Anrufe häufen sich: Heimische Schlangen sind nicht gefährlich

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
ringelnatter_bu
Sorgt für so manchen Schrecken: In den Sommermonaten werden häufig Ringel- und manchmal auch Schlingnattern (Foto) in Gärten entdeckt. Fürchten müssen Menschen die Schlangen aber nicht. Foto: Imago

Nordeifel/Nideggen. In der Biologischen Station, bei Ordnungsämtern und der Feuerwehr häufen sich in den Sommermonaten die Anrufe besorgter Bürger, die eine Schlange in ihrem Garten entdeckt haben. Die Kriechtiere sind ähnlich beliebt wie Spinnen und Mäuse, viele halten sie gar für gefährlich.

Dabei sind Ringelnattern nicht gefährlich, sondern allenfalls gefährdet. Die Lebensbedingungen für die Kriechtiere werden immer schlechter. Vor 50 bis 60 Jahren fanden die Nattern hier bessere Bedingungen vor. „Das Land war noch nicht so stark entwässert, und die Ringelnattern bevorzugen eben feuchte Gebiete”, erklärt Heidrun Düssel-Siebert von der Biologischen Station in Nideggen.

„Nahrung” stirbt aus

Auch für die Schlingnatter, eine weitere heimische Schlange, wird der Lebenskampf härter. Die Schlingnatter ernährt sich von Eidechsen. Aber auch die werden in einer intensiv genutzten Natur immer seltener, und damit wird der Schlingnatter die Lebensgrundlage genommen.

Vor allem in naturnahen Gärten mit einem Teich oder in der Nähe von Gewässern werden die Ringelnattern häufig entdeckt. Wer Glück hat, kann eine Natter sogar beim Schwimmen beobachten - oder beim Sonnenbad.

„Die Nattern sind wechselwarme Tiere. Gerade jetzt, wo es nicht mehr so heiß ist, legen sie sich gerne mittags in die Sonne”, erklärt Düssel-Siebert. Eine Entdeckung, die man nur selten macht, die viele Menschen aber verunsichert. „Vor den heimischen Schlangen braucht sich niemand zu fürchten. Giftig sind die Schlagen in unserer Region nicht”, sagt Düssel-Siebert.

Die Ringelnatter werde aber häufig mit der giftigen Kreuzotter verwechselt. Deren Vorkommen könne für die Region nicht belegt werden. Auf Fotos von vermeintlichen Kreuzottern seien fast immer Nattern oder Blindschleichen zu sehen.

In der Biologischen Station freuen sich die Mitarbeiter über jede Schlange, die gemeldet wird. Ringelnattern stehen nämlich auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Getötet, gefangen oder umgesiedelt werden dürfen sie nicht.

Eigentlich, sagt Düssel-Siebert, sei es ein Glücksfall, wenn man einer Schlange beim Sonnenbaden oder Beuteverschlingen zuschauen dürfe. Die Tiere sind nämlich sehr scheu und machen sich meist schon aus dem Staub, wenn sie die Schritte des Menschen in der Nähe spüren.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert