Roetgen/Aachen - Auch die Tierwelt könnte mit einem Windpark leben

Auch die Tierwelt könnte mit einem Windpark leben

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:

Roetgen/Aachen. Auch die Tierwelt könnte mit einem neuen Windpark im Münsterwald leben. Zumindest gibt es keine Gründe aus dem Bereich der Fauna, die ein Verbot der zehn geplanten und 185 Meter hohen Anlagen nach sich ziehen würden.

Nicht einmal eine Ausnahmegenehmigung wegen einer der dort lebenden Tierarten muss beantragt werden. So lassen sich die 68 Seiten zusammenfassen, die eine weitere Expertise umfasst, die den Titel „Gutachten bezüglich Artenschutz für den geplanten Windpark Aachener Münsterwald” trägt. Erstellt worden ist sie im Auftrag der Stadt von „pro terra Büro für Vegetationskunde, Tier- und Landschaftsökologie” aus Aachen. Damit liegt nach jenem zum Landschaftsbild (wir berichteten) bereits das zweite Gutachten vor, das aus der jeweiligen Sicht keine Bedenken gegen den Windpark erhebt.

Rund ein Jahr lang haben die Experten untersucht, welche Tierarten im Münsterwald vorkommen. Im Gutachten geht es in ausführlichen Kapiteln insbesondere um die streng geschützten Fledermäuse sowie Vögel. In Sachen Fledermäuse wurden dabei sieben Arten gefunden. Vor allem die Zwergfledermaus wurde regelmäßig geortet. Unter dem Strich kommen die Gutachter dennoch zu dem Fazit: „Insgesamt weist das Untersuchungsgebiet nur eine mittelmäßige Nutzung durch Fledermäuse auf.” Die „Dichte” der typischen Waldfledermausarten sei relativ gering.

Unabdingbar ist auch die Untersuchung der Vogelwelt, denn: „Die Errichtung des hier betrachteten Windparks im Bereich des Aachener Münsterwaldes kann gerade im Hinblick auf das Vorkommen bestimmter Vogelarten zu erheblichen Beeinträchtigungen führen, so dass eine Erhebung des Vogelbestandes und eine Prognose der Auswirkungen der geplanten Anlage auf die vorkommenden Arten im betrachteten Gebiet erforderlich ist”, heißt es. Auch aus verschiedenen Erlassen und Verordnungen auf Landesebene gehe diese Notwendigkeit hervor. Insgesamt wurden bei den Untersuchungen 47 Vogelarten nachgewiesen. Davon gelten laut der „Roten Liste” des Landes sieben als gefährdet oder stark gefährdet.

Der 400 Hektar umfassende Münsterwald habe nur mäßig strukturreichen Waldbestände. Unter diesem Gesichtspunkt sei ein „durchschnittlich gutes Artenspektrum” vorhanden. Unter dem Strich heißt es unter anderem: „Es handelt sich nicht um ein Gebiet mit herausragender Bedeutung für Vögel, jedoch weisen die betrachteten Flächen Arten auf, die regional naturfachlich bedeutsam sind.”

Beeinträchtigungen vermeiden

Zwar sehen die Gutachter letztlich keine Verbotsgründe für die Windanlagen im Münsterwald, jedoch sollen verschiedene Maßnahmen ergriffen werden, um Beeinträchtigungen der Arten zu vermeiden. So sollen zum Beispiel wertvolle Altholzbestände im Rahmen der „frühzeitigen Standort- und Wegeoptimierung” vor allem für Vögel und Fledermäuse erhalten und durch eine Pufferzone gesichert werden.

Das Abholzen der für die Anlagen benötigten Waldbereiche - rund ein Hektar pro Windrad - muss außerhalb der Brut- und Fortpflanzungszeiten der Fledermäuse und Vögel stattfinden. Vor allem ältere Bäume mit Höhlen und Spalten müssen rechtzeitig vor dem Abholzen auf Fledermaus- und Vogelbestand kontrolliert werden.

Dieses wie auch das umfangreiche Gutachten zum Landschaftsbild werden unter andferem in der nächsten Sitzung des Umweltausschusses am 20. September um 17 Uhr im Sitzungssaal des Fachbereichs Umwelt, Reumontstraße 3, vorgestellt.
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