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Auch in der Eifel bricht die CDU ein

Von: P.St./hes/ess
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Im Wahllokal im Monschauer Aukloster gab Grünen-Direktkandidat Werner Krickel (li.) am Sonntagmorgen seine Stimme für die Landtagswahlen ab. Auch wenn Krickel letztlich keine realistische Chance auf das Direktmandat hatte, freute er sich doch über mehr als 20 Prozent Erststimmen in der Altstadt und 14,4 Prozent im gesamten Stadtgebiet. In der Gemeinde Roetgen wählten den Grünen-Kandidaten aus Monschau sogar 16,7 Prozent, in Simmerath hingegen nur 9,4 Prozent. Foto: Heiner Schepp

Nordeifel. Bei der Landtagswahl 2010 ist die CDU auch in der Eifel der große Verlierer. Das Landestrend setzt sich auch in Monschau, Simmerath und Roetgen fort, und Ergebnisse über 50 Prozent für die Christdemokraten werden immer seltener.

Noch schlimmer: Die Verluste der CDU liegen bei den Zweitstimmen in allen drei Eifelkommunen im zweistelligen Bereich, während die SPD relativ stabil blieb. Die Grünen haben nicht nur in Düsseldorf, sondern auch in der Eifel Grund zum Jubeln. In Monschau, der Heimatstadt des Landtagskandidaten Werner Krickel, verdreifachten die Grünen fast ihr Ergebnis.

Kopf-an-Kopf-Rennen

Mit großer Spannung verfolgte man auch im Südkreis das gegen Ende immer enger werdende Kopf-an-Kopf-Rennen im Wahlkreis 4 zwischen dem Stolberger Landtagskandidaten Axel Wirtz (CDU) und Newcomer Stefan Kämmerling (SPD) aus Eschweiler. Erst mit dem Eintreffen der letzten Ergebnisses stand fest, dass Axel Wirtz ganz knapp die Nase vorn hatte und erneut im Landtag vertreten sein wird. Auch an den vergleichsweise schwachen Eifelergebnissen dürfte es gelegen haben, dass so lange zittert werden musste. Das beste Ergebnis holte Axel Wirtz in Simmerath mit 52,1 Prozent, in Monschau blieb bereits bei 47,6 Prozent hängen, und in Roetgen erzielte er mit 40 Prozent ein achtbares Ergebnis.

Wie schnell sich die Verhältnisse ändern können, zeigt ein Blick auf die Landtagswahl 2005, als die SPD in der Eifel (mit Ausnahme von Roetgen) wie auch im Land der große Verlierer war. Damals strahlte die CDU, die in Monschau und Simmerath nahezu 60 Prozent der Stimmen auf sich vereinigten.

Ernst nehmen muss man auch wohl auch in die Zukunft die Linke, die in Simmerath und Monschau die Fünf-Prozent-Hürde nahm und nur in Roetgen knapp darunter blieb.

Dass es am Sonntagabend bei der Eifeler CDU lange Gesichter gab, ist gut nachvollziehbar. Man hat hat nach lediglich fünfjähriger Regierungszeit in Düsseldorfer das Land schon wieder an die SPD verloren, und diese Entwicklung, so weiß man aus Erfahrung, wird auch nicht ohne Auswirkungen auf die Kommunalpolitik bleiben.

Wechsel in der Bezirksregierung?

„Wir hatten zur nun abgewählten Landesregierung einen guten Draht - so wie wir diesen aber auch zu den vorherigen SPD-Landesregierungen hatten”, sagte Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter in einer ersten Reaktion. Grundsätzlich müsse man aber feststellen, dass eine CDU-geführte Regierung in Düsseldorf den ländlichen Kommunen eher nütze, während die SPD traditionell in den Städten an Rhein und Ruhr stärker sei und daran auch ihre Politik ausrichte.

Ebenso spannend, wie die Frage, wer künftig in NRW regieren wird, dürfte für die Kommunen die Frage werden, wer künftig Regierungspräsident sein wird. Vor fünf Jahren musste Jürgen Roters infolge des SPD-Debakels seinen Stuhl für CDU-Mann Hans-Peter Lindlar räumen. Gibt es nun einen erneuten Platrzwechsel in der Kölner Bezirksregierung?

Dort, wo in Roetgen ansonsten der Gemeinderat zusammentritt, wühlte am Sonntagabend der Vorstand eines Briefwahlbezirks in den Stimmzetteln. Keine Wahlparty, nichts, absolute Stille, nur Betriebsamkeit im Wahlamt, wo die Urnen aus den Stimmbezirken abgeliefert wurden.

Der kräftige Denkzettel für die CDU war nicht die große Überraschung. Hätte die SPD einen bekannteren Mann als Stefan Kämmerling am Start gehabt, hätte CDU-Mann Axel Wirtz wahrscheinlich ein richtiges Problem bekommen. Grünen-Direktkandidat Werner Krickel holte mit fast 17 Prozent ein gutes Ergebnis, während FDP-Mann Kurt Victor aus Monschau in der kleinsten der drei Eifelkommunen knapp über die fünf Prozent rutschte. Immerhin 113 Zweitstimmen gewann die Piraten-Partei. Die rechten Parteien blieben bedeutungslos, 40 Stimmen gab es für die NPD, 16 für die Republikaner. Die Fangemeinde der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) hat sich halbiert. Diesmal gab es neun Stimmen.

Über 100 wählten „pro NRW”

Nachdenklich sollte die etablierten Parteien stimmen, dass in der Stadt Monschau 68 Wähler und in der Gemeinde Simmerath deren 47 ihre Zweitstimme der rechtsextremen Partei „pro NRW” gaben. In Roetgen erhielten die Islam-Gegner dagegen keine einzige Stimme.
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