Aachen - Anja Geurtz ist die neue Theaterpädagogin des Grenzlandtheaters

Anja Geurtz ist die neue Theaterpädagogin des Grenzlandtheaters

Von: Udo Kals
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Die neue Theaterpädagogin des
Die neue Theaterpädagogin des Grenzlandtheaters: Anja Geurtz. Foto: Harald Krömer

Aachen. Am Freitag fällt für Anja Geurtz der letzte Vorhang. Seit 1998 steht die 44-jährige Deutschlehrerin vor den Schülern der Aachener Hauptschule Aretzstraße. „Und das”, sagt sie, „das ist jeden Tag so etwas wie eine Bühne.” Doch damit ist mit dem nahen Beginn der Sommerferien Schluss.

Ab dem 1. September arbeitet sie fürs richtige Theater, fängt sie als Theaterpädagogin bei der Kinder- und Jugendsparte des Grenzlandtheaters (Greta) an. „Darüber freue ich mich riesig. So eine Chance durfte ich mir nicht entgehen lassen”, sagt sie und strahlt.

Wobei: Eigentlich ist Anja Geurtz bereits da. Über dem Theater in der Aachener Elisengalerie hat sie schon ihren Schreibtisch. Seit einigen Wochen arbeitet sie sich in Teilzeit ein, schaut ihrer bald scheidenden Vorgängerin Monika Reichle über die Schulter. Denn vor und in den Ferien, das weiß die Lehrerin aus eigener Erfahrung ja bestens, wird schon viel für das kommende Schuljahr geplant. Und dann soll Greta eine Hauptrolle an so mancher Schule in der Städteregion spielen. Daher bereitet sie derzeit bereits die Unterrichtsmaterialien vor, die zum Schulbeginn für die Lehrer fertig sein sollen.

Kostenloses Theater

Bietet das Theater bereits seit Jahren Produktionen für Jugendliche an, die die Schulen buchen können und die vor Ort gespielt werden, gehen die Städteregion und die „hauseigene” Bühne nun - wie auch das Aachener Das-Da-Theater - noch einen Schritt weiter. Im neuen Spieljahr gibt es für Kindergärten und Schulen in der Städteregion kostenloses Theater. Im Falle des Grenzlandtheaters bedeutet dies konkret: Je 30 Aufführungen der Stücke „Die Leiden des jungen Werther” und „Die Geschichte von Lena” werden für Jugendliche ab zwölf Jahren an vier Spielstätten in Aachen, Alsdorf, Simmerath und Stolberg angeboten - die Schulen müssen sich quasi nur noch für einen Termin entscheiden. „Die Resonanz ist schon enorm, viele Termine sind bereits gebucht”, sagt Anja Geurtz und hofft, dass dies nach den Ferien auch auf ihr Angebot zutreffen wird.

Und das geht über die Unterrichtsmaterialien hinaus. Denn mit dem Stück kann auch die Aachenerin als Theaterpädagogin gebucht werden. „Zur Vor- und Nachbereitung komme ich gerne in die Klasse, um die Schüler auf das Stück einzustimmen und mit ihnen den Inhalt aufzubereiten”, sagt die vierfache Mutter. Sie freut sich jetzt schon darauf, den Jugendlichen Goethe näherzubringen. „Natürlich schreckt Goethes Sprache zunächst viele Schüler - und auch Lehrer - ab. Doch das Stück ist für alle Schulformen zugänglich”, macht sie Mut, sich für den Klassiker zu öffnen. „Ich hätte mir als Lehrerin solch ein Angebot gewünscht”, sagt Geurtz, die selbst nie auf der Bühne stand, aber nicht nur die Sessel des Grenzandtheaters kennt.

Ob die Liebesgeschichte dann wirklich angekommen ist, wird sie auch hautnah erfahren. „Nach jedem Stück wird es weiterhin ein Bühnengespräch mit Zuschauern und Schauspielern geben”, sagt Anja Geurtz, die inzwischen auch Sprachförder-Coach ist und sich schon auf die Zusammenarbeit mit den Schülern freut. „Das ist eine reizvolle Aufgabe. Ich möchte jedem Schüler, egal von welcher Schulform, Theater näherbringen.Für jeden Anspruch den richtigen Ansatz zu finden, ist schon spannend.” Und als langjährige Hauptschullehrerin möchte Geurtz besonders auch diese Klientel fördern.

Ab Oktober wird Goethes Klassiker gespielt, im März 2012 feiert „Die Geschichte von Lena” Premiere. Was genau auf die Schüler zukommt, weiß die Theaterpädagogin selbst noch nicht. „Die Proben zum Werther beginnen erst noch.” Doch sie versichert: „Alle Schüler werden ihren Spaß haben - und manch einer wird danach bestimmt sagen: Goethe ist echt cool.”
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