Roetgen - Auch im Rat Mehrheit für Aldi an der B258

Auch im Rat Mehrheit für Aldi an der B258

Von: Helga Giesen
Letzte Aktualisierung:
aldi-roe_bu
Auf dieser Brache an der unteren Bundesstraße in Roetgen möchte sich Aldi ansiedeln. Der Standort wurde vor zwei Jahren von den damaligen Mehrheitsfraktionen CDU und Grüne gekippt. Jetzt formiert sich bereits massiver Protest der Anwohner. Foto: Ernst Schneiders

Roetgen. Gleich zweimal hat die geplante Aldi-Ansiedlung an der Bundesstraße den Roetgener Rat beschäftigt. In der Fragestunde für Einwohner richtete sich Lutz Heisterbaum als Sprecher der Anlieger mit einigen kritischen Anfragen an Verwaltung und Fraktionen. Später stand der Beschluss zur Offenlage des Bebauungsplans auf der Tagesordnung.

Als hypothetisch wies Bürgermeister Manfred Eis die Frage zurück, wo die Roetgener Bürger am liebsten einen Aldi hätten, denn eine Bürgerbefragung hat nicht stattgefunden. Der Standort sei den meisten wohl auch egal, mutmaßte UWG-Fraktionsvorsitzende Silvia Bourceau.

Zahlen sagen nichts über Befindlichkeiten aus

Die Befürchtungen der benachbarten Anwohner zu Beeinträchtigungen durch die Grundflächengröße und die Höhe sowie durch Lärmbelästigung wurden von den Befürwortern nicht geteilt, sondern auf entsprechende Gutachten verwiesen. „Zahlen auf dem Papier sagen nichts über die gefühlte Wirklichkeit vor Ort aus”, merkte dazu ein Anwohner an, der in der Vergangenheit bereits einschlägige Erfahrungen mit Plus, heute Netto, gemacht hatte.

„Wir teilen die Bedenken der Anlieger”, erklärte Michael Seidel (CDU), dass seine Fraktion dem Bebauungsplan nicht zustimmen werde. Klaus Onasch betonte, dass die SPD die Interessen aller Roetgener Bürger vertrete und wies den Vorwurf zurück, dass seine Partei dem Investor hinterhergelaufen sei.

Ärger mit Anliegern ignoriert

„Aus unserer Sicht unmöglich”, bewertete auch Gerd Pagnia (Grüne) das Vorhaben und wunderte sich darüber, dass Aldi offenbar den Ärger mit Anliegern an der Faulenbruchstraße gescheut habe, aber die Probleme an der Offermannstraße ignoriere.

Dr. Georg Dittmer sah in der geplanten Bebauung auch Positives für die Anlieger. Immerhin biete sie Lärmschutz gegenüber dem Verkehrslärm der Bundesstraße, erklärte der Liberale und betonte, dass die FDP schon immer zur Ansiedlung an der Bundesstraße tendiert habe. Silvia Bourceau stellte fest, dass es in Roetgen zurzeit an drei geplanten Gewerbestandorten Betroffene gebe. Für sie müsse man überall das Beste herausholen, generell stimme man den Plänen zu.

Bürgermeister Manfred Eis erinnerte daran, dass schon in der Bauausschusssitzung vor einer Woche mehr als zwei Stunden diskutiert worden sei und bat um eine zügige Abstimmung. Immerhin musste zu fast 40 Einzelpositionen aus der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit ein Votum abgegeben werden, was auch ohne weitere Stellungnahmen mit dem zu erwartenden Ergebnis geschah: Wie schon im Bauausschuss sprachen sich SPD, UWG und FDP dafür, CDU und Grüne dagegen aus. Mit 15:11 Stimmen wurde dann auch der Beschluss zur Offenlage gefasst.

Ein Sprecher des Investors hatte mitgeteilt, dass inzwischen auch die Eigentumsverhältnisse geklärt seien und ein Kaufvertrag für das Grundstück mit der Firma Aldi notariell beurkundet worden sei.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert