Radarfallen Blitzen Freisteller

Anwohner klagen über Verkehr: Lösungen für die Eschbachstraße?

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
15122693.jpg
Rechtlich gesehen grenzwertig und von den Autofahrern weitgehend ignoriert: Das „Anlieger Frei“-Schild an der Monschauer Eschbachstraße. Foto: P. Stollenwerk
3434
Der Engpass Nummer eins in der Eschbachstraße: Nur mit Rangiermanövern funktioniert hier der Begegnungsverkehr. Foto: P. Stollenwerk
15122680.jpg
Tempo 70 in der Monschauer Straße hat ausgedient. Hier soll die Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h reduziert werden. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Zu eng, zu gefährlich, zu unübersichtlich, zu viel Verkehr und eine Beschilderung, die kaum jemanden interessiert: Die Eschbachstraße, die Monschau und Imgenbroich auf kurzem Weg verbindet, bekommt von den Anwohnern ganz schlechte Noten.

Das rund zwei Kilometer lange Fahrbahnstück, einschließlich der Alten Monschauer Straße, ist ein echter Dauerbrenner; schon seit Jahren sehnen die Anwohner das Ende der Unzulänglichkeiten herbei. Eine große und für alle Seiten zufriedenstellende Lösung ist aber auch nach der jüngsten Bürgerversammlung, zu der die Stadtverwaltung eingeladen hatte, nicht in Sicht. Aber immerhin verließen die rund 25 Teilnehmer das Aukloster nicht ganz mit leeren Händen. Es zeichnen sich zumindest Lösungsansätze ab, die kurzfristig umgesetzt werden sollen.

Bei der lebhaften Diskussion wurde aber am Ende deutlich, dass der eigentliche Schlüssel zum Erfolg bei den Verkehrsteilnehmern selbst liegt. „Das Problem wäre bedeutend kleiner, wenn langsamer gefahren würde“, meinte eine Anwohnerin. Vor allem aber, so die einhellige Meinung, wäre es zielführend, die Autofahrer zu motivieren, wieder zu ihren alten Fahrgewohnheiten zurückzukehren und nur ausnahmsweise die Eschbachstraße zu nutzen.

Diese ist aber als Abkürzung, vor allem für Bürger aus Höfen, längst der Regelfall geworden. Dies liegt vor allem in der Großbaustelle Burgring begründet (Baubeginn Ende 2014). Mit der Aufhebung der Baustellen (optimistisch geplant Ende 2017) ist die Hoffnung verbunden, dass die Autofahrer wieder ihre gewohnte Fahrstrecke über die B 258 nutzen und sich die Situation auf dem „Mühlchen“ wieder von alleine beruhigt. Einen Zeitgewinn bringe der Weg über die Eschbachstraße nicht, berichteten Diskussionsteilnehmer aus eigener Erfahrung.

Die Stadt Monschau, kündigte Bürgermeisterin Margareta Ritter an, werde beim Prozess der Umgewöhnung gerne noch ein wenig Motivations- und Erziehungshilfe leisten, denn im Anschluss an die Baumaßnahme Burgring werde die Eschbachstraße für mindestens drei Monate voll gesperrt, da im unteren Teil (Pflasterbereich) die Regenentwässerung erneuert werden müsse.

„Die Eschbachstraße ist lebensgefährlich “, beschrieb ein Anwohner, der hier seit 2011 ein Ferienhaus nutzt, anschaulich die Situation für Fußgänger. Er berichtete über Beschimpfungen, Ausweichmanöver und Autos, die mit Tempo 70 über den Bürgersteig fahren würden. Ein anderer Anwohner schilderte, dass auch Kinder aus der Jugendherberge Hargard, die über die Eschbachstraße zu Fuß in die Altstadt wollten, dauerhaft gefährdet seien, weil der Verkehr „unheimlich zugenommen hat“.

Besonders seit die Einbahnregelung durch das Schild „Anlieger frei“ aufgehoben worden sei, „hat hier jeder ein Anliegen“, beschrieb ein Anwohner die Alltagsrealität und wünschte sich, „zur alten Regelung zurückzukehren“.

Diesem Wunsch setzte die Bürgermeisterin eine andere Realität entgegen: Nachdem die Stadtverwaltung seinerzeit die 118. Ausnahmegenehmigung erteilt habe, mit der Anlieger die Eschbachstraße in beiden Richtungen befahren durften, habe die Polizei der Sonderregelung ein Ende gesetzt, da die Situation nicht mehr kontrollierbar gewesen sei. Bis hinauf zum Grindel seien Bürgern Ausnahmegenehmigungen erteilt worden. Das anschließend aufgestellte „Anlieger frei“-Schild habe nicht die erhoffte Bremswirkung gehabt. Den nicht vorhandenen Effekt bestätigt auch ein Anwohner: „90 Prozent der Autofahrer haben kein Anliegen sondern suchen eine Abkürzung.“

1250 Fahrzeuge am Tag

Die „schlechte Ausbauqualität“ der Kreisstraße steht auch für Margareta Ritter außer Zweifel. Würde man die Straße jetzt zur kommunalen Straße herabstufen, wäre damit nicht automatisch eine Reduzierung des Verkehrsaufkommens verbunden. Abgesehen davon würde ein Ausbau der Straße für die Stadt Monschau ein „finanzielles Desaster“ bedeuten.

Bei der Diskussion zeigte sich auch, dass subjektives Empfinden der Anwohner und die behördlich festgestellte Faktenlage nicht immer deckungsgleich sind, wie man den Ausführungen von Thomas Pilgrim, dem Leiter des Umweltamtes der Städteregion Aachen und Dirk Gobbelé, dem Leiter der Abteilung Straßenbau und Verkehrslenkung der Städteregion, entnehmen konnte.

Zwar entspreche die Eschbachstraße absolut nicht den Kriterien einer Kreisstraße, aber dennoch gelte für klassifizierte Straßen, dass diese grundsätzlich von Beschränkungen freizuhalten sei. Bei Zählungen an vier Terminen in diesem Jahr seien im Durchschnitt 1250 Fahrzeuge pro Tag (in Spitzenzeiten 125 in der Stunde) gezählt worden.

Dieses Verkehrsaufkommen auf einer Kreisstraße sei nicht außergewöhnlich. Bei Geschwindigkeitsmessungen in der 30er-Zone seien 54 Prozent Überschreitungen festgesellt worden, aber nicht in einem auffälligen Bereich. Auch Gobbelé bezeichnete das „Anlieger frei“-Schild als „grenzwertig“. Dieses Verkehrszeichen sei ohnehin „das überflüssigste“ in der gesamten Straßenverkehrsordnung.

Den Vorschlag, eine Ampel zu installieren, sehe er im Verhältnis zum Verkehrsaufkommen als „nicht angemessen“ an. Nach rund 90-minütigem Austausch brachte Bürgermeisterin Margareta Ritter die Erkenntnisse noch einmal auf den Punkt: „Der einzige Weg ist, dass wir es schaffen, den Verkehr aus der Eschbachstraße herauszuhalten.“

Leserkommentare

Leserkommentare (4)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert