Roetgen - Anlieferung für Anwohner „ein Unding”

Anlieferung für Anwohner „ein Unding”

Von: heg
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Die Zufahrt für die Anlieferu
Die Zufahrt für die Anlieferung liegt in der Stichstraße der Rosentalstraße, die zur Sporthalle des TV Roetgen führt. Foto: Helga Giesen

Roetgen. Vor einer stattlichen Zuhörerkulisse fand in Roetgen die letzte Ratssitzung vor der Sommerpause statt. 14 Tagesordnungspunkte boten reichlich Stoff für lange und teils sehr emotional geführte Diskussionen.

Für die Zuhörer waren in der „Fragestunde für Einwohner” drei Themen von Interesse. Zum einen zeigte sich, dass die Gebührengestaltung bei der Müllabfuhr nach der Neuordnung des Gebührensystems sowie der Einführung der Biotonne für viele Bürger immer noch nicht nachvollziehbar ist.

Der „Schwarze Peter” für die Gründe der daraus resultierenden Erhöhungen vor allem für die Verursacher kleiner Müllmengen werde zwischen Entsorger und Gemeinde hin- und hergeschoben, beklagten sie mangelnde Transparenz. Die zwei Sachverhalte hätten unglücklicherweise gleichzeitig stattgefunden, stünden aber in keinem Zusammenhang, wies Kämmerer Heinz Mertens die Vermutung zurück, die Gemeinde wolle sich hier bereichern und versprach individuelle Beratung.

Ähnlich kontrovers ging es zu beim Thema „Wohnpark Greppstraße” sowie bei der Diskussion um die erneute Offenlage des Bebauungsplans für die Erweiterung des Edeka-Marktes an der Rosentalstraße. Im Fokus von Anliegern und Ratsmitgliedern stand vor allem eine unbefriedigende Lösung für die Anlieferung. Ursprünglich vorgesehen war eine vollständige Einhausung des Anlieferbereichs. Dies jedoch könne lärmschutztechnisch nicht begründet werden und könne somit unter dem Aspekt der Einhaltung der Immissionsrichtwerte entfallen, hatte ein Gutachten ergeben. Unter anderem über diese Änderung musste neu abgestimmt werden.

Obwohl nach einem interfraktionellen Gespräch mit dem Projektentwickler alle Fragen geklärt schienen, flammte erneut eine erbitterte Diskussion auf. Die CDU hatte sich nach weiteren Gesprächen mit den Anliegern nun doch auf deren Seite geschlagen und wollte diesem Punkt ebenso wie die Fraktion der Grünen nicht zustimmen.

Ein Fall fürs Veterinäramt?

Für die Anlieger an der Stichstraße, über die zurzeit und auch künftig die Anlieferung für die Metzgerei erfolgt, stellte sich nicht nur die Frage, wie knapp die im Gutachten ermittelten, zu erwartenden Lärmimmissionen unter den zulässigen Grenzwerten liegen und ob in der Praxis nicht doch Überschreitungen zu erwarten sind. Noch mehr beschäftigte sie, warum, wenn schon ein großer Umbau geplant ist, nicht die Anlieferungen an zentraler Stelle zusammengefasst werden.

Die Anlieferung für die Metzgerei erfolge über ein für schwere Lkw nicht ausgelegtes, öffentliches Gelände. Der Wendehammer werde blockiert sowie Straße und Privatanlagen ramponiert. Ihre Schilderung der Zustände ließ Fachmann Wolfgang Schruff (CDU) aufhorchen, der hier auch einen Fall für das Veterinäramt sah.

Den Anliegern wurde von den Politikern mit auf den Weg gegeben, ihre Einwendungen während der Offenlage detailliert vorzutragen.

Auch wenn in den Detailfragen, zu denen auch die Parkplatzsituation, die Art und Weise, wie eine Lärmschutzmauer zu errichten sei oder die Dimension von Werbeanlagen gehörten, keine Einmütigkeit zu erzielen war, wurde die erneute Offenlage des Bebauungsplans beschlossen.
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