten Fachmärkte nun mit nicht-relevanten Fachmnärkten wie Möbel-, Bau- und Hobbymarkt um die Ecke komme? Klaus Stockschlaeder ging noch härter mit den Nadchbarn ins gericht: „Da wird von Monschauer Seite alles getan, immer wieder einen neuen Streitpunkt hochzufahren”, meinte der Grünen-Politiker zur Vorgehensweise der Stadt.

CDU-Sprecher Bruno Löhrer sah einen anderen Ansatz, das Monschauer Vorhaben zu unterbinden. „Die überdimensionierte Planung wird immer wieder damit begründet, dass Monschau Mittelzentrum sei. Diese Auffassung stammt aber noch aus den 70er Jahren und ist heute von der Realität überrollt werden”, sagte Löhrer und stellte fest: „Simmerath hat 3000 Einwohner mehr und ist nicht nur bezüglich Versorgung der Bevölkerung de facto das Mittelzentrum der Region”, meinte Löhrer.

Gespräch vorab vermisst

Manfred Sawallich (SPD) bedauerte „das neue Feld des Streits” und warf der Stadt Monscau Versäumnisse vor: „Warum kann man ein solches Vorhaben nicht so mit der Nachbarkommune abstimmen, dass beide und vor allem der Kunde gewinnen? So geht es zu Lasten beider Gemeinden, weil der Bedarf an Einzelhandel für Monschau wie auch für Simmerath längst gedeckt ist”, hätte sich der Sozialdemokrat „ein Gespräch vorab gewünscht”. Er habe, schloss Sawallich, „nichts gegen fairen Wettbewerb”, aber hier werde „großen, deutschlandweit konkurrierenden Konzernen die Tür zum Duell geöffnet”. Und Parteigenosse Marc Topp sieht mit einem weiteren Vollsortimenter „die letzten kleinen Märkte in den Orten noch mehr in ihrer Existenz bedroht als ohnehin schon”.

Der Planungsausschuss formulierte schließlich in seinem Berschluss „erhebliche Bedenken” gegen den Bebauungsplan „Imgenbroich Nord-West” und beauftragte die Verwaltung, in allen weiteren Verfahrensschritten die Bedenken der Gemeinde Simmerath vorzubringen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert