Asphaltierung des Vennbahn-Radweges wird zum Problem

Von: P. St.
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Die Radfahrer müssen noch ein
Die Radfahrer müssen noch ein wenig warten. Die Arbeiten am Vennbahn-Radweg sind, wie hier am Bahnhof Konzen, in vollem Gange. Rechts geht es auf Feinsplit Richtung Lammersdorf. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Das selten gewordene Birkhuhn wird zwischen den Kritikern und Befürwortern des durch das Paustenbacher Venn führenden Vennbahn-Radweges als wichtigstes Argument hin und her geworfen.

Dass ein 2,5 Kilometer langes, durch das Naturschutzgebiet führendes Teilstück des Premium-Radweges nun endgültig nicht asphaltiert wird, liegt aber keineswegs am Birkhuhn, sondern an anderen Lebewesen.

Die belgische Urbanisierungsbehörde hat die Bauausführung in Asphalt zwischen Lammersdorf und Konzen/Bundesstraße aus artenschutzrechtlichen Gründen untersagt, da es sich hier um einen besonders sensiblen Bereich mit schützenswerten Kleinlebewesen handele, denen der Weg über den im Sommer heißen Asphalt zum Verhängnis werden könnte.

Diesen Sachstand teilte jetzt Manfred Strang, bei der Städteregion Aachen als Projektleiter für die Vennbahn-Route immer nah am aktuellen Geschehen, dem Simmerather Strukturausschuss mit.

Die Arbeiten gehen zügig voran am insgesamt 125 Kilometer langen Radweg auf der ehemaligen Vennbahntrasse zwischen Aachen und Troisvierges an der luxemburgischen Grenze. Anfang Juni sollen die Arbeiten in Lammersdorf fortgesetzt werden.

Die baulichen Aktivitäten konzentrieren sich augenblicklich auf den Bereich zwischen Konzen/Bahnhof und Kalterherberg, wo asphaltiert und die Querung der Bundestraße gebaut wird. Auf diesem Stück wurden zwei Brücken abgerissen, das Viadukt Reichenstein wurde umfangreich saniert.

Bis zum 30. Juni soll laut Strang der Abschnitt Aachen-Kalterherberg fertig gestellt sein. Eine Ausnahme bildet allein die Querung der Himmelsleiter. Bevor hier der Tunnel fertig ist, werden die Radfahrer sicher am Münsterwald vorbei Richtung Roetgen umgeleitet.

Der aufwändige Tunnelbau (Kosten 200.000 Euro) ist unverzichtbar, da der Radweg sich streng an der ehemaligen Bahntrasse orientieren soll; ein Abweichen an der Himmelsleiter würde zudem erheblich von der maximalen Steigung des Radweges von drei Prozent abrücken. Das Tunnelelement wird auf die Straße gelegt, was dazu führt, dass die Senke in diesem Bereich bis zu sechs Meter angehoben wird, und die nicht unproblematische „Sprungschanze” damit verschwindet.

Wenig Verständnis zeigte man im Ausschuss dafür, dass die Asphaltierung zwischen Lammersdorf und Konzen durch Feinsplit unterbrochen wird, was weniger den Radfahrern, aber um so mehr den Inline-Skatern das Vergnügen bremsen dürfte.

Der Artenschutz steht dem Vennbahnweg aber auch zwischen Kalterherberg und Sourbrodt im Weg, wo das Baunkehlchen sich aufhält. Manfred Strang zum Stand der Dinge in diesem Bereich: „Still ruht der See.”

Für Diskussionsstoff sorgte aber auch die Verkehrsregelung insbesondere im Bereich der Ortslage Roetgen, wo dem Vennbahn-Radfahrer gegenüber dem Autofahrer Vorrang eingeräumt wird. Eine ständige wechselnde Vorfahrtsregelung sei „brandgefährlich”, sah Klaus Stockschlaeder von den Grünen Unheil nahen, zumal die Regelung auf belgischer Seit gegenteilig sei.

Stephan Weber (UWG) sprach gar von „Unvernunft”, da bei einem Zusammenstoß der Radfahrer „immer der Leidtragende” sei.

Manfred Strang hingegen verteidigte die getroffene Regelung: Ein Premium-Radweg sollte einen gewissen Vorrang genießen, und wenn die Vorfahrtsregelung wechsele, „kann man dies durchaus auch als Beitrag zu einer erhöhten Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmer sehen”.
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